Nach „Foul“ an Nicolas Gonzalez

VfB Stuttgart: Mislintat brodelt - und meldet sich bei Schiri-Boss!

Sven Mislintat Sportdirektor des VfB Stuttgart
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Sven Mislintat kontaktierte nach der Niederlage des VfB Stuttgart in Wolfsburg Schiri-Chef Fröhlich.
  • Tobias Becker
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  • Dominik Jahn
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VfB Stuttgart: In Sven Mislintat brodelt es wieder. Nach der 0:1-Niederlage in Wolfsburg, meldete er sich bei Schiri-Chef Lutz Fröhlich.

Update, 22. Dezember: Der Vulkan Sven Mislintat kocht wieder. Der Grund für den Ärger des Sportdirektors vom VfB Stuttgart: Der Nicht-Elfmeter bei der 0:1-Niederlage gegen den VfL Wolfsburg. Was war passiert?

In der 10. Minute hat Nicolas Gonzalez die Chance zum Abschluss im Strafraum der Wölfe, die wird aber von Neu-Nationalspieler Ridle Baku mit vollem Körpereinsatz verhindert. Ein Rempler? Mislintat laut Bild: „Für mich hatte das nichts mit normalem Rempeln zu tun. Das ist fast ein Bodycheck.“ Stimmt, Gonzalez flog förmlich durch den Strafraum.

Steckbrief Sven Mislintat
Geboren:5. November 1972, Kamen
Ausbildung: Ruhr-Universität Bochum
Vereine:VfB Stuttgart (2019 - )
FC Arsenal (Scout, 2017–2019)
Borussia Dortmund (Scout, 2006–2017)

Jetzt verrät Mislintat: „Ich habe am Sonntagabend noch kurz mit Herrn Fröhlich Kontakt aufgenommen.“ Der Schiedsrichter-Chef hatte Mislintat nach dessen Schiri-Schelte vor wenigen Wochen angeboten, sich künftig zu melden, wenn es Redebedarf gibt. Damals schimpfte Mislintat, dass der VfB Stuttgart gegen Bayern München (1:3) benachteiligt wurde.

In vielen Augen war der „Bodycheck“ von Baku an Gonzalez ein klares Foul. Selbst der Wolfsburger hatte wohl ein schlechtes Gewissen. Baku sagt zwar, es war die „richtige Entscheidung“, gibt aber auch zu, dass er „schon kurz gezuckt“ hat. VfB-Coach Pellegrino Matarazzo sagte bei Sky: „Ich habe schon Elfmeter für weniger gesehen.“ Sein Trainer Kollege Oliver Glasner sieht es etwas diplomatischer und sagt: „Beide Entscheidungen wären vertretbar gewesen.“ Sven Mislintat und der VfB Stuttgart werden sehr gespannt sein, auf die Antworten von Lutz Fröhlich - auch wenn sie am Ergebnis nichts verändern.

Mislintat hat miese Laune! VfB-Sportdirektor in Rage - Experte widerspricht

Erstmeldung, 30. November: Auch mit einer Mütze Schlaf bleibt die Laune bei Sven Mislintat mies. VAR und ein möglicher Handelfmeter lassen es im Sportdirektor des VfB Stuttgart weiter brodeln. Bereits direkt nach der 1:3-Niederlage gegen den FC Bayern München machte sich Trainer Pellegrino Matarazzo Luft.

VfB sauer nach Bayern-Pleite: Diese Entscheidung sorgt für Ärger

Der Coach des VfB Stuttgart erklärte zur Szene mit Manuel Neuer, es sei in der Zeitlupe gar nicht möglich, „den Krafteinsatz einschätzen“. Matarazzo: „Wie schwer er gezogen hat, kann man nicht erkennen.“ Und Mislintat macht in der Bild-Zeitung klar: „Ich behaupte, wenn es umgekehrt wäre, also Lewandowski gegen Kobel, schaltet sich der VAR nicht ein.“ Eine VAR-Entscheidung zu Gunsten des Aufsteigers hätte er sich dann auch noch gewünscht.

VfB-Sportdirektor sieht klares Handspiel

Der Kader-Macher des VfB poltert drauf los und lässt unter anderem gegenüber dem Kicker seinem Frust raus: „Es gibt keinen klareren Handelfmeter. Die Hand verhindert einen Torschuss mit gefühlt 100 km/h. Auch wenn Manuel Neuer den Ball halten kann, ist das eine klare Verhinderung einer Torchance.“

Und Motzki-Mislintat legt nach. Absicht oder nicht von Süle - für den Sportdirektor des VfB Stuttgart gilt: „Die Hand war nicht angelegt, sie war leicht weg vom Körper.“ Einen Vorsatz beim Schiri sieht er allerdings nicht...ABER: „Ich kann leider nicht mehr folgen, wie das die Schiedsrichter erklären.“

Für den 48-Jährigen hakt es bei der Handspiel-Regel: „Das ist doch das eindeutigste Beispiel, dass die aktuellen Prinzipien zur Regelauslegung des Handspiels nicht greifen.“

Schiri-Experte sieht‘s anders

Das sieht BamS-Schiedsrichter-Experte Thorsten Kinhöfer bei bild.de anders. Für den EX-Schiri war‘s KEIN Elfmeter: „Das ist kein strafbares Handspiel. Der Arm hängt schlaff runter und macht keine aktive Bewegung zum Ball hin.“

Beim Neuer-Fall liegt die Sache etwas anders. Hier sieht Kinhöfer einen Kann-Pfiff, aber kein MUSS. Kinhöfer: „Für ihn hat dieser kurze Griff ausgereicht, um auf Foul zu entscheiden. Aber genauso gut hätte der Referee argumentieren können, dass dieser kurze Griff für ein Foul nicht ausreicht.“

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