Neue Studie aus Israel

Israel-Studie: So schnell schützt die Biontech-Impfung nicht mehr

Impfung
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Die mRNA-Impfstoffe schützen gut gegen Covid-19, aber ihre Wirkung lässt nach.
  • Julia Cuprakowa
    VonJulia Cuprakowa
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Der mRNA-Impfstoff von Biontech schützt gut gegen Covid-19. Aber der Impfschutz vor einer Ansteckung lässt nach. Wie schnell der Schutz schwächer wird, zeigt eine neue Studie aus Israel.

Das Coronavirus ist weiterhin unaufhaltsam auf dem Vormarsch. Die vierte und heftigste Corona-Welle überrollt gerade nicht nur Baden-Württemberg, wie echo24.de im aktuellen Corona-Ticker berichtet, sondern ganz Deutschland. Und auch jetzt, nach fast zwei Jahren mit dem Virus, bleibt die Impfung die stärkste Waffe gegen Sars-CoV-2.

Vor allem die mRNA-Impfstoffe wie Biontech und Moderna schützen zu 90 Prozent vor schweren Verläufen von Covid-19 - zumindest direkt nach dem zweiten Piks. Denn: Mittlerweile wurde durch verschiedene Studien festgestellt, dass die Impfwirkung nachlässt. Wie stark der Impfschutz mit dem mRNA-Impfstoff von Biontech nachlässt, zeigt auch eine neue Studie aus Israel.

Neue Studie aus Israel: Impfschutz von Biontech-Impfung nimmt ab – Forscher empfehlen Booster

Immer häufiger kommt es weltweit zu Corona-Impfdurchbrüchen. Unter diesen Umständen, und da sind sich wohl alle Experten einig, lässt sich die Pandemie nicht in den Griff bekommen. Aber wie sonst? Eine neue Studie aus Israel zeigt auf, dass es sinnvoll sein könnte, die Booster-Impfung früher als sechs Monate nach Biontech-Zweitdosis zu verabreichen. Zumindest, wenn das Ansteckungsrisiko von Geimpften gesenkt werden soll.

Seit Beginn der Pandemie gilt Israel als das Vorzeigeland, was die Impfungen mit Biontech angeht. Denn das Land war eines der ersten mit einer flächendeckenden Impfkampagne und es nutzte fast ausschließlich den Biontech-Impfstoff. Daher werden israelische Studien als besonders aussagekräftig angesehen. Doch was haben die israelischen Forscher nun wieder herausgefunden?

Studie zu Biontech-Impfstoff: Nach diesem Zeitraum lässt der Impfschutz nach

Wie mdr.de berichtet, zeigt die neue Studie, dass der Impfschutz vor Ansteckung bereits nach drei Monaten nach der zweiten Dosis abzunehmen scheint – zumindest bei einem Teil der Geimpften. Um zu dieser Erkenntnis zu kommen, werteten Forscher die elektronischen Gesundheitsdaten von 80.057 Erwachsenen aus, die mindestens drei Wochen nach ihrer Zweitimpfung einen PCR-Test gemacht hatten und bei denen es keine Hinweise auf eine frühere Covid-19-Infektion gab.

Dabei stellten die Wissenschaftler fest, dass der Biontech-Impfstoff in den ersten drei Wochen nach der Zweitdosis einen ausgezeichneten Schutz vor Ansteckung bietet. Nur 1,3 Prozent der PCR-getesteten Studienteilnehmer hatten sich weniger als 90 Tage nach der Zweitimpfung mit dem Coronavirus infiziert. Von da an steigt die Rate an positiven PCR-Tests allerdings stetig an.

Neue Studie aus Israel: Nach Biontech-Impfung – Ansteckungsrate doppelt so hoch

Bereits im vierten Monat lag die Ansteckungsrate nach der Zweitimpfung mit Biontech bei 2,4 Prozent – also fast doppelt so hoch. Diese Prozentrechnung ergab sich, laut Studie, aus der Zahl der positiven Tests. Im fünften Monat stieg die Rate schließlich auf 4,6 Prozent. Noch deutlicher sank der Impfschutz dann ab dem fünften Monat. Im Zeitraum von fünf bis sechs Monaten nach der Zweitimpfung lag die Infektionsrate bei 10,3 Prozent, nach mehr als sechs Monaten stieg sie auf 15,5 Prozent. Doch was genau bedeutet das jetzt für die Geimpften?

Eine wichtige Anmerkung: Diese Zahlen stellen nicht gleichzeitig das Infektionsrisiko dar. Die Studie hatte nur Teilnehmer, von denen ein PCR-Testergebnis vorlag und ist deshalb nicht repräsentativ für alle Geimpften.

Booster-Impfung: Forscher mit vorsichtiger Empfehlung

Die Forscher kamen zu der relativ vorsichtigen Schlussfolgerung, dass eine dritte Impfstoffdosis in Betracht gezogen werden sollte. Einen Zeitpunkt dafür wollte sie aber nicht vorschlagen, zumal die Studie nur die Ansteckung mit dem Virus untersucht habe, nicht aber Auswirkungen auf schwere Verläufe und Sterblichkeit.

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