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Künstliche Intelligenz: Aldi geht radikalen Schritt – erste Filiale ohne Kasse

  • Lisa Klein
    VonLisa Klein
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Um künftig lange Warteschlangen zu vermeiden und das Einkaufen zu erleichtern, geht Aldi Nord einen krassen Schritt: In Utrecht öffnet die erste Filiale ohne Kasse.

Aldi Nord setzt Anfang 2022 in den Niederlanden auf ein neues Ladenkonzept. Dort testet der Discounter unter realen Bedingungen, wie mittels Künstlicher Intelligenz (KI) der Einkauf für Kunden einfacher, angenehmer und vor allem zeitsparender gemacht werden kann. Im Fokus steht dabei, dass vor allem lange Schlangen an der Kasse künftig der Vergangenheit angehören sollen, wie *echo24.de berichtet. Aldi Nord geht dafür einen radikalen Schritt – und verzichtet auf Kassen.

Bezahlt werden muss die Ware natürlich trotzdem. Aber wie soll das funktionieren? Eine Filiale ohne Kasse? Das neue Kassen-Konzept soll in einem neuen Aldi Markt in der Innenstadt von Utrecht ab Anfang 2022 getestet* werden, wie *24hamburg.de berichtet. „Hierfür nutzen alle Kundinnen und Kunden lediglich beim Ein- und Auschecken den QR-Code einer Kunden-App. Alles andere erledigen Sensoren in den Regalböden sowie die im Store eingesetzte Kameratechnik, die alle Einkaufsbewegungen im Markt erfasst und dem richtigen Kunden zuordnet“, heißt es in einer Pressemitteilung von Aldi Nord. Klingt ganz schön kompliziert.

Künstliche Intelligenz: Aldi geht radikalen Schritt, um Warteschlangen zu vermeiden

Eine schnelle Kommunikation mit der Kunden-App ermöglicht schließlich einen komplett kontaktlosen und automatischen Bezahlvorgang beim Verlassen des Marktes. In der App haben Kunden die Möglichkeit, ihre Einkaufshistorien zu verwalten, notwendige Erstattungen zu beantragen oder Feedback zum Einkauf abzugeben. „Digitalisierung muss unsere Kernstrategie unterstützen und den Einkauf für unsere Kunden noch einfacher machen“, sagt Kashif Ansari, Chief Strategy Officer bei ALDI Einkauf SE & Co. oHG. 

Aldi Nord beteuert in der Pressemitteilung, dass datenschutzrechtliche Standards eingehalten werden sollen. Gesichtsdaten sollen „direkt herausgefiltert und nicht verarbeitet werden“. Um möglichst viele Erkenntnisse zu gewinnen, werden laut Aldi in dem neuen Store in Utrecht mehr Mitarbeitende eingesetzt, statt weniger – obwohl es keine Kassen gibt.

Künstliche Intelligenz bei Aldi – zahlen per App statt an der Kasse

Der zwölfmonatige Test unter Realbedingungen in einer der rund 500 ALDI Filialen in den Niederlanden soll einerseits zeigen, inwieweit der automatische Bezahlvorgang für Kunden und Mitarbeitende die Prozesse vereinfacht. Anderseits sollen sich wichtige Erkenntnisse zu künftigen Einsatzmöglichkeiten der Technologie im Discounter ergeben.

Aldi

Aldi zählt zu den zehn größten Einzelhandelsgruppen weltweit und setzt sich aus den zwei separaten Unternehmensgruppen Aldi Süd (Sitz in Mülheim an der Ruhr) und Aldi Nord (Sitz in Essen) zusammen. Neben Hauptwettbewerber Lidl gelten die beiden Aldi-Gesellschaften zusammengenommen mit ihren 11.235 Filialen Ende 2019 als größter Discounter der Welt.

Unterstützt wird der Discounter bei dem Teststore in Utrecht von der Firma Trigo. Das Technologieunternehmen entwickelt KI-gestützte Infrastruktur für Einzelhandelsgeschäfte: „Wir sind sehr stolz darauf, mit ALDI zusammenzuarbeiten, weil die Marke für Innovation im Lebensmitteleinzelhandel steht. Dank der eingesetzten Technologie im Markt können die Kundinnen und Kunden bequem einkaufen, während ALDI einen besseren Überblick bei der Warenverfügbarkeit erhält“, erklärt Michael Gabay, Co-Founder und CEO von Trigo.

Künstliche Intelligenz gewinnt immer mehr an Bedeutung und kann den Alltag in vielen Bereichen erleichtern. Die Stadt Heilbronn hat in diesem Jahr einen wichtigen Standortwettbewerb gewonnen und erhält den Zuschuss für einen „KI-Campus“ – einem Innovationspark für Künstliche Intelligenz. 50 Millionen Euro werden vom Land in das Zukunftsprojekt investiert. *echo24.de und 24hamburg.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © ALDI Nord

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