Keine Vertragsverlängerung nach Juni

Bald keine AstraZeneca-Impfungen mehr? Krasse Entscheidung der EU

  • Melissa Sperber
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Die Europäische Union verlängert ihren Vertrag mit AstraZeneca nicht über Juni hinaus! Dabei ist Impfstoff in vielen Impfzentren in Baden-Württemberg und Deutschland knapp.

Die Europäische Union (EU) will ihren Vertrag mit AstraZeneca nicht verlängern! Mitten in den Diskussionen um die seit heute (9. Mai) geltenden Lockerungen für Geimpfte in Deutschland und knappen Impfstoffe in Baden-Württemberg wird diese Meldung zur Hiobsbotschaft. Wie ntv berichtet, verzichtet die EU-Kommission „auf eine Verlängerung ihres Impfstoff-Liefervertrags mit Astrazeneca über Juni hinaus“. Das teilte Binnenmarktkommissar Thierry Breton mit. Der Grund: Ein Rechtsstreit mit dem Unternehmen wegen Lieferverzögerungen.

AstraZeneca hatte mehrmals Liefermengen an die EU gekürzt - während Großbritannien relativ problemlos mit dem Vakzin beliefert wurde. Die EU sieht darin einen Vertragsbruch und zog vor Gericht, AstraZeneca hält die Klage für unbegründet. Der Vertrag enthält eine umstrittene Klausel: Die Firma müsse „best reasonable efforts“ zur Erfüllung der Zusagen unternehmen - ins Deutsche zu übersetzen mit „alle vernünftigen Anstrengungen“. Die Verhandlung vor Gericht findet Ende Mai statt.

AstraZeneca: Keine Impfungen mehr? EU verlängert Vertrag nicht

Laut dpa erklärte Breton im Radiosender France Inter auf eine Frage zu AstraZeneca: „Wir haben die Bestellung nicht über den Monat Juni hinaus erneuert. Wir werden sehen. Wir schauen, was passiert.“ Das Corona-Vakzin von AstraZeneca hatte in den letzten Wochen mit negativen Schlagzeilen zu kämpfen. Das Problem: vereinzelt aufgetretene Hirnvenenthrombosen nach einer Impfung. Ein Rechner soll sogar das mögliche Thrombose-Risiko einer AstraZeneca-Impfung zeigen können.

EU-Binnenmarktkommissar Breton äußerte sich jedoch positiv zur Qualität des Impfstoffs des britisch-schwedischen Herstellers. „Das ist ein guter Impfstoff“, erklärte er. Trotzdem: Die EU-Kommission hatte erst am Samstag mitgeteilt, dass bis 2023 bis zu 1,8 Milliarden weitere Impfdosen von Pfizer/Biontech gekauft werden sollen.

Rubriklistenbild: © Robert Michael/dpa

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