Neujahr ohne Feuerwerk?

Böllerverbot an Silvester – Polizeigewerkschaften mit heftiger Forderung

  • Julia Cuprakowa
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Bis zum Silvester 2021 sind es noch einige Wochen, trotzdem preschen Polizeigewerkschaften vor und fordern erneutes Böllerverbot.

Funkelnde Raketen und laute Böller um Mitternacht gehören für viele zu Silvester. Um Verletzungen zu vermeiden und die in der Corona-Pandemie sowieso schon geforderten Krankenhäuser nicht weiter zu belasten, hatten sich Bund und Länder für Silvester 2020 auf ein Verkaufsverbot geeinigt.

An vielen Orten durften auch keine alten Feuerwerke gezündet werden. Nun fordern die Polizeigewerkschaften DPolG und GdP auch Silvester 2021 einen Böllerverbot. Als Grund führen die Gewerkschaften die extrem steigenden Corona-Zahlen an.

Böllerverbot an Silvester 2021: Polizeigewerkschaften mit heftiger Forderung

Im vergangenen Jahr war es zum Jahreswechsel in Deutschland deutlich ruhiger als sonst: Wegen der Corona-Pandemie durfte kein Feuerwerk der Kategorie F2 verkauft werden, also kein klassisches Silvesterfeuerwerk wie Raketen, Knaller oder Batterien. Auf vielen belebten Straßen und Plätzen durfte auch bereits vorhandenes Feuerwerk nicht gezündet werden – welche Orte das waren, legten Städte und Gemeinden fest, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet.

Da die Corona-Zahlen derzeit so hoch sind wie noch nie seit Beginn der Pandemie, fordern die Polizeigewerkschaften ein erneutes Böllerverbot an Silvester. Der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft DPolG, Rainer Wendt, sagte gegenüber der Neuen Osnabrücker Zeitung (NOZ): „Wir fordern die Kommunen auf, sogenannte Böllerverbote möglichst restriktiv auszusprechen und genügend Ordnungskräfte zur Überwachung bereitzuhalten.“ Wendt fügte hinzu: „Angesichts der steigenden Infektionszahlen durch Corona ist es ohnehin derzeit nicht angezeigt, sich in großen Gruppen zu treffen und die Risiken noch zu vergrößern.“

Polizeigewerkschaften fordern Böllerverbot an Silvester 2021: Amsterdam als Vorbild

Auch die Polizeigewerkschaft GdP sprach sich für Einschränkungen der klassischen Böllerei vor allem mit Blick auf Sicherheitsfragen aus. Der stellvertretende GdP-Bundesvorsitzende Jörg Radek verwies gegenüber der NOZ auf den Nachbarn Niederlande, wo bereits in mehreren Kommunen reagiert und ein entsprechendes Böllerverbot für den Jahreswechsel ausgesprochen wurde.

„Eine Entscheidung, die unter dem Aspekt der Sicherheit total nachvollziehbar und aus unserer Sicht nachahmenswert ist“, sagte Radek. In der niederländischen Hauptstadt Amsterdam dürfen Bürger an diesem Silvester 2021 das neue Jahr 2022 nicht mit Böllern und Raketen begrüßen. Der Gemeinderat hatte bereits Anfang Oktober ein Verbot der Knallerei festgelegt und als Gründe etwa die zahlreichen Verletzungen und auch Brände genannt.

Böllerverbot an Silvester 2021: „Niemand will den Menschen die Feierfreude an Silvester nehmen.“

Radek fügte hinzu, dass dies nicht ein absolutes Verbot von Böllerei bedeuten müsse: „Niemand will den Menschen die Feierfreude an Silvester nehmen.“ Die GdP befürworte aber ein „kontrolliertes Abbrennen von Feuerwerk an zentralen Orten“ – dies sei eine „sichere Alternative zur klassischen Böllerei“. Radek sagte: „Es muss ja nicht immer knallen. Eine Laser-Show mit musikalischer Untermalung ist auch eine denkbare Alternative.“ Ob dieses Jahr an Silvester tatsächlich erneut Stille auf deutschen Straßen herrschen wird, bleibt abzuwarten.

Rubriklistenbild: © Stefan Sauer/dpa/Archivbild

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