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Wann das RS-Virus gefährlich wird: Arzt erklärt, worauf Eltern achten müssen

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Von: Juliane Reyle

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Kinderkliniken sind überfüllt und das RS-Virus ist in aller Munde. Eltern fühlen sich mit der Krankheit ihrer Kinder oft alleine gelassen, weil nicht getestet wird. Doch die Bestimmung des Virus spielt gar keine Rolle.

Die Kinderarztpraxen sind derzeit ebenso überlaufen wie die Kinderkliniken. Das RS-Virus ist im Umlauf. Dennoch raten Ärzte, sich nicht durch den Namen des Virus verrückt zu machen, sondern den Krankheitsverlauf der Kinder zu beobachten. „Ein bisschen Husten und Schnupfen in dieser Zeit ist normal“ meint Dr. Till Reckert, Arzt einer Gemeinschaftspraxis für Kinder- und Jugendmedizin sowie Pressesprecher des Berufsverbands für Kinder- und Jugendärzte. Er erklärt, warum das Testen des Virus bei Erkrankung überhaupt nicht relevant ist.

An der Atmung lässt sich der Schweregrad der Erkrankung erkennen: Bestimmung des Virus nicht relevant

An welchem Virus die Kinder leiden, wenn sie erkrankt sind, spiele keine Rolle. Eltern sollen das Wort „RS-Virus“ aus ihren Köpfen streichen und ihrer Kinder beobachten: besonders die Atmung. „An der Art, wie die Kinder zwischen dem Husten atmen“ lässt sich erkennen, wie schwerwiegend die Erkrankung ist, erklärt Dr. Reckert.

Er meint damit nicht eine Schnupfnase, sondern eine „schwerwiegende Erkrankung der Bronchien und/oder Lungen“. Deshalb seien auch die Intensivstationen derzeit überlaufen, weil eine Vielzahl von Atemwegserkrankungen aktuell „nach unten rutscht“. Dann kommt es zu dem Fall, den Dr. Reckert beschreibt und die Kinder bekommen schlecht Luft, öffnen ihren Mund und benötigen Sauerstoff.

Ob die Kinder nun an Grippe, Corona-Virus oder RS-Virus leiden ist dabei vollkommen irrelevant. „Im Prinzip kann jedes Virus zu schwerwiegenden Folgen führen“, sagt Dr. Reckert. Ein erkranktes Kind wird in der Praxis nach dem Schweregrad seiner Krankheit beurteilt und dabei achten auch die Ärzte auf die Atmung. Es ist wichtig, sich um die Symptome zu kümmern, nicht um die Bestimmung der Virusart.

„Niemand wird allein gelassen, weil er nicht getestet wird“: RS-Virus Test spielt keine Rolle

Durch das Ausbleiben von Tests, wenn ihre Kinder erkrankt sind, fühlen sich viele Eltern alleingelassen. Doch Dr. Reckert erklärt: „Niemand wird allein gelassen, weil er nicht getestet wird.“ Das Testen spielt für die Weiterbehandlung oder Genesung der Kinder keinerlei Rolle.

Erhält das Kind jedoch aufgrund einer Virus-Erkrankung ein Antibiotikum, so „handelt es sich dabei um einen ärztlichen Behandlungsfehler“, denn Virus-Erkrankungen werden nicht mit Antibiotika behandelt. Antibiotika kann gegen Bakterien eingesetzt werden – nicht gegen Viren.

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