Machtk(r)ampf beim VfB Stuttgart

Verbal-Watschn im Machtkampf von Markus Babbel: Ex-Trainer teilt ordentlich aus

Ex-VfB Stuttgart Spieler Markus Babbel
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Markus Babbel wurde mit dem VfB Stuttgart Deutscher Meister. Inzwischen ist er Trainer.
  • Dominik Jahn
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  • Tobias Becker
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Im Machtkampf des VfB Stuttgart findet Ex-Trainer Markus Babbel deutliche Worte. Richtig gut kommt dabei keiner der Verantwortlichen weg!

Update, 22. Februar: Vor einigen Wochen, kurz nachdem der Machtkampf beim VfB Stuttgart ausgebrochen ist, äußerte sich Ex-VfB-Coach Markus Babbel gegenüber echo24.de zu den offenen Briefen um den Jahreswechsel. Damals musste er „schmunzeln“. Inzwischen ist der Machtkampf zum Machtkrampf verkommen - und auch Babbel wird deutlicher.

Der VfB Stuttgart im Sumpf der Seilschaften: Sieht so die Wahrheit hinter dem Machtkampf aus?

„Der VfB Stuttgart gibt im Moment einfach ein desolates Bild nach außen ab“, so Babbel in der TV-Sendung SWR Sport. Der Meisterspieler von 2007, der im Anschluss Co-Trainer und dann Trainer des Bundesligisten wurde, findet die Art und Weise von Hitzlpergers Brief „unter der Gürtellinie“. Dennoch sind aktuell „beide gefordert, im Wohle des VfB wieder auf einen Nenner zu kommen.“

Für Markus Babbel müssen sich alle beim VfB Stuttgart am Riemen reißen.

Babbel über Hitzlsperger-Kontrahent Claus Vogt: „Genauso der Präsident, der Herr Vogt muss auch wissen, dass er im Moment keine gute Rolle spielt.“ In den letzten Wochen gab es zwischen beiden Führungskräften beim VfB Stuttgart wieder eine Annäherung - um sie herum machte der Bundesligist durch eine Rücktritts- und Entlassungswelle in allen Gremien auf sich aufmerksam.

Ex-VfB-Profi Babbel über Machtkampf und offene Briefe: „Musste etwas schmunzeln.“

Update vom 13. Januar: Nachdem Markus Babbel sich zuletzt im Interview mit echo24.de bereits allgemein zum Machtkampf beim VfB Stuttgart geäußert hat, spricht der ehemalige Spieler und Trainer der Schwaben auf über die Brieffreundschaft zwischen Thomas Hitzlsperger und Claus Vogt.

Der Vorstandsvorsitzende Hitzlsperger und Präsident Vogt hatten sich in offenen Briefen ein paar deutliche Worte zu sagen. Brief Nummer eins kam dabei vom Vorstands-Boss. Für Markus Babbel war klar, dass Vogt „das nicht auf sich sitzen lässt und zurückschießt“.

Für das folgende „Männergespräch“ zwischen den beiden Streithähnen des VfB Stuttgart, ist in den Augen des 48-Jährigen der Zug dann schon abgefahren gewesen: „Da musste ich etwas schmunzeln, weil man das ja auch anders hätte führen können. Aber gut, das Kind ist in den Brunnen gefallen und jetzt muss man schauen, wie man es wieder rausholt.“

Eine Lösung mit Thomas Hitzlsperger UND Claus Vogt sieht Markus Babbel dabei für den VfB Stuttgart allerdings eher nicht. Zu deutlich sei bei der harten Hitzleperger-Kritik geworden, dass „Thomas den Präsidenten nicht an seiner Seite haben will.“ Für den Ex-Profi ist es durchaus verständlich, wenn der 38-Jährige versuche eine Doppelfunktion im Verein zu nutzen, „um es noch mehr in seinem Sinne nach vorne treiben zu können“.

Seite an Seite: Thomas Hitzlsperger (links) und Claus Vogt demonstrieren Geschlossenheit – zu sagen hatten sie sich aber nichts.

ABER: Babbel sieht aber auch die Position von Präsident Claus Vogt und kann nachvollziehen, dass dieser sagt, er sei kein „Abnicker“ und er „hinterfrage die Dinge“ eben. Auch wenn so ein Vorfall auf eine gewisse Art und Weise für den VfB Stuttgart auch „positiv sein kann“, so ist für ihn eines ganz klar: „Sie geben beide in der Öffentlichkeit kein gutes Bild ab.“ Mit Blick auf den Machtkampf und das Vorgehen der Beteiligten, erinnert sic Babbel gerne an die guten alten „hinterfotzigen“ Zeiten zurück!

VfB Stuttgart: Das sagt Ex-Präsident Dietrich zu Hitzlspergers offenem Brief!

Update, 12. Januar: Der offene Brief von Thomas Hitzlsperger hat beim VfB Stuttgart und darüber hinaus hohe Wellen geschlagen. Immer mehr VfB-nahe Menschen aus der Gegenwart und Vergangenheit melden sich inzwischen zu Wort, während den Streithähnen Hitzlsperger und Claus Vogt eine Art Maulkorb verpasst wurde. Aktuell äußert sich Ex-Präsident Wolfgang Dietrich zum Machtkampf.

Dietrich erklärt gegenüber Bild auch, was er vom Hitzlspergers offenem Brief hält. „Hitz ist offensichtlich schlicht und einfach der Kragen geplatzt“, so Dietrich. Kritisch sieht er die Äußerungen gegen Vogt dennoch. Der Vogt-Vorgänger ist sich nicht sicher, ob es „einem Vorstands-Vorsitzenden zusteht, dass er die Arbeit des Präsidenten und des Aufsichtsrats-Vorsitzenden bewertet“.

VfB Stuttgart: Wolfgang Dietrich war Präsident als Thomas Hitzlsperger Sportvorstand wurde.

Der offene Brief von Hitzlsperger spaltet die Meinungen. Auch die Antwort von Claus Vogt sorgte für Aufsehen. Der Machtkampf beim VfB Stuttgart eskalierte kurz vor dem Jahreswechsel binnen weniger Stunden öffentlich. „Es stellt sich die Frage, ob es nicht besser gewesen wäre, die öffentliche Bewertung der Arbeit von Claus Vogt samt der notwendigen Konsequenzen dem Präsidium, Vereinsbeirat und dem Aufsichtsrat zu überlassen“, gibt Dietrich zu bedenken. Schließlich seien diese Gremien dafür zuständig und hätten genügend Möglichkeiten zu handeln.

Machtkampf beim VfB Stuttgart: Hitzlsperger erklärt Bewerbung – und kritisiert Vogt heftig!

Erstmeldung vom 30. Dezember: Es ist DER Hammer zum Jahresende beim VfB Stuttgart. Während der Bundesligist auf ein sportlich gutes Jahr zurückblickt und langsam in ruhige Fahrgewässer zu schippern scheint, schlägt eine Meldung hohe Wellen: Vorstandsboss Thomas Hitzlsperger bewirbt sich für die Präsidentenwahl! Dieses Amt bekleidet aktuell Claus Vogt - und würde das auch gerne nach dem 18. März noch machen...

Claus Vogt und Thomas Hitzlsperger bewerben sich wohl beide um das Präsidentenamt beim VfB Stuttgart.

Hitzlsperger erklärt in einem offenen Brief: „Im Einklang mit dem vorgesehenen Prozess wollte ich meine Entscheidung ausschließlich intern halten und erst nach den Gesprächen mit den Mitgliedern des Vereinsbeirats im Januar kommunizieren.“ Aber: Daraus wurde nichts, denn die Kandidatur für das Präsidentenamt bei VfB Stuttgart ist gegen Hitzlspergers „ausdrücklichen Wunsch“ vorzeitig durchgesickert. Oder war das sogar Teil des Plans? Schließlich ist Hitzlsperger durchaus ein Profi.

Hitzlsperger neuer Präsident beim VfB Stuttgart? So reagieren die Fans auf Twitter!

Nachdem der SWR über die Kandidatur berichtete, gibt Hitzlsperger in dem offenen Brief zu: „Meine Kandidatur reichte ich voller Überzeugung ein.“ Gleichzeitig erklärt er sich - und lässt tief blicken:

Der VfB hat sich in den vergangenen Monaten positiv entwickelt. Natürlich denke ich dabei zuerst an die Lizenzmannschaft. Denkt nur an unsere Mitglieder-Versammlung vor einem Jahr in der Schleyerhalle, unsere Hoffnungen und Zweifel. Lasst uns froh darüber sein, wo unsere Profis angekommen sind. Ich denke aber auch an die Veränderungen innerhalb der AG und an die verbesserte Außenwahrnehmung. Hinter diesem positiven Bild gibt es jedoch eine Realität, über die ich nicht hinwegsehen kann – und über die ich als Vorstandsvorsitzender auch nicht hinwegsehen darf.

Thomas Hitzlsperger in einem offenen Brief

Interner Krach beim VfB Stuttgart? Hitzlsperger wird in offenem Brief deutlich!

Dann schreibt der Vorstandsboss des VfB Stuttgart: „Ein tiefer Riss geht durch unseren Club. Dieser Riss gefährdet alles, worauf wir zu Recht stolz sind.“ Hitzlsperger greift Vogt an! Dass es zwischen den beiden Führungspersonen kriselt, wurde schon häufiger spekuliert. Nun wird der Machtkampf öffentlich.

Beim VfB Stuttgart steht ein übler Krach bevor! Hitzlsperger macht deutlich: „Der Riss verläuft zwischen unserem Präsidenten und Aufsichtsratsvorsitzenden Claus Vogt auf der einen Seite und dem gesamten Vorstand der AG und zahlreichen Gremienmitgliedern aus Präsidium, Aufsichtsrat und Vereinsbeirat sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auf der anderen Seite.“

Klingt nach: Der ganze Verein gegen Vogt! Wie die Stuttgarter Zeitung schreibt, äußerte sich der aktuelle Präsident des VfB Stuttgart knapp: „Ich war über die Vorgänge informiert. Aber Internes bleibt für mich intern.“

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