Der neue britische Impfstoff

Corona-Impfstoff von AstraZeneca: Diese Nebenwirkungen der Impfung sind bekannt

Der erste Brite wurde bereits am Montag mit dem neuen Astrazeneca-Impfstoff geimpft. Doch welche Nebenwirkungen gibt es und was ist drin in dem neuen Corona-Impfstoff?

Der britische Impfstoff der Universität Oxford und des Pharmakonzerns Astrazeneca erhielt in Großbritannien eine Notfallzulassung*. Am Montag wurde bereits der erste Brite mit dem neuen Astrazeneca Impfstoff* geimpft, wie echo24.de* berichtet. „Ich freue mich so, heute die Covid-19-Impfung zu bekommen, und ich bin wirklich stolz, dass sie in Oxford erfunden wurde“, sagte Pinker laut einer Pressemitteilung

Die Universität Oxford und das Unternehmen Astrazeneca haben nun die Ergebnisse ihrer Impfstoffstudien in der englischen Zeitschrift The Lancet veröffentlicht. Die Ergebnisse könnten auf den ersten Blick für Angst sorgen: Innerhalb der Studie gab es auch einige Teilnehmer, die ins Krankenhaus eingewiesen werden mussten, und sogar Todesfälle aufgrund einer Corona-Erkrankung. Diese Personen waren allerdings Teil der Kontrollgruppe und erhielten nicht den Impfstoff, sondern ein Placebo.

So funktioniert der neue Impfstoff des Pharamkonzerns Astrazeneca

Der Impfstoff des Pharmakonzerns Astrazeneca funktioniert anders als der von Biontech*, Pfizer und Co. Der Astrazeneca-Impfstoff ist kein mRNA-Impfstoff*, er beruht auf der abgeschwächten Version eines Erkältungsvirus von Schimpansen. Es enthält genetisches Material eines Oberflächenproteins, mit dem der Erreger Sars-CoV-2 an menschliche Zellen andockt. Das Mittel wirkt zweifach: Es soll sowohl die Bildung von spezifischen Antikörpern als auch von T-Zellen fördern – beide sind für die Immunabwehr wichtig.

Was sind die Inhaltsstoffe des Astrazeneca-Impfstoffes?

Die britische Regierung hat auf ihrer Website den Beipackzettel des Astrazeneca-Impfstoffes veröffentlicht, um die Bürger über Risiken und Nebenwirkungen des Wirkstoffes zu informieren. Das sind die Inhaltsstoffe:

  • L-Histidin
  • L-Histidinhydrochlorid-Monohydrat
  • Magnesiumchloridhexahydrat
  • Polysorbat 80
  • Ethanol
  • Saccharose
  • Natriumchlorid
  • Dinatriumedetatdihydrat
  • Wasser

Laut Hersteller enthält eine 0,5 Milliliter-Impfdosis 5 x 10^10 Viruspartikel sowie Natrium und Alkohol. Die Natriumdosis ist so gering, dass der Impfstoff als natriumarm gilt und auch der Alkoholgehalt ist mit 0,0002 Milligramm Ethanol pro Impfdosis so gering, dass er keinen nachweisbaren Effekte hat. Das Wasser und das Natriumchlorid (Kochsalz) sorgen für ein ähnliches Milieu wie das, welches in der menschlichen Zelle herrscht.

Der britische Astrazeneca-Impfstoff: Das sind die Nebenwirkungen

Die Nebenwirkungen des Astrazeneca-Impstoffs unterscheiden sich kaum von den Nebenwirkungen des Impfstoffs von Biontech*. Folgende Nebenwirkungen sind laut Beipackzettel bisher bekannt:

  • Kopfschmerzen
  • Fieber
  • Schwächegefühl
  • Schwindel, Übelkeit, allgemeines Unwohlsein
  • Schmerzen, Blutergüsse, Wärme, Rötungen und Juckreiz an der Injektionsstelle
  • erhöhte Schmerzempfindlichkeit
  • Muskelschmerzen
  • Appetitlosigkeit
  • Anschwellen der Lymphknoten

Die Nebenwirkungen traten teilweise auch in einer hohen Intensität auf, sodass die Probanden mehrere Tage zu Hause bleiben mussten. Allerdings gingen die Nebenwirkungen nach wenigen Tagen wieder weg. Prinzipiell sind diese Nebenwirkungen ein positives Zeichen, dass das Immunsystem auf den Impfstoff reagiert.

Zum Vergleich: Das sind die bekannten Nebenwirkungen des Biontech/Pfizer-Impfstoffs

- Schmerzen an der Impfstelle: 66 bis 83 Prozent der Probanden - Müdigkeit: 34 bis 59 Prozent der Probanden - Kopfschmerzen: 25 bis 52 Prozent der Probanden - Muskelschmerzen: 14 bis 37 Prozent der Probanden - Schüttelfrost: 6 bis 35 Prozent der Probanden - Gliederschmerzen: 9 bis 22 Prozent der Probanden - Durchfall: 8 bis 12 Prozent der Probanden - Fieber: 11 Prozent der älteren Probanden, 16 Prozent der jüngeren Probanden

Von Ende Juli bis Mitte November wurden 44.820 Probanden untersucht, die Ergebnisse wurden im „New England Journal of Medicine“ veröffentlicht. Rund die Hälfte der Testpersonen erhielt den Impfstoff zweimal, der Rest ein Placebo ohne Wirkung.

Fehlerhafte Studie: Ist der Astrazeneca-Impfstoff doch wirksamer als zuerst gedacht?

Der britische Impfstoff der Firma Astrazeneca soll laut einer ersten Pressemitteilung nur eine Wirksamkeit von rund 70 Prozent haben – also deutlich weniger als die mRNA-Impfstoffe von Biontech und Pfizer, welche laut Studien zu 90 Prozent wirksam sind. Das Ergebnis, dass der neue Astrazeneca-Impfstoff nur zu 70 Prozent wirkt, soll allerdings falsch sein.

In einer Gruppe, die versehentlich bei der ersten Impfung nur die halbe Dosis bekommen hatte, lag die Wirksamkeit statt bei nur 70 bei 90 Prozent. Eigentlich paradox, da logisch betrachtet eher andersherum eine stärkere Wirkung erwartet werden würde. Warum der Astrazeneca-Impfstoff bei halber Dosis besser wirkt, ist noch unklar.

Zu der fehlerhaften Dosierung kam es durch einen Messfehler. In der Gruppe, die nur die halbe Dosis erhielt, waren allerdings nur 2.700 Probanden. Daher sind die Ergebnisse bisher nicht eindeutig und der Bereich groß, in welchem sich die Wirksamkeit des britischen Impfstoffes derzeit bewegt: zwischen 67 und 97 Prozent. Daher sollen weitere Forschungen für ein genaueres Ergebnis durchgeführt werden.

Astrazeneca-Impfstoff soll Ausbreitung des Coronavirus verhindern

Die Teilnehmer der Studie haben zudem regelmäßig selbst zu Hause Corona-Abstriche vorgenommen und eingesendet. So konnten die Forscher feststellen, dass der Astrazeneca-Impfstoff nicht nur eine Erkrankung mit dem Coronavirus verhindert, sondern wohl auch die Weiterverbreitung. Ob eine geimpfte Person weiterhin ansteckend ist, wurde bei den anderen Impfstoffen bisher noch nicht untersucht.

Auch in Deutschland soll der Astrazeneca-Impfstoff ebenfalls zugelassen werden. Die Zulassung von weiteren Impfstoffen in der EU trägt dazu bei, dass in kürzerer Zeit mehr Menschen geimpft werden können* und eine Herdenimmunität entsteht. Bisher ist der Impfstoff in Deutschland noch nicht zugelassen. Deutschland hat sich im Rahmen einer EU-Bestellung aber bereits vorab rund 56,2 Millionen Dosen des Impfstoffes von Astrazeneca gesichert. Ein Termin, wann die EU-Arzneimittelbehörde EMA das Mittel freigibt, ist noch nicht bekannt. *echo24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Moderna

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