Abos auch für Autos

Auto-Abos für die Streaming-Generation: So könnte die Zukunft aussehen

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Sind Autohändler bald ein Relikt der Vergangenheit? Das Modell "Auto-Abo" könnte es möglich machen.

Es gibt für alles das passende Abo: Filme, Serien, Musik. Warum nicht auch für Autos? Das könnte in Zukunft anders aussehen.

  • Abo-Modelle werden immer beliebter.
  • Warum also nicht Autofahren mit einem Abo.
  • Im Internet gibt es zahlreiche Anbieter.

Die Welt um uns herum verändert sich in einer rasenden Geschwindigkeit. Statt abends um 20.15 im Fernsehen streamen wir unsere Lieblingsfilme, wann wir immer wir wollen auf Netflix und Co. Statt Radio oder CD zu hören, sammeln wir unsere Musik auf Spotify.

Mobil sind wir dank Carsharing oder mit dem Auto, das wir beim Händler gekauft haben. Aber das muss doch auch flexibler gehen. Denn: Immerhin geht der Trend weg vom Besitzen und hin zum Streamen und Leasen.

Auto-Abo: Herkules-Aufgabe Autokauf

Außerdem ist der Autokauf sehr kompliziert. Welches Modell soll es sein? Welche Ausstattungen braucht man? Dann wären da auch noch lästige Aufgaben wie Probefahren, Preise vergleichen, Zulassung - und  natürlich muss das Auto noch versichert werden. Das alles kostet vor allem eins: Zeit!

Doch es gibt laut echo24.de* Alternativen. Zum einen wäre da das Carsharing. Doch das gibt es zum einen nicht überall und zum anderen sind die Mietzeiten kurz und der Wunschwagen nicht immer vorhanden. Die Lösung: Auto-Abos ähnlich wie bei Netflix.  

Auto-Abo: Ist das die Zukunft der Autobranche?

Diese Auto-Abos lassen sich mit nur wenigen Klicks online abschließen, berichten die Stuttgarter Nachrichten. In den Komplettpaketen sind in der Regel bereits alle anfallenden Kosten enthalten - mit Ausnahme der Spritkosten. Die muss der Autofahrer auch in Zukunft weiter selbst tragen.

Die Abo-Modelle decken somit die Lücke zwischen Leasing und Carsharing ab. Für den Automobil-Experten Ferdinand Dudenhöffer von der Uni Duisburg-Essen ist das eine Revolution, die die großen Konzerne lange verschlafen haben.

Auto-Abo: Start-ups machen es den Herstellern vor

"Das Abo-Modell wird Mainstream werden und den Automarkt total verändern", erklärt der Automobil-Experte. Doch inzwischen hat auch die Automobilindustrie die Chancen erkannt, die in den Auto-Abos liegen.

Auto-Abo-Anbieter wie Cluno, Vive Le Car, Carminga und Faaren, haben es Daimler, BMW oder dem Volkswagenkonzern mit seinen Premiummarken Audi und Porsche vorgemacht. Einen Opel Corsa bekommt man beim Münchner Start-up Cluno schon für 259 Euro im Monat. Auf der Internetseite des Start-ups heißt es: "Monatlicher Fixpreis und alles drin, außer kompliziert".

Auto-Abo: Vergleichen lohnt sich

Darin enthalten: Kosten für Versicherung, Steuern, Rundfunkgebühr, Wartung, Reparatur, TÜV und Abgasuntersuchung. Doch auch hier lohnt es sich zu vergleichen. Insbesondere bei den Freikilometern gibt es große Unterschiede.

Beim Cluno-Konkurrenten Carminga zahlt man zwar 40 Euro mehr im Monat für den Corsa, aber hat dafür auch deutlich mehr Freikilometer. Zudem entfällt hier die Startgebühr von 299 Euro, die bei Cluno fällig wird.

Auto-Abo: All-Inklusive-Porsche

Inzwischen haben mit Porsche und Daimler auch zwei Hersteller das Auto-Abo für sich entdeckt. Zwar gibt es die Modelle von Porsche bisher nur bei Cluno, der Stuttgarter Sportwagenbauer will aber noch bis Ende des Jahres ein eigenes Angebot starten. Für einen Panamera zahlt man aktuell 2299 Euro, für einen 718er Boxter werden 1499 Euro fällig.

Damit sind aber alle Kosten von der saisonalen Bereifung bis hin zur Kfz-Steuer inkludiert. In den USA testet Porsche zudem ein weiteres Abo-Programm. Mit dem Porsche-Passport kann man für eine Pauschale von 3000 Dollar auf 22 Modelle der Sportwagenschmiede zugreifen.

Auto-Abo: Daimler bietet Flexibilität

Einen ähnlichen Ansatz verfolgt auch Daimler mit seinem Premium-Paket. Im Internet heißt es dazu: "Am Wochenende ein Cabriolet, für den Familienurlaub einen SUV und für die Geschäftsreise eine Mercedes-Benz Limousine". Bis zu zwölfmal im Jahr kann man den Wagen wechseln, im Schnitt tauschen die Kunden aber nur siebenmal jährlich das Auto.

Das Angebot von Daimler umfasst ebenfalls alle anfallenden Kosten. "Unsere Kunden brauchen nur noch tanken",  sagt Mirjam Oßwald vom internen Start-up Lab 1886. Für das "Rundum sorglos Paket" würden bei einer A-Klasse 799 Euro im Monat fällig.

Auto-Abo: Lohnt sich das überhaupt?

Doch lohnt sich ein Auto-Abo überhaupt? Das ist von Fall zu Fall unterschiedlich. Für einen Fahranfänger besteht bei der Cluno-Kombination mit einem Opel Corsa Sparpotential. Für erfahrenere Autofahrer, die viel fahren, ist der Kauf nach wie vor die bessere Alternative. Allerdings entbindet das Auto-Abo vom Risiko eines Kaufs. Gerade bei größeren Investitionen sei das ein großer Pluspunkt.

*echo24.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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