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Booster-Impfung für Kinder und Jugendliche – wann kommt der dritte Piks?

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Von: Christina Eppel

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Kinderimpfung
Aufgezogene Spritzen mit dem Kinder-Impfstoff von Biontech. (Symbolbild) © Matthias Bein/dpa-Zentralbild/dpa

Die vierte Welle der Corona-Pandemie ist in vollem Gange. Die Bundesregierung versucht, die Infektionszahlen zu drücken. Ein wichtiges Mittel: die Impfung.

Es ist ein kontroverses Thema: Sollen Kinder und Jugendliche gegen das Coronavirus geimpft werden oder nicht? Zumindest für ältere Minderjährige ab 12 Jahren besteht nun bereits seit mehreren Monaten eine allgemeine Impfempfehlung. Was noch fehlte, ist eine Empfehlung zur Booster-Impfung. Ändert sich das jetzt?

Booster-Impfung für Kinder und Jugendliche: Was gilt in Deutschland?

Anscheinend spielt die Frage nach der offiziellen Empfehlung in Deutschland gar keine Rolle mehr, denn wie das Bundesgesundheitsministerium um Gesundheitsminister Karl Lauterbach nun in einem Schreiben mitteilte, haben Jugendliche zwischen 12 und 18 Jahren „unabhängig von den Empfehlungen“ der Ständigen Impfkommission (Stiko) grundsätzlich einen Anspruch auf Auffrisch-Impfungen. Lauterbach und andere Gesundheitsexperten empfehlen eine Booster-Impfung auch bei Jugendlichen schon drei Monate nach der Grundimmunisierung.

Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) erklärt, wurde dieses Statement unter anderem an die Bundesländer geschickt. Weiter heißt es darin, für die jugendlichen Minderjährigen käme nur der Biontech-Impfstoff infrage. Das liege daran, dass Moderna nur noch an Personen verabreicht werden soll, die über 30 Jahre alt sind.

Booster-Impfung für Kinder und Jugendliche: Omikron sorgt für strengeren Kurs

Generell gab Lauterbach demnach im Zuge des Schreibens an die Länder zusätzlich bekannt, dass „im Falle von Impfschäden bei Kindern und Jugendlichen“ ein Versorgungsanspruch vom Bund garantiert würde. Einzige Voraussetzung dafür: Es muss der für diese Personengruppe zugelassene mRNA-Impfstoff Biontech verwendet werden.

Lauterbach fährt generell einen strengen Kurs gegen die Corona-Pandemie. Diese Strategie lässt sich wohl auf die hochansteckende Omikron-Variante zurückführen, die sich mittlerweile auch in Baden-Württemberg und ganz Deutschland ausbreitet. Generell steckt der Südwesten immer noch mitten in der vierten Welle. Die 7-Tage-Inzidenzen bewegen sich weiterhin auf einem hohen Level und die Intensivstationen sind voll.

Booster-Impfung für Kinder und Jugendliche: Debatte um Kinderimpfungen kontrovers

Deshalb hat Baden-Württemberg sogar schon einen Notfallplan im Fall der Pandemie-Eskalation in petto. Die Frage ist auch weiterhin: Wie hoch ist mit dem Biontech-Impfstoff der Schutz vor einer Omikron-Infektion? Denn viele Impfstoffhersteller forschen mittlerweile an angepassten Varianten ihrer Vakzine, die speziell gegen die Mutation aus Südafrika helfen sollen.

Dass die Ständige Impfkommission mit Impfempfehlungen für Kinder und Jugendliche auf sich warten lässt, ist im Übrigen nichts Neues. Schon im Juli machte sich das unabhängige Gremium um Kommissionschef Prof. Dr. Thomas Mertens die generelle Empfehlung für Kinder ab 12 Jahren nicht leicht. Der Grund: Oft sind die Krankheitsverläufe bei Kindern mild. Mertens war sich lange nicht sicher, ob der Nutzen ein mögliches Risiko von Impfnebenwirkungen aufwiegen könnte. Mittlerweile sind die Nebenwirkungen einer Biontech-Impfung bei Kindern bekannt.

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