Der VfB verliert in Bremen haushoch

Kein Kampf! Kein Aufbäumen! Nur "eine Schande"

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VfB-Keeper Przemyslaw Tyton wollte am liebsten nicht mehr hinsehen.
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Der Auftritt der Elf von Jürgen Kramny in Bremen war unfassbar. Es riecht schwer nach der zweiten Liga.

Am Ende wollte man schon gar nicht mehr hinsehen. Es war einfach zu schmerzhaft. Der VfB Stuttgart existierte im Bremer Weserstadion so gut wie nicht mehr. Kein Kampf! Kein Aufbäumen! Keine Defensive! Gar nichts. Und das im absoluten Abstiegsendspiel. Im wohl wichtigsten Spiel der Saison. Es wurde der totale Untergang, der komplette Offenbarungseid. 6:2 (3:1) stand es am Ende für Abstiegskonkurrent Werder Bremen. In Worten: sechs zu zwei. Unfassbar!

Oder wie es Mittelfeld-Regisseur Daniel Didavi nach Spielende ausdrückte: "Das ist eine Schande. Das geht gar nicht." Der VfB-Profi, der noch vor dem Pausenpfiff nach einem Zusammenprall mit Martin Harnik ausgewechselt werden musste, traf damit den Nagel auf den Kopf. Und er beließ es dabei nicht. "Nach so einem Spiel hat man keine Argumente."

Nein – keine Argumente für den Klassenerhalt oder wenigstens die Relegation. Die Partie im ausverkauften – und über die gesamten 90 Minuten lang ohrenbetäubend lauten – Weserstadion zeigte nur eins: dieser VfB ist reif für die zweite Liga. Und zwar so richtig! Den offensichtlichen Grund nannte Didavi, der kein Blatt vor den Mund nahm, noch dazu: "Wir haben ein Zweikampfverhalten, das ist ein Witz. Das geht einfach nicht." Er hatte Recht!

Würde dem VfB ein Neuanfang in der 2. Liga gut tun?

Denn: Die Zweikampfbilanz sprach nach dem Spiel Bände. Die Stuttgarter gewannen gerade einmal läppische 42 Prozent aller Duelle im Spiel. Die Bremer, die um jeden Zentimeter fighteten, waren ihnen immer überlegen. Und das in allen wichtigen Duellen auf dem Platz. Die Pleite war am Ende hochverdient. Werder hätte sogar noch deutlicher gewinnen müssen. "Wenn man sieht, wie die Bremer hinten gespielt haben", erklärte Didavi, "dann sieht man den Unterschied." Seine Folgerung daher: "Man sieht, dass etwas nicht stimmt. Sonst legt man nicht so ein Spiel ab."

Das sind die Helden des VfB Stuttgart

Dass etwas nicht stimmt, sah jeder VfB-Fan bereits seit Wochen. Die Krönung war nun die Riesen-Pleite in Bremen. Dank dem wochenlangen Tiefflug ist die Elf von Trainer Jürgen Kramny nun auf einem direkten Abstiegsplatz angekommen. Die Grusel-Vorstellung zweite Bundesliga kommt damit näher und näher. VfB-Manager Robin Dutt glaubt dennoch daran, die Wende in den letzten beiden Spielen gegen Mainz und in Wolfsburg noch zu packen: "Es steht nirgendwo geschrieben, dass wir es nicht schaffen, den Trend zu brechen." Aber wer glaubt sonst noch daran? Jeder, der diese "Schande" gesehen hat, definitiv nicht!

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