Bessere Informationen zur Verkehrslage?

Neue Autobahn-App des Bundes startet: Konkurrenz für Google-Maps? Alle Fakten

Stau: Mit einer neuen App will die bundeseigene Autobahngesellschaft Autofahrer künftig besser vor Verkehrsbehinderungen warnen.
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Stau: Mit einer neuen App will die bundeseigene Autobahngesellschaft Autofahrer künftig besser vor Verkehrsbehinderungen warnen.
  • Christina Rosenberger
    VonChristina Rosenberger
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Für Autofahrer soll es künftig viel einfacher werden, auf deutschen Autobahnen Staus zu vermeiden - mit einer neuen App der bundeseigenen Autobahngesellschaft.

Die Sommerferien stehen in Baden-Württemberg in den Startlöchern - für viele Familien bedeutet das ab auf die Autobahn. Denn viele beliebte Urlaubsländer* kann man bequem per Pkw erreichen. Besonders mit Kindern ist per Auto zu reisen beliebt. Denn man kann häufig Rast machen, oft viel mehr Gepäck mitnehmen, als im Flugzeug oder der Bahn und sich die Reisezeit selbst einteilen. Wären da nicht die vielen Staus auf den Autobahnen...

Doch wie echo24.de* berichtet, will die Bundesregierung hier jetzt Abhilfe schaffen. Seit heute sollen Autofahrer über eine neue Service-App der bundeseigenen Autobahngesellschaft besser über die Verkehrslage ihrer Strecke informiert werden. Laut Deutscher Presse-Agentur dpa soll die Autobahn-App allerdings keine Konkurrenz zu Diensten wie Google Maps oder Waze sein, sondern eine Ergänzung.

Autobahn-App des Bundes: Was der neue Staumelder kann - und was nicht...

Einer der größten Vorteile der neuen Autobahn-App sollen exklusive Informationen zu Staulängen, Umleitungen oder Baustellen sein, die laut Hersteller „erstmalig gebündelt in einer Anwendung“ geliefert werden. Dazu sollen unter anderem Hunderte Webcams entlang der Autobahnen die Nutzer in Echtzeit darüber informieren, wie die Verkehrslage tatsächlich ist und auf wie viel Stau man sich als Reisender einstellen muss.

Außerdem sollen Nutzer besser über Umleitungen informiert werden und laut dpa auch darüber, wann Baustellen oder Unfallstellen wieder aufgelöst werden, wie beim sechsspurigen Ausbau der A6 bei Heilbronn. Hier wird am Wochenende ein Teil der Autobahnbrücke abgerissen*. Der Vorteil der Autobahn-App ist dabei: Die Autobahngesellschaft kommt nach eigenen Angaben als erste an die entsprechenden Informationen und gibt sie dann direkt über die App weiter - früher als etwa Google Maps die Daten hat.

Autobahn-App des Bundes: Eine wichtige Funktion fehlt - aus gutem Grund

Wie andere Apps auch, zeigt die Autobahn-App Staus entlang der Route an, bietet Informationen über Ladesäulen entlang der Strecke und zeigt an, wo es Park- und Rastplätze gibt. Außerdem sollen LKW-Fahrer nicht nur Infos über Parkplätze entlang der Route erhalten, sondern auch Daten darüber, ob es eine Dusche, einen Shop oder W-LAN gibt.

Was die App nicht kann, ist navigieren. In einem Papier der Autobahn GmbH heißt es: „Die Autobahn App ist keine Navigations-App und konkurriert somit nicht mit etablierten Navigationsanbietern.“ Allerdings kann man demnach seine Route in der Autobahn-App planen und sie dann an die Navigations-App, die man sonst auch verwendet, senden. In der Startversion werden die Dienste „Apple Karten“ und „Google Maps“ verfügbar sein.

Autobahn-App des Bundes: Datenschutz, Kosten, Kompatibilität

Eine gute Nachricht dürfte wohl sein, dass nutzerbezogene Standortinformationen laut Autobahn GmbH nur dann erhoben werden, wenn sich ein Nutzer für die Kartenansicht im Routen-Check orten lassen möchte. Außerdem ist die App demnach kostenlos und werbefrei und kann auf Endgeräten mit iOS oder Android-Betriebssystem verwendet werden. Sie ist eine Weiterentwicklung der Informations-App „Meine Autobahn“.

Möglich wurde die Autobahn-App übrigens nur durch eine Großreform der Autobahnen, die erst seit Anfang 2021 gilt. Bis zum Jahresende 2020 waren nämlich die Länder für den Betrieb, den Erhalt und den Ausbau der Autobahnen zuständig. Nun kümmert sich die Autobahn GmbH um alles und kann dadurch laut einer Pressemitteilung zügiger bauen und Staus vermeiden.

An der neuen Autobahngesellschaft hatte es in der Vergangenheit immer wieder Kritik gegeben. Unter anderem deshalb, weil die Kosten stiegen oder es Verzögerungen bei IT-Systemen gab. Doch nun können Regeln vereinheitlicht und Projekte aus einer Hand geplant werden - immerhin geht es um ein Autobahnnetz von 13.000 Kilometern. *echo24.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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