Kinder-Drama nach Fehleinschätzung

Arzt schickt 3-Jährige mit Verdacht auf Magen-Darm heim - kurz darauf ist sie tot!

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Die dreijährige Harper aus Schottland wurde mit einer leichten Magenverstimmung nachhause geschickt, doch kurz darauf war sie tot. 

Eine Dreijährige in Schottland wurde mit Ausschlag, Fieber und Halsschmerzen in ein Krankenhaus eingeliefert. Weil es ihr nach ein paar Stunden besser ging, wurde das Mädchen entlassen. Kurz darauf war sie tot.

Bo‘ness/Schottland - Weil die dreijährige Harper A. plötzlich an Ausschlag, Durchfall, Fieber und Halsschmerzen litt, brachte Lori M. (34) aus Bo‘ness in Schottland ihre Tochter am 7. März 2019 in die Notaufnahme eines Krankenhauses. Als es dem kleinen Mädchen nach ein paar Stunden aber wieder besser ging, schickte sie der behandelnde Arzt nachhause. Es würde sich nur um eine leichte Magenverstimmung handeln. Lori M. vertraute dem Arzt aus dem Forth Valley Royal Hospital in Larbert bei Falkirk, doch sie ahnte nicht, dass der Arzt eine krasse Fehleinschätzung abgegeben hatte. Mit fatalen Folgen für ihre dreijährige Tochter Harper, wie extratipp.com* berichtet.

Dreijährige wird von Ärzten nachhause geschickt - kurz danach ist sie tot

Am nächsten Tag (8. März 2019) ging es dem dreijährigen Mädchen wieder deutlich schlechter. Weil sich am Nachmittag die Lippen von Harper A. blau färbten, rief Mutter Lori M. erneut im Forth Valley Royal Hospital in Larbert bei Falkirk an. Doch dort riet man der 34-Jährigen, erstmal den Hausarzt aufzusuchen. Doch im Wartezimmer folgte der Schock - Harper A. brach in den Armen ihrer Mutter zusammen. Das dreijährige Mädchen wurde sofort ins Krankenhaus und dort in den OP gebracht. „Ihr Zustand hat sich so schnell verschlechtert. Ich konnte nicht glauben, dass dies vor mir geschah“, sagt Lori M. gegenüber der Scottish Daily Mail.

Dreijähriges Mädchen bricht in den Armen der Mutter im Wartezimmer zusammen

Harper A. sei gefährlich krank. Sie habe einen roten Ausschlag auf dem Rücken und einen schwarzen Ausschlag auf Gesicht und Armen bekommen, bekam die 34-jährige Mutter von den Ärzten gesagt. Harper A. wurde deshalb in ein künstliches Koma versetzt. Ein Spezialistenteam kämpfte rund 45 Minuten um das Leben des dreijährigen Mädchens - vergeblich. 

Zwei Stunden nachdem Harper A. am 8. März 2019 ins Forth Valley Royal Hospital in Larbert bei Falkirk eingeliefert wurde, musste sie für tot erklärt werden. „Sie nahm ihre Sauerstoffmaske ab und sagte als letztes zu mir: ‘Mama, das gefällt mir nicht. Ich möchte nach Hause gehen‘“, so Lori M. zur Scottish Daily Mail. Ihr Bruder Cayden habe nicht einmal die Gelegenheit gehabt, sich zu verabschieden, fügt die 34-jährige Schottin an.

Die dreijährige Harper A. aus Schottland starb, weil die Ärzte sie mit einer Magenverstimmung nachhause schickten und eine Sepsis nicht erkannten. 

Dreijährige stirbt in Schottland an Sepsis - Ärzte gaben fatale Fehleinschätzung ab

Doch wie konnte es zu diesem Kinder-Drama kommen? Als die dreijährige Harper Durchfall hatte, entdeckte Lori M. auf dem Bauch ihrer Tochter einen Ausschlag. Sie befürchtete eine Meningitis-Erkrankung und rief einen Krankenwagen. „Der Ausschlag hat mich in Panik versetzt. Ich wusste, dass jede Minute zählt, aber sie reagierte immer noch“, so die 34-Jährige zur Scottish Daily Mail

Im Krankenhaus vermuteten die Ärzte schließlich eine Harnwegsinfektion, da die dreijährige Harper viel Wasser getrunken hatte. Als der Hautausschlag nach ein paar Stunden verblasste, wurde das Mädchen jedoch nachhause geschickt. Die Ärzte vermuteten aufgrund des Durchfalls eine leichte Magen-Darm-Grippe. Doch am nächsten Tag zeigte sich, dass die Ärzte im Forth Valley Royal Hospital falsch gelegen hatten. Harper A. starb an einer Sepsis.

Dreijähriges Mädchen zeigte Sepsis-Symptome - Forth Valley Royal Hospital bezieht Stellung

Das dreijährige Mädchen zeigte zudem viele Symptome einer Sepsis. Der lebensbedrohliche Zustand entsteht, wenn der Körper eine Infektion bekämpft, durch seine Abwehrreaktionen aber die eigenen Gewebe und Organe schadet. Wird dieser Zustand nicht schnell genug behandelt, verläuft eine Sepsis tödlich. Harper A. zeigte jedoch frühzeitig viele Symptome einer Sepsis. Die Dreijährige litt an Fieber, Hautausschlag, einer Gastroenteritis (Magen-Darm-Grippe) und Durchfall. Trotzdem gaben die Ärzte des Forth Valley Royal Hospital eine Fehleinschätzung ab. Deshalb bezog das Krankenhaus nun Stellung.

Das Forth Valley Royal Hospital untersuche die Umstände von Harpers Tod. Eine Sprecherin zur Sun: „Wir führen eine vollständige interne Überprüfung der Betreuung und Behandlung dieses kleinen Mädchens durch und werden alle Erkenntnisse mit den Mitarbeitern vor Ort und der Familie des Kindes teilen. Das Forth Valley Royal Hospital unterstützt das schottische Patientensicherheitsprogramm, das darauf abzielt, die Identifizierung und Behandlung von Sepsis bei einer Vielzahl von Angehörigen der Gesundheitsberufe zu verbessern.“ Auf der Spendenplattform JustGiving kamen derweil fast 5000 GBP für die Familie zusammen, etwa 5500 Euro. 

Dreijährige stirbt nach Fehleinschätzung: Das ist die Kleinstadt Bo‘ness in Schottland

Für gewöhnlich geht es in dem beschaulichen Bo‘ness in Schottland eher ruhig zu. Die Kleinstadt mit rund 15.000 Einwohnern, die 25 Kilometer westlich der Hauptstadt Edinburgh und am Fluss Forth liegt, zählte Anfang des 18. Jahrhunderts noch zu den wichtigsten Handelshäfen in Schottland. Mittlerweile hat Bo‘ness aber deutlich an Bedeutung verloren, was vor allem auf den Zusammenbruch des Tabakhandels und den damit verbundenen Niedergang des Hafens zurückzuführen ist.

Nag

Krass: 60 Gaffer behindern Sanitäter am Unfallort – "es wurden immer mehr", wie extratipp.com* berichtet.

*extratipp.com ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

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