Corona: Könnte häufiges Boostern schaden?

Booster-Impfung: Aber wie oft noch? EMA spricht eine Warnung aus

Wie viele Auffrischimpfungen sind im Kampf gegen die Corona-Pandemie sinnvoll? (Symbolbild)
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Wie viele Auffrischimpfungen sind im Kampf gegen die Corona-Pandemie sinnvoll? (Symbolbild)
  • Christina Rosenberger
    VonChristina Rosenberger
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Nach dem Booster kommt der nächste Booster - diese These steht bereits seit längerem im Raum. Doch wie viele Corona-Impfungen sind überhaupt sinnvoll?

Sie sollen uns aus der Krise führen und die Corona-Pandemie endlich in ihre Schranken weisen - vor etwa einem Jahr starteten die Impfungen gegen Covid-19 in Deutschland. Doch was damals noch nicht klar war, kristallisiert sich mittlerweile immer mehr heraus: Zwei oder drei Impfdosen sind zu wenig, die Schutzwirkung der Präparate lässt schneller nach, als anfangs gedacht.

Nun warnt die Europäische Arzneimittelbehörde EMA allerdings vor zu häufigen Impfungen. In einer Pressekonferenz der EMA erklärte der Direktor für Impfstrategien, Marco Cavaleri, in Amsterdam: Das häufige Boostern mit Corona-Impfstoffen in immer kürzeren Abständen könnte zu einer Überlastung des Immunsystems führen.

Corona-Impfung: Wie viele Booster sind sinnvoll?

Wörtlich erklärte Cavaleri: „Wir haben noch keine Daten zu einer vierten Impfdosis, deshalb wollen wir hierzu noch keine Empfehlung aussprechen. Gleichzeitig sind wir besorgt über Strategien, die wiederholte Auffrischungsdosen in kurzen Abständen vorsehen.“ Weiter erklärt der EMA-Impfexperte: „Es muss klar sein, dass wir nicht immer wieder - alle drei bis vier Monate - boostern können.“

Denn diese Wiederholungen innerhalb kürzester Zeit können, so der EMA-Direktor für Impfstrategien, zu Problemen mit der Immunreaktion führen: „Die Immunantwort kann möglicherweise nicht so gut ausfallen, wie wir erwarten.“ Cavaleri sieht allerdings noch einen weiteren Faktor - den sozialen.

Booster-Impfung gegen Coronavirus: EMA-Experte mit Appell

Der EMA-Experte erklärt in Amsterdam, es bestehe zusätzlich zur körperlichen Komponente die Gefahr, dass die Akzeptanz in der Bevölkerung sinkt und die Mehrheit irgendwann die kontinuierlichen Auffrischimpfungen nicht mehr mitmachen will. Dennoch findet Cavaleri auch einige positive Worte über die Impfkampagne.

Studien hätten gezeigt, dass die bisherigen Impfungen einen guten Schutz vor schweren Corona-Erkrankungen bieten - auch gegen die hochansteckende Omikron-Variante schützen einige Impfstoffe sehr gut. Dagegen hat eine Booster-Studie jetzt gezeigt, dass ein Vakzin fast wirkungslos ist. Andere Impfstoffe sind besonders zur Auffrischungsimpfung gegen Omikron geeignet.

Der EMA-Impfexperte Cavaleri plädiert also final für Booster-Impfungen - allerdings nur für ein bis zwei Auffrischungen. Ein zweiter Booster könnte demnach vor allem für vulnerable Gruppen noch sinnvoll sein. Danach könnte, so Cavaleri, die Zeitspanne der Corona-Impfung verlängert werden, wie es das Vorbild der jährlichen Grippeschutz-Impfung bereits vormacht.

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