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Booster-Debatte: Impfstatus bald befristet? Ärztechef mit krasser Forderung

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Von: Christina Eppel

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Der Präsident der Bundesärztekammer Frank Ulrich Montgomery. (Archiv)
Der Ehrenpräsident der Bundesärztekammer und Vorsitzender des Vorstandes des Weltärztebundes Frank Ulrich Montgomery konfrontiert die Politik mit einer harten Forderung. (Archiv) © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Das Attribut „geimpft“ garantiert in Deutschland innerhalb der Corona-Pandemie weit mehr als nur die eigene Sicherheit - es ermöglicht Freiheiten. Aber wie lange?

In Deutschland wird „geboostert“. Die Corona-Pandemie schreitet immer wieder voran und immer wieder meldet das Robert Koch-Institut neue Rekordwerte bei den Ansteckungen. Auch in Baden-Württemberg liegt die 7-Tage-Inzidenz mittlerweile über dem kritischen Wert von 500 und teilweise müssen die Menschen deshalb mit strengen Maßnahmen und Ausgangssperren leben. Für Menschen, die allerdings gegen das Coronavirus geimpft oder von einer Ansteckung genesen sind, sind die Regeln lockerer. Das könnte allerdings bald ein begrenztes Privileg sein.

In der Alarmstufe II der Corona-Verordnung Baden-Württemberg gilt in vielen Bereichen eine 2G-Plus-Regel. Diese besagt, dass nur noch Geimpfte und Genesene zu vielen Kulturveranstaltungen oder in Restaurants gehen dürfen. Außerdem müssen diese Personen einen negativen Coronatest vorweisen. Doch, wie wir mittlerweile wissen, der Schutz vor einer Infektion mit dem Coronavirus nimmt wenige Monate nach der Impfung bereits ab. Wie echo24.de bereits ausführlich berichtete, lässt die Wirkung bei den Impfstoffen unter anderem von Moderna, Biontech und AstraZeneca mit der Zeit nach.

Corona: Impfstatus bald befristet? Weltärztechef Montgomery mit Forderung

Für den Vorsitzenden des Weltärztebundes für Deutschland, Frank Ulrich Montgomery, ist das Grund genug, den Impfstatus zu befristen. So könne die Immunisierung in der Bevölkerung verbessert werden, sagte der Mediziner den Zeitungen der Funke Mediengruppe. „Jede Impfung muss ein Verfallsdatum bekommen“, erklärte der Ärztechef. Bei Menschen, deren Immunisierung schon länger zurückliege, sei dann automatisch nach einer Zeit wieder der Status „Ungeimpft“ im digitalen Impfnachweis verzeichnet.

Erst mit der sogenannten Booster-Impfung, also der Drittimpfung, die mittlerweile von der Ständigen Impfkommission (STIKO) für alle Personen über 18 empfohlen wird, gelte man dann wieder als geimpft, erklärt Montgomery.

Corona: Impfstatus bald befristet? Montgomery nicht allein mit der Forderung

Doch um diese Idee umzusetzen, müsse - so der Weltärzte-Chef - jetzt geklärt werden, wie lange der Impfschutz der bisher in Deutschland zugelassenen Vakzine tatsächlich hält, und wann dieses Verfallsdatum angesetzt werden muss. Auch der erste Totimpfstoff von Novavax, der bald für die EU zugelassen werden soll, müsste dann vermutlich ein „Verfallsdatum“ des Impfschutzes vorweisen.

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Jedenfalls wäre Deutschland mit einer Regelung zur Befristung des Geimpften-Status‘ kein Vorreiter. In Frankreich sollen die Boosterimpfungen künftig verpflichtend sein, um „geimpft“ im digitalen Zertifikat vorweisen zu können. Weltärzte-Chef Montgomery findet: „Die Regelung brauchen wir auch in Deutschland.“

Auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) forderte erst vor wenigen Tagen, den Impfstatus nach einer gewissen Zeit auslaufen zu lassen und der Landeschef geht sogar noch einen Schritt weiter. Er nennt eine konkrete Zeitspanne. Nach neun Monaten will Söder den Corona-Impfstatus verfallen lassen, wenn keine Booster-Impfung erfolgt.

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