Coronavirus und die Impfkampagne

AstraZeneca-Impfstoff: Risiken und Nebenwirkungen bekannt - Thrombose-Gefahr?

Ein Fläschchen des Impfstoffs von Astrazeneca vor einer Schachtel des Vakzins
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Der Impfstoff von AstraZeneca steht immer wieder wegen seiner Nebenwirkungen in der Kritik.
  • vonChristina Rosenberger
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Die Nebenwirkungen des Corona-Impfstoffs von AstraZeneca stehen immer wieder zur Diskussion. Welche Risiken und Nebenwirkungen sind offiziell bekannt?

Unter-60-jährige Menschen bekommen in Baden-Württemberg keine AstraZeneca-Impfung mehr - es sei denn, es ist ausdrücklich gewünscht und von einem Arzt abgesegnet. Diese drastische Maßnahme hat der Südwesten gestern (30. März) nach einer neuen Empfehlung der Ständigen Impfkommission ergriffen. Doch wie gefährlich ist der britisch-schwedische Vektorimpfstoff überhaupt?

Generell fallen die Impfreaktionen auf „Vaxzevria“, wie das AstraZeneca-Vakzin seit neuestem heißt, nicht heftiger aus, als beispielsweise bei den Präparaten von Biontech oder Moderna. Laut Paul-Ehrlich-Institut treten bei den mRNA-Impfstoffen sogar häufiger schwerwiegende Impfreaktionen auf, als bei AstraZeneca. Als schwerwiegende Reaktion gilt dabei jeder Verlauf, bei dem die betreffende Person im Krankenhaus behandelt werden muss, oder der als „medizinisch bedeutsam“ eingeordnet werden kann.

AstraZeneca-Nebenwirkungen: Das wissen wir über die Risiken des Corona-Impfstoffs

Demnach gab es bei Biontech und Moderna bisher über 15 Prozent an Impfungen mit „schwerwiegenden Reaktionen“, bei AstraZeneca beträgt der Anteil laut PEI lediglich 4,6 Prozent. Allerdings muss bei der Betrachtung dieser Zahlen beachtet werden, dass die mRNA-Impfstoffe bisher mehrheitlich bei viel älteren Personengruppen eingesetzt wurden, als bei AstraZeneca. Somit unterscheiden sich die geimpften Personen vermutlich auch hinsichtlich der Grunderkrankungen.

Impfstoff von:schwerwiegende Reaktionen in Prozent
AstraZeneca4,6%
Biontech16,5%
Moderna15,4%

Was die so umstrittenen Sinusvenen-Thrombosen angeht, die kürzlich in Deutschland für neun Menschen tödlich endeten, kann laut Paul-Ehrlich-Institut aktuell noch gar nicht abschließend gesagt werden, ob sie wirklich im Zusammenhang mit den AstraZeneca-Impfungen stehen. Die Fälle werden aktuell noch geprüft.

Corona-Impfstoff von AstraZeneca: Woher kommt die Sinusvenen-Thrombose?

Bis Montag (29. März) waren dem Paul-Ehrlich-Institut 31 Fälle von Sinusvenen-Thrombosen im Hirn im zeitlichen Zusammenhang mit einer Corona-Impfung mit AstraZeneca gemeldet worden. In 19 Fällen wurde zusätzlich eine Thrombozytopenie - also ein Mangel an Blutplättchen - bei den Patienten festgestellt. Bis auf zwei Fälle betrafen alle Meldungen über diese Komplikation Frauen zwischen 20 und 63 Jahren.

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach vermutet hinter dieser Komplikation, die wohl häufiger auftritt als ursprünglich vermutet, einen Mechanismus, den man auch beim Antithrombosemittel Heparin sieht. Auf Twitter erklärte er gestern (30. März), „Der Mechanismus ist wahrscheinlich eine Kreuzreaktion des Spike Proteins mit einem Heparinrezeptor[...].“

AstraZeneca-Nebenwirkungen: Kommen Sinusvenen-Thrombosen auch bei anderen Impfstoffen vor?

Vergleichbare Nebenwirkungen gibt es wohl, in viel geringerem Ausmaß, auch bei den anderen Impfstoffen. In seinem letzten Sicherheitsbericht schreibt das Paul-Ehrlich-Institut von zwei Fällen von Sinusvenen-Thrombosen, die nach der Impfung mit dem Biontech-Vakzin auftraten. Die Fälle betrafen eine 47-jährige Frau und eine weitere 86-Jährige. Keiner dieser beiden Fälle endete tödlich.

Generell berichten Experten, bei den Corona-Impfstoffen - und auch bei dem von AstraZeneca - gebe es nur selten schwere Komplikationen. Zum Vergleich in Zahlen: In Deutschland wurden bisher etwa 2,7 Millionen Menschen mit dem AstraZeneca-Impfstoff geimpft, die 31 Fälle der Geimpften mit Sinusvenen-Thrombosen machen 0,00115 Prozent aus.

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