Blutgerinnsel durch Corona-Impfung

32-Jährige stirbt in NRW nach AstraZeneca-Impfung – Zusammenhang bestätigt

  • Lisa Klein
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Im Zusammenhang mit einer Impfung des Vakzins von AstraZeneca ist eine 32-Jahre alte Frau im Kreis Herford verstorben. 

Eine 32-jährige Frau ist im Kreis Herford (Nordrhein-Westfalen) im Zusammenhang mit einer Corona-Impfung mit dem Vakzin der britischen Firma AstraZeneca verstorben, wie in einer Pressemitteilung des Landkreises bekannt gegeben wurde. Den Zusammenhang bestätigte nun ein abschließender Bericht des Instituts für Rechtsmedizin Münster. Die Frau verstarb bereits am 09. März, mehrere Tage nach der Covid-19-Impfung mit dem Wirkstoff von AstraZeneca.

Die Ergebnisse des Instituts für Immunologie und Transfusionsmedizin der Universität Greifswald zeigen, dass eine Immunreaktion auf den Impfstoff AstraZeneca zum Tod der Frau geführt hat. Die Todesursache war demnach eine Gerinnungsstörung mit Einblutung ins Gehirn.

Kreis Herford (Nordrhein-Westfalen): 32-Jährige im Zusammenhang mit AstraZeneca-Impfung gestorben

Nachdem das Kreis-Gesundheitsamt über den Tod der 32-Jährigen informiert wurde, hat dieses aufgrund des zeitlichen Zusammenhangs zwischen Tod und Impfung den Todesfall umgehend an das Landeszentrum Gesundheit (LZG NRW) und das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) weitergeleitet. Es wurde von der Staatsanwaltschaft Bielefeld eine Obduktion veranlasst, die die Todesursache noch nicht endgültig klären konnte. Darauffolgende Untersuchungen kamen nun zu dem Ergebnis, dass eine durch die Corona-Impfung hervorgerufene Gerinnungsstörung mit Einblutung ins Gehirn zum Tod geführt hat.

„Wir sind über den Tod der jungen Frau, die mitten aus dem Leben gerissen wurde, tief traurig. Mit der Impfung wollte sie sich selber und vor allem andere Menschen schützen. Unser tiefes Mitgefühl gilt den Angehörigen der Verstorbenen. Wir wünschen ihnen viel Kraft“, so Landrat Jürgen Müller.

Auch Krisenstabsleiter Markus Altenhöner ist tief betroffen: „Der Tod der jungen Frau hat mich und meine Kolleg*innen sehr hart getroffen. Die Planungen und der Betrieb rund um das Impfzentrum erfordern sehr viel Energie. Diese konnte ich daraus ziehen, dass wir vielen Menschen mit der Impfung das Leben gerettet haben. Jetzt ist eine Person wegen einer Impfung gestorben. Das geht nicht spurlos an uns allen vorüber. Aber ich frage mich viel mehr, wie es den Angehörigen gehen muss. Ihnen gilt mein aufrichtiges Beileid.“

Kreis Herford (Nordrhein-Westfalen): Todesfall im Zusammenhang mit einer AstraZeneca-Impfung bestätigt

Bislang wurden laut eines Berichts des Paul-Ehrlich-Instituts 59 Fälle von Sinus- und Hirnvenen-Thrombosen (SVT) nach einer Impfung mit Vaxzevria, wie die Corona-Impfung von AstraZeneca neuerdings heißt, gemeldet. Vor allem Frauen sind von den Sinus- und Hirnvenen-Thrombosen betroffen: Von den insgesamt 59 Meldungen betrafen 45 Meldungen Frauen im Alter von 20 bis 79 Jahren, 14 Meldungen betrafen Männer im Alter von 20 bis 70 Jahren. In zwölf der Fälle einer Sinus- und Hirnvenen-Thrombosen verstarben die Patienten – laut des Instituts waren es sechs Frauen und sechs Männern. Mit dem Tod der 32-Jährigen aus dem Kreis Herford im Zusammenhang mit einer Corona-Impfung, sind nun 60 Fälle von Hirnvenen-Thrombosen bestätigt und elf Todesfälle.

Britische Forscher behaupten neuerdings, Hirnvenenthrombosen treten bei einer Impfung mit dem Vakzin von Biontech und Moderna genauso häufig auf wie bei AstraZeneca. Eine Studie der Universität Oxford ist der Häufigkeit von Blutgerinnseln im Gehirn und der Leber im Zusammenhang mit Covid-19 und Impfungen gegen das Coronavirus nachgegangen. Das Ergebnis: Nach einer Corona-Impfung ist das Risiko eines Blutgerinnsels im Gehirn etwa zehnmal höher als unter normalen Umständen. Und das gilt nicht nur für den Vektorimpfstoff von AstraZeneca, sondern auch für die mRNA-Impfstoffe von Biontech und Moderna, berichtet ntv.de.

Laut des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) gab es in Deutschland bisher 89 Fälle von Thrombosen nach einer Impfung mit dem Vakzin von Biontech/Pfizer. Dasselbe gelte auch für Moderna. In sieben Fällen kam es zu einer Hirnvenenthrombose. In keinem der Fälle wurde einer Thrombozytopenie festgestellt. Anders war es bei AstraZeneca. Da trat die Kombination in 27 Fällen auf.

32-Jährige stirbt nach AstraZeneca-Impfung: Das ist die Ursache für die tödlichen Blutgerinnsel

Inzwischen haben Forscher die Ursache für die Hirnvenenthrombosen durch den AstraZeneca-Impfstoff gefunden: Wie der NDR berichtet, löst das Vakzin bei einigen Menschen einen Abwehrmechanismus aus. Bei der Untersuchung von Proben betroffener Patienten stellten die Experten fest, dass der Corona-Impfstoff die Blutplättchen – auch Thrombozyten genannt – aktiviert. An sich ist daran erst einmal nichts Ungewöhnliches: Wenn wir eine Wunde haben, gerinnt das Blut und die Blutplättchen verschließen die Verletzung – gefährlich wird es erst, wenn es keine Verletzung gibt.

Die Experten der Universitätsmedizin Greifswald haben nun herausgefunden, dass bei einigen Menschen durch die Impfung mit AstraZeneca dieser Mechanismus aktiviert wird, der zur Bildung von Blutgerinnseln im Gehirn führt. Die Forscher konnten zudem auch eine gezielte Behandlungsmöglichkeit entwickeln. Für Betroffene gibt es nun einen gezielten Wirkstoff, der bei einer auftretenden Thrombose verabreicht werden kann.


 

Rubriklistenbild: © Stefan Sauer/dpa

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