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So geht Audi mit dem Chip-Problem um – Lieferengpässe in der Auto-Branche

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Von: Dominik Jahn

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Zu wenig Halbleiter sorgen in der Automobilindustrie für Lieferprobleme. Audi hat sich zum Chip-Mangel und dem Umgang mit der Krise geäußert. Die Entwicklungen bleiben unvorhersehbar.

Der Chipmangel ist nicht erst seit gestern ein großes Problem in der Automobilindustrie. Ob Audi, Mercedes oder Porsche, alle stecken tief in der Energiekrise fest. Gegenüber echo24.de hat sich Audi jetzt dazu geäußert, wie man mit der aktuellen Situation umgeht und welche Auswirkungen man noch erwartet.

Bei Audi kämpft man, neben fehlenden Halbleitern, auch damit, dass man zuletzt einen wichtigen Zulieferer verloren hat. Für die Zukunft hat dann noch Vorstandsmitglied Hildegard Wortmann eine eher düstere Prognose abgegeben. Die erschreckenden Pleite-Aussagen hat der Konzern inzwischen auf Nachfrage der Redaktion eingeordnet. Doch was bleibt, sind Lieferprobleme.

Audi korrigiert seine Umsatz-Ziele für 2022 nach unten

Bereits im Juli 2022 gab es vom Manager Magazin eine wenig positive Aussicht: „Die Knappheit an Halbleitern wird laut einer neuen Studie noch bis 2024 anhalten und die Autoproduktion weltweit bremsen“. In der Tat musste Audi erst vor wenigen Wochen die Prognosen für dieses Jahr nach untern korrigieren - Milliarden-Verlust beim Umsatz.

Unternehmen:Audi
Hauptsitz:Ingolstadt
Gründung:16. Juli 1909, Zwickau
Dachorganisation:Volkswagen AG
CEO:Markus Duesmann (1. Apr. 2020–)

Einem Bericht des Allgemeine Deutsche Automobil-Clubs (ADAC) zufolge, „droht neben den Chipengpässen nun auch Knappheit bei Kabelbäumen – Millionen Autos können wegen fehlender Bauteile nicht rechtzeitig gebaut werden“. Das Problem: Chips haben ein Verfallsdatum und verursachen Lagerkosten. Es gibt daher kaum Lagerbestände. Ein Umstand, den uns Audi bestätigt.

Chipmangel bei Audi: So erklärt der Automobilhersteller die aktuelle Lage bei den Halbleitern

Dazu heißt es bei Audi: „Wir lagern Chips nicht selbst, sondern erhalten sie in Bauteilen und verbauen sie zeitnah. Entsprechend liegt die Lagerfähigkeit der Chips im Zuständigkeitsbereich der Zuliefererunternehmen“. Und der Nachschub dieser wichtigen Produktionsteile stockt und sorgt für Planungsprobleme beim Automobilhersteller: „Die aktuelle Versorgungssituation ist leider weiterhin von Unsicherheiten geprägt.“

Halbleiter

Laut Definition sind Halbleiter der Hauptbestandteil von Chips, die im Auto verbaut werden. Die Chips regeln dann unter anderem in Steuergeräten Antrieb und Fahr- oder Bremsverhalten. Halbleiter steuern so aber auch Airbags und Assistenzsysteme. Technisch handelt es sich um Komponenten für Mikrochips, die als Schaltkreise fungieren.

Doch neben der allgemeinen Versorgungsknappheit erschweren demnach „zusätzliche Umstände die reibungslose Aufrechterhaltung der weltweiten Lieferketten“. Als zusätzliche Umstände nennt Audi „zum Beispiel globale Maßnahmen und Beschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie“. Dazu heißt es beim Konzern: „Wir analysieren die Situation permanent sehr genau und stimmen uns eng mit unseren Partnern sowie innerhalb des Volkswagen-Konzerns ab, um flexibel reagieren zu können.“

Zu wenig Halbleiter: Audi setzt sich beim Chip-Mangel konkrete Ziele

In der problematischen Situation hat sich Audi nach eigenen Angaben die Priorität auf die „Abarbeitung des hohen Auftragsbestands“ gelegt. Audi: „Wann immer wir können, werden wir produzieren. Eine Entspannung der Lage hängt maßgeblich von der Versorgungssituation beziehungsweise der Halbleiterindustrie ab.“

Die Autobauer mit Unternehmensstandorten in Ingolstadt und Neckarsulm haben das Ziel, für Audi und den gesamten Konzern, „die Auswirkungen der globalen Halbleiterkrise auf die Produktion zu minimieren“. Man achte dafür auf eine intensive Zusammenarbeit mit den Zulieferern und den Bauelementherstellern sowie „markenübergreifend im Konzern“. Unternehmen wie Audi, Mercedes und Porsche werden sich aber erstmal mit dem Chip-Mangel abfinden müssen. Im Manager Magazin hieß dazu: „Wer eine frühere Entspannung schon im kommenden Jahr erwartet, übersieht, dass der Bedarf an Chips pro Fahrzeug steigt.“

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