Booster schon drei Monate nach der Zweitimpfung nötig?

Experten empfehlen Booster-Impfung deutlich früher – nach drei Monaten

  • Lisa Klein
    VonLisa Klein
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Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt eine Booster-Impfung sechs Monate nach der Zweitimpfung – Experten hingegen meinen, eine Auffrischung sei viel früher nötig.

Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt eine Booster-Impfung für alle ab 18 Jahren, deren Zweitimpfung mehr als sechs Monate zurückliegt. Denn wie eine Studie zeigt, lässt der Impfschutz von Biontech, Moderna und AstraZeneca mit der Zeit drastisch nach. „Eine Verkürzung des Impfabstandes auf 5 Monate kann im Einzelfall oder wenn genügend Kapazitäten vorhanden sind, erwogen werden“, heißt es in der Pressemitteilung der Stiko vom 18. November. Laut Experten sollte eine Booster-Impfung allerdings bereits viel früher stattfinden.

Angesichts der sich hochansteckenden neuen Omikron-Variante drängen Fachleute wie der Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie, Bernd Salzberger, nun auf eine Verkürzung des Abstands zwischen zweiter und dritter Impfung. Eine raschere Auffrischimpfung könne die Ausbreitung sowohl der Delta- als auch der Omikron-Variante beeinflussen, „das zeigen die Erfahrungen aus Israel sehr eindrücklich“, sagte Salzberger den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

Booster-Impfung: Experten empfehlen Auffrischung bereits nach 3 Monaten

Biontech-Mitgründer Ugur Sahin hat sich sogar für eine Corona-Auffrischungsimpfung bereits ab drei Monaten nach der Zweitimpfung ausgesprochen. Auch nach Einschätzungen der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) könnten Booster-Impfungen gegen Covid-19 bereits nach drei Monaten erfolgen, wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) berichtet.

Experten erwarten eine sehr schnelle Ausbreitung der Omikron-Variante. „Wir rechnen damit, dass diese Mutation Anfang nächsten Jahres langsam die dominante Variante wird“, sagte der Präsident der Intensivmediziner-Vereinigung Divi, Gernot Marx, der Passauer Neuen Presse. Experten sprechen deshalb auch davon, dass im Sommer kommenden Jahres bereits eine zweite Booster-Impfung notwendig sein könnte.

Die derzeit verfügbaren Daten sprechen „für eine sichere und wirksame Auffrischungsdosis bereits drei Monate nach Abschluss der Grundimmunisierung“, sagte der EMA-Direktor für Impfstrategie Marco Cavaleri am Donnerstag (9. Dezember) bei einer Pressekonferenz.

Booster-Impfung: Experten empfehlen Auffrischung deutlich früher

Der Grünen-Gesundheitspolitiker Janosch Dahmen, der selbst Arzt ist, sagte der Rheinischen Post: „Wir müssen nun in den Modus einer vorausschauenden Pandemiepolitik kommen. Die Folgen von Omikron spüren wir noch nicht morgen, aber schon heute müssen wir uns dagegen wappnen. Das Boostern ist wirksam und entscheidend, wie die aktuellen Daten zeigen. Wir werden auch den Zeitpunkt der Booster-Impfungen vorziehen müssen.“

Unabhängig davon, welcher Impfstoff zuvor verwendet wurde, soll für die Auffrischimpfung ein mRNA-Impfstoff verwendet werden. In Deutschland wird demnach aktuell nur mit den Vakzinen von Biontech und Moderna geboostert. *echo24.de berichtete bereits über bekannte Nebenwirkungen, die bei einer Booster-Impfung mit Biontech oder Moderna auftreten können.

Rubriklistenbild: © Abdulhamid Hosbas

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