Neue Studienergebnisse erstaunen

Booster-Impfung: Schützen Biontech und Moderna wirklich vor Omikron?

  • Lisa Klein
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Wie hoch ist der Schutz vor Omikron nach einer Auffrischungsimpfung mit Biontech oder Moderna? Daten der britischen Gesundheitsbehörde geben Aufschluss. 

Die Regierung sorgt sich, dass die hochansteckende Virusvariante Omikron 1.1.529* schon bald eine 5. Corona-Welle in Deutschland auslösen könnte. Die Mutation breitet sich rasant aus: Insgesamt 13.129 Omikron-Infektionen (Stand: 29. Dezember 2021) wurden in Deutschland bereits festgestellt, 1.274 Omikron-Fälle davon in Baden-Württemberg*, wie *echo24.de berichtet. Im Kampf gegen die Corona-Pandemie wird neben strengen Maßnahmen* wie Kontaktbeschränkungen vor allem auf Impfungen gesetzt.

Da der Impfschutz von Biontech, Moderna und AstraZeneca mit der Zeit drastisch nachlässt, empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko) inzwischen Booster-Impfungen bereits nach drei Monaten*. Erste Studien haben ergeben, dass die in der EU zugelassen Impfstoffe nicht optimal vor der neuen Virusvariante schützen. Deshalb sollen die Impfstoffe an Omikron angepasst werden. Bis die Corona-Vakzine angepasst sind, dauert es allerdings noch. Wie gut schützen Booster-Impfungen mit Biontech und Moderna aktuell?

Booster-Impfung: Wie gut schützen Auffrischungsimpfungen vor Omikron?

Generell werden Auffrischungsimpfungen in Deutschland momentan nur mit Biontech oder Moderna durchgeführt. Die mRNA-Impfstoffe der Hersteller Biontech/Pfizer und Moderna haben eine höhere Wirksamkeit als die Vektorimpfstoffe AstraZeneca und Johnson & Johnson – zumindest was den Schutz vor der Ursprungsvariante des Coronavirus angeht. Der in der EU neu zugelassene Corona-Impfstoff von Novavax soll sich „besser als Vektorimpfstoffe zum Boostern“ eignen.

Doch die neue Virusvariante könnte für mehr Beliebtheit der Vektorimpfstoffe sorgen. Eine neue Studie zur Wirksamkeit von AstraZeneca gegen Omikron überrascht: Der britische Hersteller AstraZeneca und Forscher aus Oxford teilten kürzlich mit, dass Laborstudien ergeben haben, dass eine dritte Impfung mit „Vaxzevria“ den Antikörperschutz des Geimpften gegen Omikron auf das Niveau von zwei Dosen erhöht. Die Studie wurde allerdings noch nicht unabhängig begutachtet.

Booster-Impfung: So gut schützen Biontech und Moderna vor Omikron

Doch wie wirkt sich eine Booster-Impfung mit Biontech oder Moderna auf den Impfschutz vor Omikron aus? Die britische Behörde für Gesundheitssicherheit hat im aktuellen Impf-Report (veröffentlicht am 23. Dezember 2021) eine Einschätzung zur Wirksamkeit der mRNA-Impfstoffe als Booster veröffentlicht. Die Daten der britischen Behörde beruhen auf 147.597 Corona-Fälle der Delta-Variante sowie 68.489 Omikron-Fällen.

Wie bild.de berichtet, erweist sich eine Kreuzimpfung von Biontech und Moderna als am effektivsten. Um den höchsten Schutz vor der Omikron-Variante zu erhalten, sollte nach zwei Dosen Biontech eine Dose Moderna als Booster-Impfung verabreicht werden. Bereits eine Woche nach dem Booster mit Moderna steigt der Schutz vor einer symptomatischen Erkrankung mit Omikron auf etwa 70 Prozent. Der Impfschutz soll dann für mindestens drei Monate auf diesem hohen Niveau bleiben.

Bei einer Auffrischungsimpfung mit Biontech nach einer Grundimmunisierung (zwei Impfungen) mit Biontech ist ebenfalls nach etwa einer Woche ein Impfschutz von rund 70 Prozent vor Omikron gegeben. Der entscheidende Unterschied zu einer Booster-Impfung mit Moderna: Der Schutz flacht nach drei Monaten deutlich ab.

Auffrischungsimpfung: Impfschutz nach Booster mit Moderna am höchsten

Weiteren Studienergebnissen zufolge soll auch nach einer Grundimmunisierung mit AstraZeneca eine Booster-Impfung mit Moderna den besten Schutz bieten. Bei einer Booster-Impfung mit Moderna nach einer Grundimmunisierung mit AstraZeneca entsteht nach einer Woche ein Impfschutz von etwa 60 Prozent, dieser lässt nach drei Monaten nach und sinkt auf 40 Prozent. Ähnlich sieht es bei Biontech aus, hier fällt der Impfschutz vor Omikron nach drei Monaten im Schnitt hingegen auf nur noch 35 Prozent.

Wie hoch ist der Schutz vor Omikron nach einer Booster-Impfung mit Biontech oder Moderna? (Symbolbild)

Welchen Effekt eine Auffrischungsimpfung mit Moderna nach einer Grundimmunisierung mit Johnson & Johnson oder Moderna auf den Schutz vor Omikron hat, geht aus der britischen Studie nicht hervor. Auch fehlen Daten, wie effektiv eine Booster-Impfung mit Biontech nach einer Grundimmunisierung mit Moderna ist.

Allerdings zeigt die Studie ganz klar: Eine vierte Corona-Impfung scheint generell nötig zu sein. Schon bald könnte es allgemein zum Thema Booster-Impfungen noch mehr Aufschluss geben: Israel führt aktuell eine Studie zu einer vierten Corona-Impfung mit Biontech* durch. Und besonders neue Corona-Varianten wie B.1.640.2 aus Frankreich könnten laut HEIDELBERG24* einen vierten Booster nötig machen.

WHO stuft Gefahr durch Omikron weiterhin als hoch ein

Die Gefahr durch die Omikron-Variante des Coronavirus ist nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) weiter sehr hoch. Das teilte die WHO in ihrem wöchentlichen Lagebericht mit. Die Variante verbreite sich nach bisherigen Beobachtungen deutlich schneller als es die Delta-Variante getan habe.

Umso wichtiger ist es, dass der Impfschutz generell aufrechterhalten wird und die Menschen sich boostern lassen. Auch, wenn die aktuellen Impfstoffe nicht optimal vor einer Infektion mit Omikron schützen, so ist der Schutz vor einem schweren Verlauf auch bei einer Erkrankung mit der Virusvariante hoch. *echo24.de klärt auf, welche Nebenwirkungen bei einer Booster-Impfung mit Biontech und Moderna auftreten können. *echo24.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Marius Becker/dpa

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