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Erster Affenpocken-Patient in Deutschland bestätigt - „in Einzelfällen tödlich“

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Von: Julia Thielen

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Affenpocken wurden bei einem Patienten nun erstmals auch in Deutschland nachgewiesen. Panik sei nicht begründet.

Erst das Coronavirus, jetzt Affenpocken? Die Antwort muss klar lauten: nein. Denn auch wenn seit Tagen Fälle mit Viruserkrankung auftreten, ist die Krankheit nicht mit dem noch immer neuartigen Corona vergleichbar. Es sei daher nicht nötig, in Panik zu verfallen, erklären Experten. Dennoch beunruhigt das Auftreten der Infektionskrankheit. In Einzelfällen kann sie einen extrem schweren Verlauf haben.

Am Donnerstag hatte das Institut für Mikobiologie der Bundeswehr in München bei einem Patienten mit charakteristischen Hautveränderungen das Virus zweifelsfrei nachgewiesen. Das teilte der Sanitätsdienst der Bundeswehr mit. Die Anzeichen auf der Haut sind ein erstes Warnzeichen für eine Ansteckung. Es ist damit der erste Fall von Affenpocken in Deutschland.

KrankheitAffenpocken/Affenpocken-Virus
Ausbruch in Europaab Mai 2022
Erster Fall in Deutschland19. Mai 2022
Symptomeplötzliches Fieber, Hautveränderungen

Affenpocken: Erster Patient in Deutschland bestätigt - „im Einzelfall tödlich“

In den vergangen Tagen waren in mehreren westlichen Ländern einige Fälle der dort eigentlich sehr selten auftretenden Infektionskrankheit nachgewiesen worden. Grundsätzlich ruft das Affenpocken-Virus aber meist nur recht milde Symptome hervor. Schwere Verläufe sind aber möglich. Der Charité-Infektiologe Leif Sander beschrieb die Affenpocken bei Twitter als weniger krankmachend als die Pocken, es sei aber „dennoch eine ernste und in Einzelfällen tödliche Erkrankung“.

Angesichts des Auftretens von Affenpocken in mehreren Ländern, die teils schwule Männer betreffen, warnt die Deutsche Aidshilfe vor falschen Schlussfolgerungen und Stigmatisierung. Laut Robert-Koch-Institut gehören sexuelle Handlungen zu einem der möglichen Übertragungswege.

Affenpocken: Angst vor Stigmatisierung wie bei HIV hoch

„Natürlich gibt es bei den Affenpocken oberflächliche Ähnlichkeiten zu HIV damals - es ist wieder eine Erkrankung aus Afrika, die auch schwule Männer betrifft. Aber in vielen anderen Punkten passt der Vergleich nicht“, sagte Aidshilfe-Sprecher Holger Wicht der Deutschen Presse-Agentur.

Das Virus, das die Affenpocken auslöst, sei im Unterschied zu HIV in den 80er Jahren länger bekannt, zudem heile die Erkrankung von selbst aus. „Uns ist sehr wichtig, dass hier nicht Panik und unangemessene Ängste entstehen.“ Es gebe bei der Einschätzung der Krankheitsschwere aber auch noch Ungewissheiten: etwa wie gut Immungeschwächte - dazu können zum Beispiel auch langjährig unbehandelte HIV-Infizierte zählen - die Erkrankung verkraften.

Affenpocken: Mit Vernunft statt Panik

Nach der Erfahrung mit HIV fürchte man die Stigmatisierung schwuler Männer und von Menschen aus Afrika, sagte Wicht. Er erinnerte auch an die Ausgrenzungen und Schuldzuweisungen zu Beginn der Corona-Pandemie, die sich gegen Menschen aus Asien richteten - und gegen Menschen, die als asiatisch wahrgenommen wurden.

Wicht betonte, man wolle das Thema ähnlich wie bei anderen sexuell übertragbaren Infektionen mit Vernunft und Aufklärung statt Angst angehen. Eine Ansprache und Information der Zielgruppe erfolge in Abstimmung mit dem Robert Koch-Institut.

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