Immer mehr Druck auf den Präsidenten

Vor Mitgliederversammlung: VfB-Fans im Visier der Polizei

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Schwere Zeiten für VfB-Präsident Wolfgang Dietrich.
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Drohungen gegen Dieterich: Die Sicherheitsmaßnahmen für die Mitgliederversammlung am Sonntag mussten erhöht werden.

+++ Update 13. Juli +++ Der Verein erstattet Anzeige

Die Situation um den VfB-Präsidenten Wolfgang Dieterich verschärft sich immer mehr. Die Fans zeigen deutlich ihren Unmut. Dieses Verhalten macht dem Verein Sorge und deshalb reagiert er nun auch auf die Anfeindungen gegen Dieterich.

Wie die Stuttgarter Nachrichten berichten hat der VfB Stuttgart Anzeige erstattet. Warum? Es geht um Beleidigungen und Drohungen gegen Präsident Dieterich. Morgen geht es in der Mitgliederversammlung um seine möglich Abwahl. Die Fans haben mit Bannern und Rufen im Stadion sehr deutlich gezeigt, was sie vom VfB-Präsidenten halten: Banner mit Dieterichs Gesicht und dem Wort "Spalter" oder auch Rufe wie "Dieterich raus" machen deutlich dass die Fans genug haben.

Die Beleidigungen und Drohungen haben jetzt ein Nachspiel: "Es wurde nach unserer Auffassung und der des Vereins eine rote Linie überschritten", erklärte Stuttgartes Polizeipräsident Franz Lutz gegenüber den Stuttgarter Nachrichten. Damit ist nun auch die Staatsanwaltschaft aktiv und prüft, ob das Banner mit Dieterich "Spalter" vielleicht doch kein Stempel, sondern viel eher ein Visier sein soll.

Außerdem seien VIP-Bändchen für die Mitglieder Versammlung morgen verschwunden. Mindesten sieben Bändchen wurden von Unbekannten entnommen, die damit das Briefgeheimnis verletzt haben. Der VfB Stuttgart hat deshalb für morgen die Akkreditierung zur Mitgliederversammlung geändert und die Sicherheitsmaßnahmen erhöht.

+++ Update 12. Juli +++ VfB Stuttgart: Fans hängen "Dietrich raus"-Transparente an B27-Brücken auf

Stuttgarter Fans hängen im Robert-Schlienz-Stadion ein Transparent mit der Aufschrift "Dietrich raus!" auf. Weitere Banner sind nun auf der Stuttgarter B27 aufgetaucht. 

Zuletzt ging es mit dem VfB Stuttgart immer weiter bergab. Für die Fans hat dieser Misserfolg ein Gesicht: Das von VfB-Präsident Wolfgang Dietrich! In der vergangenen Saison schallten immer wieder "Dietrich raus"-Rufe durch die Fankurven. Doch bevor am kommenden Sonntag die Mitgliederversammlung des VfB Stuttgart ansteht, hat der Protest der Fans gegen den Präsidenten ein neues Ausmaß angenommen.

Wie tag24.de berichtet, haben Fans des VfB-Stuttgart und Gegner des Präsidenten Wolfgang Dietrich an Brücken auf der B27 mehrere Transparente angebracht. Darauf zu lesen, ist die klare Forderung: "Dietrich raus".

Dieser Wunsch der Fans des VfB Stuttgart könnte bei der Mitgliederversammlung am Sonntag sogar wahr werden: Es ist möglich, dass Dietrich seinen Posten verliert. Dafür müssen mindestens 75 Prozent der anwesenden Mitglieder für dessen Abwahl stimmen, wie der Schwarzwälder Bote berichtet. Einen Rücktritt zieht der VfB-Präsident seinerseits jedoch nicht in Betracht.

+++ Update 22. Juni +++ Fans stellen Anträge zur Abwahl bei der Mitgliederversammlung

Der 14. Juli könnte zum Schicksalstag für Wolfgang Dietrich werden. An diesem Tag veranstaltet der VfB Stuttgart seine Mitgliederversammlung. Noch bis zu diesem Sonntag können Mitglieder Anträge für die Tagesordnung stellen. Das große Ziel einer großen Gruppe der Anhänger: Die Abwahl von Präsident Dietrich.

Im Internet gibt es sogar eine Vorlage des Antrags, in den Mitglieder nur noch ihre Daten eintragen müssen und dann an den VfB senden können. Das große Ziel: Den Druck auf den Klub erhöhen, dass der Antrag tatsächlich auf die Tagesordnung kommt.

Kurios: Wie die Stuttgarter Nachrichten berichten, entscheidet Dietrich als Präsident mit, ob die Möglichkeit zur Abwahl auf die Tagesordnung kommt. Weiter heißt es, dass es bereits mehrere Dutzend Anträge der Mitglieder gibt.

Entscheidet sich das Präsidium gegen die Aufnahme in die Tagesordnung, können die Mitglieder noch einmal am Versammlungstag selbst einen Antrag darüber einreichen. Dann benötigt es die Zustimmung von 50 Prozent der anwesenden Mitglieder. Um Dietrich als Präsident zu stürzen, sind sogar 75 Prozent nötig.

Einen Rücktritt wird es dagegen nicht geben, das schloss das umstrittene Vereinsoberhaupt bereits mehrfach aus.

+++ Update 5. Juni +++ Investoren zögern nach VfB Abstieg: Dietrich bleibt optimistisch!

Die Horror-Saison hinterlässt weiter ihre Spuren beim VfB Stuttgart. Nicht nur die Marktwerte der Profis sind gesunken, auch das ganz große Interesse möglicher Investoren scheint unter dem Abstieg in die 2. Liga gelitten zu haben.

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Wie VfB-Präsident Wolfgang Dietrich jetzt erklärte, gefährdet der Gang in die Zweitklassigkeit den angestrebten Zeitplan in den Gesprächen mit möglichen Investoren: "Wir haben ganz klare Vorstellungen, was wir von einem möglichen Partner erwarten. Man muss aber natürlich auch nachvollziehen, dass durch den Abstieg eine neue Situation für uns, aber auch für interessierte Unternehmen entstanden ist."

In dem am Mittwoch veröffentlichten Interview mit bild.de lässt der umstrittene VfB Stuttgart-Boss Dietrich aber keinen Zweifel an seiner positiven Einstellung in der aktuellen Situation: "Ich bin weiter guten Mutes, dass wir einen strategischen Partner vorstellen können. Ob am 30. Juni oder etwas später, das weiß ich nicht."

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Geplant war, den zweiten Investor bis zum 30. Juni bekannt zu geben. Ende April, vor dem Abstieg, hatte er auch betont, dass dies den Preis nicht drücken solle - angeblich gab es Gesprächen mit drei möglichen Investoren. Dietrich: "Unter Wert werden wir die Anteile nicht verkaufen."

Für 24,9 Prozent der Anteile will der VfB Stuttgart 100 Millionen Euro einnehmen. Ankerinvestor Daimler hat 2017 für 11,75 Prozent davon 41,5 Millionen Euro bezahlt.

+++ Update 4. Juni +++ VfB-Präsident will bleiben und gesteht Fehler ein

Er bleibt im Amt. Der umstrittene Präsident Wolfgang Dietrich denkt überhaupt nicht daran, beim VfB Stuttgart hinzuwerfen. Im Interview mit der Bild-Zeitung bekräftigte er nun: "Ich bin für vier Jahre gewählt. Gerade nach einem Abstieg kann Davonrennen nicht funktionieren." Über die anhaltende Kritik mache er sich natürlich Gedanken, er betont aber: "Die Kritik hat weniger mit mir zu tun, sondern mit meinem Amt. Traditionell wird bei sportlichem Misserfolg der Präsident als Erster angegriffen." Dazu erklärt er: "Ich hatte nie die Illusion, dass ich hier auf Händen getragen werde."

Zugleich wurde Dietrich noch einmal konkreter, was die Trennung von Sportvorstand Michael Reschke betrifft. Von Beginn an sei klar gewesen, dass man neben diesem einen zweiten Mann als Sportdirektor installieren wolle – und hatte wohl den passenden Mann an der Angel. Doch dieser sagte gleich zweimal ab - im September 2017 und Januar 2018" Ein absoluter Hammer! "Geblendet von der guten Rückrunde habe ich aus dieser Personalie den Druck rausgenommen. Das werfe ich mir vor", so Dietrich.

In dieser Saison seien dann die Gräben zwischen Reschke und den Trainern immer mehr zu Tage getreten. Mit der Trennung hätten die Verantwortlichen beim VfB gedacht, dass Trainer Markus Weinzierl das Ruder noch einmal herumreißen kann, wie Dietrich betont. Man habe gedacht, "dass der Trainer erfolgreicher arbeitet, wenn er jemanden wie Thomas Hitzlsperger an der Seite hat, der ihm vertraut." Seine bittere Erkenntnis: "Diese Überlegung ist am Ende nicht aufgegangen."

+++ Update 3. Juni +++ VfB Stuttgart: Dietrich schiebt Abstiegs-Schuld auf Ex-Sportvorstand Reschke

Präsident Wolfgang Dietrich hat mit Blick auf den Abstieg des VfB Stuttgart Probleme zwischen den Trainern und Ex-Sportvorstand Michael Reschke als eine Ursache genannt. "Vom ersten Spieltag an ist eine Situation eingetreten, dass der Zusammenhalt zwischen dem Trainer und dem Sportvorstand nicht optimal funktioniert hat. Man kann sagen: den Trainern", sagte der 70-Jährige am Sonntag. 

Reschke war vom VfB im Februar freigestellt worden und hatte in der vergangenen Saison mit den Trainern Tayfun Korkut und Markus Weinzierl zusammengearbeitet. Dies habe laut Dietrich nicht optimal funktioniert. Ein großes Problem sei es gewesen, dass man Reschke nicht den geplanten Sportdirektor an die Seite habe stellen können. "Das hat dann dazu geführt, dass bestimmte Themen, die man hätte aufteilen können, sicher nicht alle optimal gelaufen sind und sich teilweise auch massiv auf die Mannschaft ausgewirkt haben", sagte Dietrich. "Letztendlich sind einige Dinge eskaliert."

Zugleich zeigte sich Dietrich selbstkritisch: "Ich nehme auch auf meine Kappe, dass wir die geplante Doppelspitze (wie jetzt mit Hitzlsperger und Mislintat, Anm. d. Red.) nicht geschaffen haben. Da habe ich auch zu wenig Druck gemacht. Diese Verantwortung liegt bei mir."

+++ Update, 02. Juni 2019 +++ Hitzlsperger und Mislintat äußern sich zu Dietrich

Die Kritik an VfB-Präsident Wolfgang Dietrich lässt nicht nach. Aber: Bei einer Presserunde am Sonntag äußerten sich nun Sportvorstand Thomas Hitzlsperger und Sportdirektor Sven Mislintat zum Thema. Sie sprangen Dietrich zur Seite - oder vielmehr: Sie versuchten zu beschwichtigen. Hitzlsperger: "Man sucht jetzt ein Gesicht für den Abstieg." Er fordert mehr Zusammenhalt beim VfB Stuttgart: "Vor allem intern müssen wir nicht sagen: Der ist verantwortlich. Das ist auch nicht unsere Aufgabe." Zuletzt äußerte sich sogar Ex-VfB-Spieler Thomas Berthold und forderte den Rücktritt von Dietrich.

Mislintat wird deutlicher: "Leider ist es in unserer Gesellschaft so, dass wir gerne mit dem Finger auf andere zeigen, um nicht an uns arbeiten zu müssen. Und wir können nur gemeinsam da unten raus kommen." Es wäre "komplett falsch" eine einzelne Person, in dem Fall Dietrich, für den VfB-Abstieg verantwortlich zu machen, meint Mislintat. Eine Diskussion wie diese, bringt den VfB Stuttgart sicher keinen einzigen Punkt mehr - stimmt! 

Dann der Ruck, der hoffentlich auch auf die VfB-Fans übergeht - Mislintat: "Ich habe selbst da gestanden. Ich habe viele Freunde, die in den Kurven stehen. Und es ist unsere Aufgabe den Funken auf diese Fans überspringen zu lassen. Das müssen wir gemeinsam tun und gemeinsam heißt auch MIT Wolfgang Dietrich." Ob die Fans das auch so sehen, wird die Zukunft des VfB zeigen. 

+++ Ursprungsmeldung vom 31. Mai +++

Seit Monaten hagelt es Kritik an VfB-Boss Wolfgang Dietrich. Während einige ihn nach dem Abstieg der Schwaben vielleicht schon weg vom Fenster sahen, betont der Aufsichtsrat der Schwaben nur sein Vertrauen in den Präsidenten. 

Auf der Homepage des VfB Stuttgart heißt es: "Der Aufsichtsrat ist mit der sportlichen Entwicklung der vergangenen Saison in hohem Maße unzufrieden. Er ist aber der Überzeugung, dass die im Februar eingeleitete Neu-Ausrichtung des Sportbereichs die Voraussetzungen für eine positive sportliche Entwicklung gewährleisten."

Viele Fans der Stuttgarter fordern Dietrichs Rücktritt, jüngst sogar Ex-Weltmeister Thomas Berthold. Der 70 Jahre alte Präsident und Aufsichtsratsvorsitzende der VfB Stuttgart 1893 AG schloss dies zuletzt mehrfach aus und bekam dafür nun Rückendeckung.

Wie es personell beim VfB Stuttgart weitergeht bleibt spannend. Die Finanzlage des Vereins ist jedenfalls alles andere als erfreulich. 

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