Außerordentliche Mitgliederversammlung

VfB Stuttgart: Nachträgliche Klatsche für Dietrich - Mitglieder verweigern Entlastung!

VfB Stuttgart: Nachträgliche Klatsche für Dietrich - Mitglieder verweigern Entlastung!
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Wolfgang Dietrich trat im Sommer als Präsident des VfB Stuttgart zurück. Jetzt verwehrten ihm die Mitglieder die Entlastung.
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Die Kluft zwischen dem ehemaligen Präsidenten und den Fans war groß, ebenso die Kritik an der Arbeit von Wolfgang Dietrich. Jetzt setzten die Mitglieder des VfB Stuttgart nochmals ein deutliches Zeichen. 

  • Wolfgang Dietrich nach Chaos-Mitgliederversammlung zurückgetreten
  • Fans stellten sich deutlich gegen Ex-Präsident
  • Dietrich bei Mitgliederversammlung NICHT entlastet

VfB Stuttgart: VfB-Mitglieder stimmen deutlich gegen Dietrich-Entlastung

Update 16. Dezember: Fast ein halbes Jahr nach seinem Rücktritt bekam Wolfgang Dietrich noch einmal die Unzufriedenheit der Fans beim VfB Stuttgart deutlich zu spüren. Diese haben ihm am Sonntag bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung der Schwaben die Entlastung verwehrt. 78,86 Prozent der anwesenden Mitglieder stimmten am Sonntag dagegen. 

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Der 71-jährige Dietrich war im vergangenen Sommer nach der wegen einer WLAN-Panne abgebrochenen Mitgliederversammlung zurückgetreten. Die beiden weiteren Präsidiumsmitglieder des Jahres 2018, Thomas Hitzlsperger (93,53 Prozent) und Bernd Gaiser (78,23), bekamen dagegen die für die Entlastung mindestens erforderliche einfache Mehrheit.

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+++ Update 18. Juli, 16.30 Uhr +++

Nach dem Katastrophen-Sonntag beim VfB Stuttgart und dem damit verbundenen Rücktritt von Wolfgang Dietrich als Präsident haben sich die Stuttgarter Ultras nun zu Wort gemeldet. In einem Statement heißt es: "Der Verein und seine Mitglieder müssen aus der Entwicklung, die uns an diesen Punkt geführt hat, jetzt die richtigen Schlüsse ziehen." Kritik gegenüber Dietrich haben die Ultras des VfB ebenfalls erneut, in dem sie ihm vorwerfen, vieles zu verkörpern, was "der VfB im Umgang mit den Vereinsmitgliedern seit Jahren falsch macht."

Neben all der Kritik geht der Blick der Gruppe "Commando Cannstatt" im Statement jedoch in die Zukunft. "Die Zeit von Horrorszenarien, Drohungen und Verleumdungskampagnen zum reinen Machterhalt muss jetzt ein Ende finden." Für einen Neuanfang steht die Gruppierung bereit und fordert die Führungsetagen von Verein und AG dazu auf, für "sämtliche Ausschüsse, Beiräte, Freundeskreise und Mitmacher, endlich eine offene, transparente und integrative Kultur beim VfB zu schaffen, die gewillt ist, alle Mitglieder mit- und ernst zu nehmen."

+++ Ursprungsmeldung 18. Juli +++

Gänsehaut-Choreografien, ein unablässiger Ansturm auf die Dauerkarten - aber auch verbale Gewaltattacken gegen Funktionäre, die ihnen so gar nicht in den Kram passen: Die Identifikation der Fans des VfB Stuttgart mit ihrem Verein ist bei vielen Liebe und Hingabe im Höchstmaß - und geht weit über die bloße Verfolgung des Spiels am Wochenende hinaus. Gelegentlich nimmt der Fan-Wahnsinn auch kriminelle Züge an, sodass die Polizei ermitteln muss.

Bild.de (Artikel hinter Bezahlschranke) geht nun tiefer auf die dunklen Seiten der VfB-Fankultur ein. Die jüngsten Entgleisungen: Der VfB Stuttgart selbst hat in mehreren Fällen Strafanzeige gestellt. Grund: Der mittlerweile als VfB-Präsident zurückgetretene Wolfgang Dietrich wurde mit dem Tode bedroht. Nach der Mitgliederversammlung geleiteten ihn Personenschützer aus den Vereinsräumen.

VfB-Fans: Pöbeleien und Verbal-Attacken

Doch das ist noch lange nicht das einzige Mal, dass die VfB-Fans über die Stränge schlagen: Beim Abstieg des VfB Stuttgart vor drei Jahren wurde der damalige Sportdirektor Robin Dutt fies angepöbelt und erniedrigt.

Wolfgang Dietrich trat im Sommer als Präsident des VfB Stuttgart zurück. Jetzt verwehrten ihm die Mitglieder die Entlastung.

Besonders heftig ging es im Dezember 2009 zu: Vor der Partie gegen den VfL Bochum randalieren aufgebrachte Fans, hindern den eigenen Mannschaftsbus daran, ins Stadion zu fahren. Unglaublich: Einige Vandalen zeigen den Spielern im Bus sogar die "Kopf-ab-Geste". Der damalige Trainer des VfB Stuttgart, Markus Babbel, ist empört: "Solche Szenen habe ich nie zuvor erlebt." Nach der Partie legten sich einige VfB-Anhänger sogar vor die Autos der Spieler des VfB Stuttgart, damit diese nicht wegfahren können.

Bilder vom Trainingsauftakt des VfB

VfB Stuttgart: Pyro-Technik als großes Problem

Ein besonders düsteres Kapitel der VfB-Fans: ihr Hang zur Pyro-Technik. In der vergangenen Saison musste der VfB Stuttgart mehr als 100.000 Euro Strafe wegen frecher Zündler zahlen. Trauriger Höhepunkt: Das Relegations-Spiel gegen Union Berlin: Das Abbrennen bengalischer Feuer kostete allein in dieser Partie 98.000 Euro.

Zu den Ultras des VfB Stuttgart gehören laut bild.de 2.500 Menschen. Ihre Heimat: Die Cannstatter Kurve in der Mercedes-Benz-Arena des VfB Stuttgart. Die größte Ultra-Gruppierung des VfB Stuttgart: Commando Cannstatt mit rund 1.200 Mitgliedern.

Und gerade die Cannstatter Kurve ist besonders berüchtigt: Nach Siegen werden die Spieler des VfB Stuttgart hier hemmungslos gefeiert. Nach Niederlagen sind Pfiffe oft noch das mildeste Urteil, das den Spielern entgegen schwappt. Beschimpfungen und widerliche Gesten sind dann oft an der Tagesordnung.

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