Rekord-Inzidenz in Deutschland

3G am Arbeitsplatz soll kommen – es gibt aber ein großes Problem

  • Anna-Maureen Bremer
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Die Corona-Zahlen sind auf Höchststand seit Beginn der Pandemie. Nun will die Regierung die 3G-Regel am Arbeitsplatz – aber es gibt einen Haken.

Nein, es nimmt kein Ende. Die Corona-Pandemie bringt aktuell mehr Infektionen hervor denn je. Sorglose Vor-Weihnachtszeit? Nicht in Sicht. Stattdessen müssen sich Menschen an vielen Stellen wieder auf Einschränkungen und harte Maßnahmen einstellen. Auch am Arbeitsplatz könnte sich bald flächendeckend einiges ändern. Die Bundesregierung möchte die 3G-Regel verpflichtend einführen.

Ist das umsetzbar? Der SWR berichtet, dass die neugebildete Ampelregierung ein Gesetz durchbringen will, welches festlegt, dass auch am Arbeitsplatz nur noch Menschen, die gegen das Coronavirus geimpft, getestet oder davon genesen sind, Zutritt bekommen. Die Umsetzung einer 3-Regel soll helfen, die explodierenden Infektionszahlen endlich wieder eindämmen zu können.

3G am Arbeitsplatz: Kommen jetzt mehr Einschränkungen für alle?

Möglich ist das schon - Italien und Österreich machen‘s vor; dort gilt die 3G-Regel am Arbeitsplatz bereits. In Deutschland hat sie allerdings eine große Hürde: den Datenschutz. Natürlich wirft der Vorschlag über eine gesetzliche Regelung eine Frage auf: Was darf mein Arbeitgeber über mich wissen? Der SWR schreibt: „Die Gewerkschaften haben große Bedenken, wenn es um die Offenlegung des Impfstatus geht.“

Olaf Scholz sagte nach Gesprächen mit Gewerkschaften: „Wir müssen sicherstellen, dass die Arbeitsplätze sicher sind.“ Man sei sicher, eine zusätzliche Vorsichtsmaßnahme treffen zu müssen. Diese sei eine notwendige Verbesserung. Auch in Baden-Württemberg spitzt sich die Lage zu. Immer mehr Intensivbetten sind belegt. Auch hier will die Landesregierung reagieren.

Im Kundenkontakt einfacher: Viele Arbeitgeber wünschen sich 3G-Regel am Arbeitsplatz

Für viele Arbeitgeber ist es längst erstrebenswert, den Impfstatus ihrer Mitarbeiter zu kennen, denn viele arbeiten mit Kunden, die sogar die 2G-Regel einfordern. Den Beschäftigten könnte außerdem ein besseres Sicherheitsgefühl am Arbeitsplatz geboten werden durch die 3G-Regel. Laut SWR hätten viele Arbeitnehmer auch kein Problem damit, bekanntzumachen, ob sie geimpft sind oder nicht.

Eine Ausnahme bilden dabei oft Frauen, die frisch schwanger sind. Empfohlen wird die Corona-Impfung für Schwangere erst nach dem vierten Schwangerschaftsmonat. Frauen, die gerade am Anfang einer Schwangerschaft stehen, sind deshalb meist nicht geimpft und möchten den Grund dafür in diesem Stadium oft nicht bekannt geben.

Eine wichtige Frage bei der Debatte um die 3G-Regel am Arbeitsplatz bleibt außerdem offen: Wer soll das überhaupt kontrollieren? Regeln und Vorgaben sind das eine, aber wenn sie nicht überprüft werden (können), bleibt fraglich, wie effektiv und flächendeckend sie am Ende umgesetzt werden.

Rubriklistenbild: © Sina Schuldt/dpa

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