Sie sollen Audi auf die Zukunft einstellen

Audi in Neckarsulm: Neue Vorstände im kommenden Jahr - bringen sie die Wende?

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Bei einer Informationsveranstaltung informiert der Betriebsrat über die Zukunft des Audi-Standorts in Neckarsulm.

Neckarsulm - Audi kämpft mit Problemen am Standort Neckarsulm. Jetzt kommen Neue in den Audi-Vorstand. Bringen sie die Wende?

  • Die Zukunft des Neckarsulmer Audi-Werks ist ungewiss - frischer Wind im Vorstand soll helfen.
  • Viele Mitarbeiter sind verunsichert, weil klare Perspektiven fehlen.
  • Einer der Streitpunkte ist die Produktion von Elektrofahrzeugen.

Audi: Drei neue Vorstände für 2020 

Update vom 21. November: Im Vorstand von Audi tut sich etwas. Im kommenden Jahr werden drei Neue in den Vorstandsreihen Platz nehmen. Auch eine Frau wird das Vorstandsteam bei Audi verstärken. Zum 1. März wird Dr. Arno Antlitz neuer Chief Financial Officer. Zuvor war er bei VW für die Erarbeitung und Umsetzung des Zukunftspakts sowie der Turnaround-Pläne in den Regionen zuständig. 

Am 1. April beginnt Dirk Große-Loheide seine Arbeit als Beschaffungsvorstand bei Audi. Er übernimmt den Posten von von Dr. Bernd Martens. Im VW-Konzern arbeitet Große-Loheide bereits seit 28 Jahren. Ebenfalls am 1. April tritt Dr. Sabine Maaßen ihren Dienst im Audi-Vorstand als Vorständin für Personal und Organisation an. Sie arbeitet momentan noch als Chief Human Resources Officer bei thyssenkrupp. Zuvor arbeitete sie im Vorstand der IG Metall

Neue Vorstände bei Audi: Welche Auswirkungen für Standort Neckarsulm? 

Wie sich die neue Personalie im Audi-Vorstand auf den Standort Neckarsulm auswirken wird, zeigt sich dann wahrscheinlich im kommenden Jahr. Vor allem bleibt die Frage weiterhin ungeklärt mit welchem Konzept dieZukunft des Audi-Standorts in Neckarsulm gesichert werden soll.

"Audi stellt sich neu für die Zukunft auf. Jetzt kommt es für den neuen Vorstandsvorsitzenden Markus Duesmann und sein zukünftiges Team darauf an, Vorsprung durch Technik zur unmissverständlichen Handlungsmaxime bei Audi zu machen. Dies muss der Anspruch der Audi-Führung sein", sagte Dr. Herbert Diess, Aufsichtsratsvorsitzender der Audi AG, zu der neuen Personalie.

Audi in Neckarsulm: Das ist der Stand in Sachen E-Autos

Update vom 20. November: Im Rahmen der gestrigen Veranstaltung des Betriebsrats am Audi-Standort Neckarsulm wurde deutlich, dass Mitarbeiter, Vertreter und auch Führung grundsätzlich die Zukunft im Ausbau der Elektromobilität sehen. Doch genau in diesem Punkt gab es zuletzt auch viel Verunsicherung, weil ein innovativer Weg fehlte. Stattdessen waren bereits getroffene Zusagen seitens des Vorstands wieder zurückgenommen worden. Den aktuellen Stand in Sachen E-Autos bei Audi in Neckarsulm hat der Betriebsrat deshalb nun noch einmal zusammengefasst.

"Ende 2017 wurden zwei volumenstarken E-Modelle für den Standort Neckarsulm zugesagt. Zwischenzeitlich wurde auf ein E-Modell reduziert", heißt es in einer Mitteilung im Nachgang zur Infoveranstaltung. Demnach wäre immerhin ein E-Auto ab 2021 in Neckarsulm produziert worden. Doch auch dieses habe der Vorstand von Audi Anfang 2019 in Frage gestellt.

Audi Neckarsulm: Plattformstrategie versus Elektromobilität?

Favorisiert wird vom Vorstand stattdessen laut Betriebsrat eine sogenannte Plattformstrategie. Hiernach würde der Standort Ingolstadt zukünftig E-Modelle produzieren, Neckarsulm dagegen nur Verbrennungsautos. "Ein für Neckarulm geplantes Verbrenner-Modell, das die derzeit schlechte Auslastung verbessern soll, käme frühestens 2023. Eine Verbesserung der Auslastung ist bis dahin nicht zu erwarten", erklärt der Betriebsrat aber die Befürchtungen, dass auch mit dieser Strategie keine langfristige Sicherung des Standorts gegeben sei.

Audi-Werkleiter Helmut Stettner geht dagegen davon aus, dass es "selbstverständlich" langfristig eine Elektrifizierung am Standort Neckarsulm geben wird. Auch in einem Gespräch zwischen Vorstand, Werks-, Personal- und Betriebsleitung mit den Oberbürgermeistern Harry Mergel (Heilbronn) und Steffen Hartwig (Neckarsulm) war dieser Plan und damit die Bedeutung von Neckarsulm für Audi auch zulünftig unterstrichen worden.

Audi: Neckarsulm tatsächlich Standort für vollelektrischen Audi e-tron GT?

Dort hatte es noch im Oktober in einer Pressemitteilung geheißen: "Bereits heute investiert die Marke in den Standort, der der erste deutsche ist, bei dem mit dem Audi e-tron GT ein vollelektrisches Auto vom Band laufe." Zudem sei Neckarsulm mit dem Kompetenzzentrum für die Weiterentwicklung der Brennstoffzelle als alternativem Antrieb und dem Leichtbau bereits heute ein Innovationstreiber im Volkswagen Konzern.

Dieses fortschrittliche Denken forderte der Betriebsrat auch gestern ausdrücklich, um nicht weiterhin hinter dem Trend herzuhinken. Diese bittere Erfahrung habe man bereits bei Geländewagen machen müssen, schreibt die Stuttgarter Zeitung. Auch hier ging Neckarsulm bislang leer aus, obwohl die Autos bei Kunden ganz oben auf der Wunschliste stünden.

Betriebsrat übt wegen Werk in Neckarsulm deutliche Kritik an Vorstand

Update vom 19. November: Bei einer Veranstaltung hat der Betriebsrat von Audi heute die Belegschaft über seine Sicht auf die Zukunft des Werks in Neckarsulm informiert. Der Betriebsrat übte dabei deutliche Kritik an der Führung von Audi und stellte klare Forderungen für eine sichere Perspektive der Mitarbeiter in Neckarsulm.

Rund 5.000 Beschäftigte nahmen laut einer Mitteilung des Audi-Betriebsrats an der Informationsveranstaltung am Standort Neckarsulm teil. Sie seien aufgrund von "Schichtstreichungen und offenen Modellentscheidungen seit Monaten verunsichert", erklärte der Betriebsratsvorsitzende von Audi, Rolf Klotz.

Audi Neckarsulm: Belegschaft wegen unklarer Zukunft verunsichert

Der Vorstand des Autokonzerns hatte Anfang 2019 bereits zugesagte Perspektiven für die Produktion in Neckarsulm wieder in Frage gestellt. Seitdem mehrte sich zuletzt die Beunruhigung um eine sichere Zukunft der 17.000 Beschäftigten. Eigentlich war vorgesehen, dass in Neckarsulm zukünftig zwei E-Modelle produziert werden sollten. Ob es dazu kommt, ist derzeit aber fragwürdig. Auch das eigentlich angepeilte Ziel von 300.000 gebauten Fahrzeugen im Jahr wird bereits das dritte Jahr in Folge um mehr als ein Drittel unterschritten.

Audi-Betriebsrat mit klaren Forderungen für Neckarsulm: "Brauchen Antworten"

"Wir brauchen endlich Antworten zur Perspektive des Standorts und Stabilität in unserem Unternehmen", betonte Klotz deshalb. Der Betriebsrat kämpfe für eine Verlängerung der Beschäftigungsgarantie und belastbare Vereinbarungen. Einen Personalabbau werde es, "wenn überhaupt, nur sozialverträglich" geben.

Parallel übte Klotz deutliche Kritik an den Zukunftsplänen des Audi-Vorstands. Die Ankündigung einer möglichen Absenkung der Werkkapazitäten sei völlig losgelöt von der aktuellen Auslastung in Neckarsulm zu betrachten, weil die Planungen des Vorstands erst in einigen Jahren gelten würden.

Audi Neckarsulm: Betriebsrat übt deutliche Kritik an Vorstand

Hierfür sei aber noch völlig unklar, wie der Automarkt dann insgesamt aussähe. "Damit steht für uns fest, dass es sich um reine Sparmaßnahmen ohne strategischen Weitblick handelt", erklärte Klotz. Die einzige Lösung für die Zukunft sieht der Audi-Betriebsrat demnach im "sofortigen Einstieg in die Elektromobilität", wie es in der Mitteilung heißt. "Anstelle von verstaubten Konzepten wie Personal- und Entgeltkürzungen brauchen wir Zukunftsperspektiven für die hiesigen Standorte und ihre Beschäftigten", bekräftigte auch Roman Zitzelsberger, Bezirksleiter der IG Metall Baden-Württemberg.

Neckarsulm: Streitpunkt E-Autos - Werkleiter hat kein Verständnis für "Schwarzmaler"

Nur mit Elektrifizierung könne demnach eine langfristige Perspektive geschaffen werden. Zitzelsberger sagte deshalb: "Wenn sich Unternehmen bereits zu Beginn der Transformation aus der Verantwortung stehlen, ist es die Aufgabe von Gewerkschaft und Beschäftigten, für einen gerechten Wandel einzustehen." Dass zuletzt im Bezug auf die Elektromobilität düstere Spekulationen kursierten, kann Audi-Werkleiter Helmut Stettner gegenüber echo24.de allerdings nicht nachvollziehen: "Selbstverständlich gehen wir hier am Standort davon aus, dass die Elektrifizierung langfristig erfolgen wird. Insofern habe ich keinerlei Verständnis für Schwarzmaler, die unseren Standort klein reden wollen."

Audi will den Standort in Neckarsulm erhalten - trotz rückläufiger Produktion.

Neckarsulm: Audi-Werk in Neckarsulm - Verhandlungen über Zukunft laufen

Update vom 18. November: Neckarsulm - Die Situation im Audi Werk in Neckarsulm ist weiter angespannt. Viele Mitarbeiter bangen um ihre Arbeitsplätze, wissen nicht, was die Zukunft für sie bringen wird. Bereits seit dem 12. November ist klar, dass die Nachtschicht Ende März eingestellt werden muss, wie echo24.de* berichtet. Ein drastischer Schritt. Denn: Eigentlich hatte Audi geplant die Nachtschicht im Frühjahr wieder zu verstärken, 500 Leiharbeiter wurden extra dafür angeworben. Die betroffene Nachtschicht soll in Neckarsulm auf die beiden Tagschichten sowie andere Unternehmensbereiche verteilt werden. Das Versprechen: Die Beschäftigungsgarantie bis 2025 gelte weiter. Doch während in Neckarsulm die Weihnachtsferien verlängert werden und die Produktion in dieser Zeit ruht, erhielten einige Audi-Mitarbeiter bereits Übernahmeangebote von Konzernschwester Porsche für das Werk in Zuffenhausen. Dieses ist durch die Produktion des elektrischen Porsche Taycan anscheinend bestens ausgelastet.

Bram Schot wird neuer Audi-Chef - Elektromobilität soll Zukunft sichern

Während das Neckarsulmer Werk um ein Happy-End bangt, wird in der Führungsetage fleißig gewechselt. Bram Schot muss seinen Posten räumen, für ihn übernimmt ab 1. April 2020 Markus Duesmann, der bis Juli vergangenen Jahres noch Mitglied des Vorstandes der BMW AG war. Klar ist nun auch: Bis 2029 sollen bis zu 75 reine E-Modelle und etwa 60 Hybridfahrzeuge am Markt sein. In Neckarsulm soll nun wohl die nächste Generation des A4 gebaut werden. Erst 2026/27 soll die zweite Generation des Q4 E-Tron in Neckarsulm gebaut werden.

Audi vor Riesen-Problem: Mit dieser Idee sollen Produktions-Standorte gerettet werden

Meldung vom 25. Oktober 2019: 15 Milliarden Euro bis zum Jahr 2022 einsparen - das ist der Plan des Autoherstellers Audi. Denn: Die deutschen Werke sind nicht mehr ausgelastet, 3,6 Prozent weniger Autos hat Audi 2019 verkauft als noch im Vorjahr. Deshalb sollen in den Werken Neckarsulm und Ingoldstadt weniger Autos gebaut werden. Die rückläufige Produktion ist beim Standort Neckarsulm besonders deutlich spürbar wie echo24.de* berichtet.

Hatte Audi zwischen den Jahren 2010 und 2016 pro Jahr weit über 200.000 Autos produziert, werden bis Ende dieses Jahres voraussichtlich nur rund 178.000 Fahrzeuge vom Band laufen. Damit ist die Stückzahl, die Audi in Neckarsulm produziert, auf das Niveau des Krisenjahres 2009 gesunken. Bereits in den Jahren 2017 und 2018 war die Zahl der produzierten Autos in Neckarsulm stark rückläufig. Das Audi-Werk in Neckarsulm sei allerdings auf eine Produktion von 300.000 Autos pro Jahr ausgelegt wie stimme.de erklärt.

Audi in Neckarsulm: Elektroautos für Zukunft des Standorts

Der Plan, in Neckarsulm zwei Elektrofahrzeuge zu bauen und so die rückläufige Produktion abzufedern, war im Frühjahr dieses Jahres jedoch wieder infrage gestellt worden. Bei einem Treffen des Audi-Vorstands und der Bürgermeister von Heilbronn und Neckarsulm Mitte Oktober wurde stark diskutiert, wie das Audiwerk zukunftssicher gemacht werden könne. Das teilte Audi in einer Pressemitteilung mit.

So soll der Audi e-tron GT, ein vollelektrisches Auto, in Neckarsulm vom Band laufen. Und auch im Kompetenzzentrum für die Weiterentwicklung der Brennstoffzelle stecke viel Potenzial für die Zukunft in Neckarsulm. Dazu kam das Versprechen des Audi-Vorstands: "Der Audi-Standort Neckarsulm wird auch in Zukunft ein wesentlicher Bestandteil des Unternehmens sein."

Audi setzt auf Elektro-Modelle - Standort Neckarsulm soll gesichert werden

Wie der SWR weiter berichtet, habe Audi genaue Vorstellungen, wie die Angestellten im Neckarsulmer Werk weiter beschäftigt werden können - spruchreif seien diese Pläne jedoch noch nicht. Eine Möglichkeit könnte sein, dass Audi bis zum Jahr 2025 rund 30 Elektro-Modelle auf den Markt bringen will. Damit will das Unternehmen künftig 40 Prozent seines Absatzes erwirtschaften.

*echo24.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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