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Affenpocken: Übertragung, Symptome und Gefahr des Virus

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Von: Julia Thielen

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Affenpocken gelten als seltene Krankheit, die von Tieren auf den Menschen übertragen wird. Alle Informationen zu Symptomen, Verlauf und Gefahr des Virus:

Seit 1970 existiert der Begriff Affenpocken. Damals wurde die Infektionserkrankung erstmals bei einem neun Monate alten Jungen in der Demokratischen Republik Kongo identifiziert. Seitdem wurden immer wieder Fälle der Erkrankung in afrikanischen Ländern gemeldet. 2003 kam es zum ersten Nachweis von Affenpocken außerhalb Afrikas. Vereinzelte Fälle gab es daraufhin immer wieder. Im Mai 2022 kam es allerdings zu einem äußert ungewöhnlichen Ausburchsgeschehen in Europa und Nordamerika. Seitdem erhält das Virus eine hohe Aufmerksamkeit. echo24.de beantwortet die wichtigsten Fragen rund um die Krankheit.

KrankheitAffenpocken/Affenpocken-Virus
Ausbruch in Europaab Mai 2022
Erster Fall in Deutschland19. Mai 2022
Symptomeplötzliches Fieber, Hautveränderungen

Affenpocken: Was ist das überhaupt?

Affenpocken sind eine seltene Viruserkrankung. Sie wird von Tieren auf Menschen übertragen. Der Name ist allerdings verwirrend. Zwar können auch Affen die Erkrankung bekommen, die Übertragung geschieht vermutlich aber vor allem von Nagetieren, wie das Robert-Koch-Institut (RKI) erklärt.

Affenpockenviren sind vor allem in West- und Zentralafrika verbreitet. Sie lösen eine pockenähnliche Erkrankung aus, die in der Regel einen milden Verlauf hat, aber im schlimmsten Fall auch tödlich enden kann. Eine Ansteckung von Mensch zu Mensch gilt als selten, ist aber möglich.

Affenpocken: So wird das Virus übertragen

Steckt sich ein Mensch mit Affenpocken an, so geschieht dies vor allem durch den Umgang mit dem Fleisch erkrankter Tiere. Auch eine Übertragung durch den Kontakt mit Blut, Gewebe oder Ausscheidungen infizierter Tiere, vor allem verschiedener Nager, ist möglich.

Eine Übertragung auf andere Menschen kann nur bei sehr engem Kontakt mit Körperflüssigkeiten oder Schorf der Affenpocken-Patienten geschehen - „vermutlich auch im Rahmen von sexuellen Handlungen“, heißt es vom RKI. Auch eine äußerst seltene Übertragung bereits in der Vorphase der Krankheit sei möglich. Dann geschehe dies durch „ausgeschiedene Atemwegssekrete“ bei engem Kontak der Gesichter (zum Beispiel bei Gesprächen).

Affenpocken-Virus: Inkubationszeit und Symptome der Krankheit

Einmal infiziert, kann der Ausbruch von Affenpocken vergleichsweise lang dauern. Die Inkubationszeit beträgt ein bis drei Wochen. Das begünstigt leider eine schnelle Verbreitung, weil Betroffene unter Umständen erst spät bemerken, dass sie sich angesteckt haben.

Folgende Symptome können bei einer Ansteckung auftreten:

Mit Affenpocken angesteckt: So verläuft die Krankheit

Nach den ersten Symptomen entwickelt sich der bei Affenpocken typische Hautausschlag. Wie das RKI berichtet, trete dieser oft zunächst im Gesicht auf, anschließend seien auch andere Körperpartien betroffen. Bei den im Mai 2022 zuerst ausgebrochenen Erkrankungen sei der Beginn des Ausschlags bei einigen Fällen aber auch im Genitalbereich berichtet worden.

In der Regel nimmt die Krankheit einen milden Verlauf. Die Bläschen und Pusteln verkrusten und fallen ab. Innerhalb weniger Wochen würden sich die meisten Patienten vollständig erholen. Es können allerdings Narben - ähnlich wie bei Windpocken beispielsweise - zurückbleiben.

Wie gefährlich sind Affenpocken?

„Insgesamt ist die Prognose als günstig zu bewerten“, erklärt das RKI. Doch in seltenen Fällen können Affenpocken für ihren Träger auch gefährlich werden und sogar tödlich enden. Besonders Kinder unter 16 Jahren sind davon bedroht.

In der Vergangenheit beobachteten Experten bei einer Infektion mit der zentralafrikanischen Virusvariante der Pocken eine Fallsterblichkeitsrate von bis zu 11 Prozent.

Affenpocken: Wie kann ich mich vor einer Ansteckung mit dem Virus schützen?

Wer in von Affenpocken besonders betroffene Regionen reist, sollte den Kontakt und Verzehr von potenziell infizierten Tieren (Nager, Affen) unbedingt meiden. Um eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung zu vermeiden, gilt es insbesondere bei Erkrankten, Hygienemaßnahmen zu beachten.

Ansonsten helfen die grundsätzlichen Maßnahmen, wie gegen das Coronavirus, bei der Vorbeugung: Abstand und Hygiene. In der EU gibt es zudem einen zugelassenen Pocken-Imstoff. Der soll laut RKI auch vor den Affenpocken schützen. Allerdings sind nur wenige Menschen damit geimpft, weil das Virus in Europa eigentlich als ausgestorben galt.

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