1:3-Niederlage gegen Berlin

Nach VfB-Kritik an Videoassistent: Stuttgart sollte die Schuld nicht woanders suchen

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Der VfB Stuttgart hatte sich für das Spiel in Berlin viel vorgenommen, musste sich dann aber 1:3 geschlagen geben.
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VfB Stuttgart: Das Handspiel von Rekik wird nach der Niederlage gegen Berlin viel diskutiert. Aber: War das wirklich ausschlaggebend? 

So viel hatte sich der VfB Stuttgart vor dem Spiel in Berlin vorgenommen. Das 1:0 gegen Gladbach im Rücken, die Euphorie von Interimscoach Nico Willig, die spürbare Veränderung. Und dann auch noch in Berlin! Gegen die Hertha, die seit sieben Spielen nicht mehr gewonnen hat, da gerieten auch die 19 Saison-Niederlage des VfB in Vergessenheit. Ein Abwehr-Bollwerk wurde erwartet, Attacke-Fußball angesagt

Realität statt Euphorie beim VfB Stuttgart

Die Realität sieht anders aus: In Halbzeit eins war der VfB eher der duckmäuserische Abstiegskandidat, der hinten pennte. In Halbzeit zwei ging er mit Pauken und Trompeten in den Angriff über, aber da war das Spiel schon so gut wie verloren. Und zwischendurch wirkte sogar Nico Willig ausgebremst. Vielleicht wunderte er sich ja, wie das passieren konnte. Vielleicht legte er sich aber auch die Ausrede für die Niederlage parat. 

Der VfB Stuttgart lässt nach dem 1:3 gegen Berlin die Köpfe hängen.

VfB: Handspiel von Rekik nicht geahndet

Was im Spiel keiner mitbekommen hat, wird im Nachgang heiß diskutiert. Die Szene aus der 37. Minute: Stuttgarts Nicolas Gonzales köpft in Richtung Tor, aber Berlins Karim Rekik wehrt den Ball mit der Hand ab - wohl unabsichtlich. Weder Spieler, noch Trainer, noch Schiedsrichter oder Videoassistent haben das Handspiel gesehen. Hätten sie, dann hätte es wohl auch Elfmeter geben können, vielleicht sogar müssen. Hätte... Für den VfB ein Aufreger nach dem Spiel, als sie es dann mitbekommen haben. 

Aogo, Esswein und Willig regen sich über Handspiel auf

Dennis Aogo: "Ich bin der Meinung, dass man das sehen muss. Der Videoschiedsrichter hat einen riesen Fehler gemacht." Und Stürmer Alexander Esswein, der unter Umständen auch nächstes Jahr beim VfB bleibt: "Wozu haben wir den Videobeweis - das klarste Handspiel der letzten Wochen und Monate, vielleicht sogar der gesamten Saison." Möglich. Trainer Nico Willig geht sogar noch einen Schritt weiter: "Wir hatten die Chance auf die Siegerstraße einzubiegen. Wir hatten eine gute Phase. Das haben dann aber nicht wir verbockt, sondern das wurde auf einer anderen Position verbockt."

VfB-Coach Nico Willig findet den Hertha-Sieg verdient, aber sieht die Schuld auch beim Videoassistent.

Die Schwächen des VfB Stuttgart werden in Berlin offenbart

Das ist zu einfach! Warum spricht Niemand über die eklatanten Böcke in der Abwehr vor dem 0:1, 0:2 und dem 0:3? Das an allen drei Gegentoren Ozan Kabak eine gewisse Teilschuld trägt, ist nicht zu übersehen. Der junge Türke erwischte bei der 1:3-Niederlage gegen Berlin einen rabenschwarzen Tag. Die Gegentreffer hat die VfB-Abwehr "verbockt" - nicht der Videoassistent oder sonst wer. 

Und warum spricht keiner über die zweitligareife Offensive? Erst kommt lange Zeit nichts vom VfB, nach dem Handspiel passierte auch nichts. Erst nach dem 0:3 sorgte Mario Gomez - irgendwie aus dem Nichts - für den Anschluss zum 1:3. Und dann? Hertha machte zu wenig, hatte eine Art Blackout für mehrere Minuten. Aber: Die sogenannte VfB-Offensive konnte das nicht ausnutzen. Esswein und Didavi hatten beste Chancen, standen völlig frei im Strafraum - und scheiterten grob fahrlässig. 

Oben auf war der VfB Stuttgart gegen Berlin erst nach dem 0:3. 

Videoassistent ist nicht schuld an der Niederlage

Sicher war das eine Fehlentscheidung des Schiedsrichtergespanns, zu dem auch Köln zählt. Verbockt hat es aber der VfB, der zu keiner Zeit mutig spielte, defensiv zeigte, warum man die meisten Gegentore der Liga kassierte, und offensiv lange Zeit nicht vorhanden war. Die 20. Niederlage auf den Schiedsrichter zu schieben, wirkt da doch viel zu einfach!

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