Bahn-Streik trotz Schlichtungsversuch

DB: Mega-Streik endet in der Nacht zum Dienstag – was Kunden wissen müssen

  • Christina Rosenberger
    VonChristina Rosenberger
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Seit Donnerstag wird bei der Bahn gestreikt – für fünf Tage hat die GDL zum Arbeitskampf aufgerufen. In der Nacht zum Dienstag endet der Streik – vorerst.

Update, 6. September: Noch ist der deutschlandweite Bahn-Streik nicht vorbei – und auch in Baden-Württemberg ist es am Montag alles andere als einfach für Pendler und Reisende von A nach B zu kommen. Erneut gibt es zahlreiche Zugausfälle und Verspätungen. Doch am Dienstag (7. September) heißt es endlich aufatmen für Kunden der DB – um zwei Uhr morgens soll der fünftägige Streik enden.

Die GDL kämpft um mehr Geld und bessere Arbeitsbedingungen für ihre Mitglieder. Mit dem auf mehr als fünf Tage angesetzten Streik in der laufenden Tarifrunde bei der Bahn will die GDL ihren Forderungen nach insgesamt 3,2 Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von 28 Monaten sowie einer Corona-Prämie von 600 Euro Nachdruck verleihen, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet.

DB: Dritter Bahn-Streik endet – Kanzlerkandidat Laschet zeigt kein Verständnis

Die Deutsche Bahn (DB) war am Donnerstag sowie am Freitag in zwei Instanzen mit einer Einstweiligen Verfügung gegen den Streik vor den Arbeitsgerichten in Frankfurt gescheitert. Sie wirft der GDL vor, mit dem Arbeitskampf auch rechtliche und politische Ziele zu verfolgen.

Die GDL verteidigte den Ausstand. Lutz Dächert vom Bezirk Süd-West warb für Verständnis bei den Bahnkunden und Pendlern für das Vorgehen der Gewerkschaft. Er zeigte sich zufrieden mit der Beteiligung der Gewerkschaftsmitglieder. „Wir wollen einen Tarifvertrag für alle Berufsgruppen.“ Infolge des Ausstand kam es auch im S-Bahnverkehr des Großraums Stuttgarts und im Rhein-Neckar-Kreis zu starken Beeinträchtigungen.

Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet zeigte kein Verständnis für das Vorgehen der GDL. „Um Verständnis aufzubringen, müsste ich mich jetzt sehr anstrengen“, sagte der CDU-Vorsitzende beim „Wahlcheck“ der Heilbronner Stimme.

DB: Mega-Streik geht weiter – Bahn scheitert vor Gericht

Update, 3. September: Der großangelegte Streik der Gewerkschaft Deutscher Lokführer (GDL) bei der Deutschen Bahn ist derzeit nicht zu stoppen. Das Hessische Landesarbeitsgericht hat jetzt einen Bahn-Antrag abgelehnt. Wie die Deutsche Presse-Agentur dpa berichtet, hatte die Bahn eine einstweilige Verfügung gegen den Streik der GDL beantragt. Diese wurde nun bereits in zweiter Instanz abgelehnt.

Bahn-Streik der GDL geht weiter: Bahn scheitert vor Gericht

Die Bahn wirft der Gewerkschaft vor, mit dem Streik nicht nur bessere Arbeitsbedingungen erreichen zu wollen, sondern auch rechtliche und politische Ziele zu verfolgen. Laut zeit.de sagte Richter Peter Gegenwart zu den Anschuldigen, bei der Prüfung des Bahn-Antrags habe es durchaus Bedenken in einigen Punkten gegeben. Dies habe aber als Begründung nicht ausgereicht, um der Berufung stattzugeben.

Für alle Bahnfahrenden bedeutet diese Entscheidung: Der Streik der GDL geht wie geplant bis Dienstagmorgen weiter. Deshalb hat echo24.de in einem gesonderten Artikel zusammengefasst, welche Rechte Bahnkunden während des Streiks haben, und wie man im Zweifel seine Fahrkarte zurückgeben kann. Auch Heilbronn ist vom Lokführerstreik betroffen.

Fünf Tage Bahn-Streik: GDL mit schweren Vorwürfen gegenüber DB

Update, 1. September: Die Deutsche Bahn steht kurz vor einem der längsten Lokführer-Streiks im Personenverkehr aller Zeiten. Morgen (Donnerstag, 2. September) geht es schon in der Nacht um 2.00 Uhr los, dann dauern die Arbeitskampfmaßnahmen bis zum Dienstag kommender Woche (7. September). Jetzt hat die Bahn, wohl um das Unheil doch noch abzuwenden, einen neuen Schlichtungsversuch unternommen. Doch die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) ist davon nicht begeistert.

Der Vorwurf der GDL gegenüber der Deutschen Bahn: „Die Bahn versucht nur, Zeit zu gewinnen und mit Scheinangeboten die Öffentlichkeit und die Medienvertreter zu irritieren.“ Das sagte der GDL-Vorsitzende Claus Weselsky der Augsburger Allgemeinen. Deshalb habe man vonseiten der Gewerkschaft den neuen Schlichtungsversuch abgelehnt.

Fünf Tage Bahn-Streik: Personen- und Güterverkehr betroffen

Die Anschuldigungen, die GDL verweigere sich Gesprächen, wies Weselsky dagegen energisch zurück. Der Gewerkschafts-Chef geht sogar noch weiter und wirft im Gegenzug dem DB-Personalvorstand vor, sich bei der letzten Verhandlungsrunde am 7. Juni geweigert zu haben, weiterzuverhandeln. „Stattdessen wollte er in Sondierungen eintreten, um das Scheitern der Verhandlungen zu verhindern“, erklärte Weselsky weiter.

Das habe der GDL-Chef allerdings nicht zugelassen, „weil unsere Forderungen seit Wochen bekannt waren, und wir diese vor dem 7. Juni erheblich auf die bekannten Kennzahlen reduziert haben.“ Wenn sich die Deutsche Bahn also auch weiterhin der Gewerkschaft nicht weiter annähert, so wird es höchstwahrscheinlich zu den Streiks im Personenverkehr kommen. Davon sind dann nicht nur Pendler, sondern vermutlich auch viele Reisende betroffen, denn in manchen Bundesländern – beispielsweise in Baden-Württemberg – sind aktuell noch Sommerferien.

Fünf Tage Bahn-Streik: Gewerkschaft ruft zu Arbeitskampf auf

Erstmeldung, 31. August: Die Lokführergewerkschaft GDL ruft nun zum dritten Bahn-Streik in Folge auf und damit auch zum längsten: Von Donnerstag (2. September) ab 2 Uhr bis Dienstagfrüh in der kommenden Woche (7. September) soll es einen fünftägigen Ausstand im Personenverkehr der Deutschen Bahn (DB) geben.

Im Güterverkehr soll der Streik bereits an diesem Mittwoch beginnen. „Es ist eine der längsten Arbeitskampfmaßnahmen, die wir durchführen, und zwar absichtlich“, sagte der Gewerkschaftsvorsitzende Claus Weselsky am Montag in Frankfurt am Main. „Wir sehen uns angesichts der Blockadehaltung der DB-Manager nicht bereit und nicht gewillt, hier kürzere Arbeitskampfmaßnahmen durchzuführen.“ Unbefristete Streiks stünden derzeit aber nicht zur Debatte, betonte Weselsky.

Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) setzt sich für eine höhere Bezahlung und bessere Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten ein. Dabei will die GDL auch im Konkurrenzkampf mit der größeren der beiden Bahn-Gewerkschaften punkten, der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG). *echo24.de hat bereits über den Streik in der vergangenen Woche berichtet.

Bahn-Streik: Gewerkschaft ruft zu Arbeitskampf auf – Pendler und Urlauber betroffen

Der Arbeitskampf wird neben hunderttausenden Pendlern auch zahlreiche Reisende treffen. Die Urlaubssaison läuft, in mehreren Bundesländern sind noch Schulferien, so auch in Baden-Württemberg. Der jüngste Streik war in der Nacht zu Mittwoch vergangener Woche zu Ende gegangen. Die Bahn reagierte mit Notfahrplänen. Im Fernverkehr konnten bis zu 30 Prozent des Angebots aufrechterhalten werden, im Regionalverkehr einschließlich der S-Bahnen waren es im Schnitt 40 Prozent. Am Tag nach den bisherigen Streiks lief der Verkehr wieder weitgehend normal.

Im Tarifkonflikt gab es seither keine Annäherung mit dem Management. In Interviews der vergangenen Tage hatte Bahnchef Richard Lutz die Gewerkschaft aufgerufen, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Dem GDL-Vorsitzenden Claus Weselsky warf er zugleich vor, mit Falschbehauptungen die Belegschaft zu spalten.

Die Bahn will zwar die Löhne und Gehälter wie von der GDL gefordert um 3,2 Prozent erhöhen. Umstritten ist jedoch, zu welchen Zeitpunkten die einzelnen Stufen greifen sollen und wie lange der neue Tarifvertrag gelten soll. Auch eine Corona-Prämie für dieses Jahr hat die Bahn angeboten, ohne sie jedoch zu beziffern. Die GDL fordert 600 Euro. Gerungen wird auch um die Betriebsrenten; hier haben sich beide Seiten noch nicht aufeinander zubewegt.

Bahn-Streik in Deutschland: Bahn rät Reisen zu verschieben – Pendler bekommen Probleme

Die Bahn versucht die Folgen für Kunden zu dämpfen. Reisende können Fahrkarten für den Streikzeitraum flexibel nutzen und ihre Reisen vorziehen oder bis zum 17. September verschieben, wie das Unternehmen mitteilte. Auch eine Erstattung ist möglich.

Der Arbeitskampf sei durch nichts gerechtfertigt, kritisierte die Bahn. „Der GDL-Spitze geht es ausschließlich darum, ihre Macht auszuweiten – und das zulasten der Reisenden und der Wirtschaft“, sagte Personalchef Martin Seiler.

Die Bahn rechnet damit, dass sie im Fernverkehr etwa ein Viertel des üblichen Angebots fahren kann, im Regional- und S-Bahn-Verkehr etwa 40 Prozent. „Wer kann, sollte seine Reise auf die Zeit vor oder nach dem Streik verschieben“, teilte der Konzern mit.

Rubriklistenbild: © Tom Weller/dpa

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