Ein Kopf-Problem

VfB Stuttgart: Mit einem Psychologen zurück zum Tor-Erfolg?

Der VfB Stuttgart hat ein Kopf-Problem.
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Der VfB Stuttgart hat ein Kopf-Problem. Kann ein Psychologe den Spielern vielleicht helfen? 
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Der VfB Stuttgart hat in Osnabrück wieder gezeigt, dass er vor dem Tor ein Kopf-Problem hat. Jetzt wird wohl über eine Lösung nachgedacht. 

+++ Update 11. November, 18.10 Uhr +++ VfB: Mit einem Psychologen zurück zum Tor-Erfolg?

Der VfB Stuttgart steckt nicht in der Formkrise. Sie spielen wie immer, haben Chancen, aber: Das Ding geht nicht rein. Oder anders gesagt: Vor dem Tor versagt der VfB komplett. Gegen Osnabrück hatte der für Zweitliga-Verhältnisse Top-Sturm alles verballert, was es zu verballern gab. 21 Torschüsse, 0 Tore. Trainer Tim Walter und Co sprechen von einem Kopf-Problem. Einem Problem also, das schwer im Training lösbar ist. Soll es jetzt ein Psychologe beim VfB Stuttgart richten?

Wie die "Bild" schreibt, denkt der VfB Stuttgart wohl ernsthaft darüber nach. Nicht zum ersten Mal, denn schon von 2015 bis 2018 hatte man mit Ex-Bundesliga-Profi Philipp Laux einen Psychologen an Bord. Die sind im Profi-Fußball eigentlich überall zu finden. Es wäre ein Ansatz für eine Lösung, die aber eher mittel- bis langfristig helfen würde. Den Schalter im Kopf des Spielers umzulegen ist nicht pauschal möglich, da jeder Spieler anders tickt. Eine kurzfristige Lösung könnte ein Erfolg im so wichtigen Derby gegen den KSC bringen. 

+++ Update 11. November +++ VfB Stuttgart: Walter sieht keine Mentalitätsprobleme

Der VfB Stuttgart hat laut Trainer Tim Walter trotz der nächsten Niederlage gegen einen Abstiegskandidaten der 2. Fußball-Bundesliga kein Mentalitätsproblem. "Nein, die Mannschaft hat eine sehr gute Einstellung", sagte der 44-Jährige am Sonntagabend in der SWR-Sendung "Sport im Dritten"

Für die jüngste 0:1-Niederlage bei Aufsteiger VfL Osnabrück gebe es andere Gründe. "Das hat dann etwas mit Teilnahme am Spiel zu tun. Das muss ich von vorne herein annehmen, was da gleich auf mich zukommt. Damit haben wir vielleicht ein Stück weit ein Problem", sagte Walter. Er glaube aber nicht, "dass wir ein Mentalitätsproblem haben".

+++ Kommentarreihe zur Niederlagenserie des VfB Stuttgart +++

Der VfB Stuttgart hat in Osnabrück die vierte Niederlage kassiert. Es ist keine Frage, dass es mal passieren kann - auch eine Niederlagenserie. Aber: Nicht nur die Zahlen sind erschreckend, auch das "Außenrum". In dieser Kommentarreihe wird der VfB hinterfragt. 

+++ Update 18.30 Uhr +++ Teil 3: Geld schießt keine Tore - auch beim VfB Stuttgart nicht!

Im letzten Teil der Kritk am VfB Stuttgart, steht der nächste Beweis, dass Geld keine Tore schießt. Denn: Die vier Stürmer, die der VfB am Ende auf dem Feld hatte (Silas Wamangituka, Nicolas Gonzalez, Mario Gomez, Hamadi Al Ghaddioui), haben laut "transfermarkt.de" einen Marktwert von insgesamt 15,35 Millionen Euro. Osnabrück haben 400.000 Euro gereicht. Nur wie ändert sich das?

Castro: "Wir müssen uns schnellstmöglich die Effizienz zurückholen, die wir zu Beginn der Saison hatten." Klar. Klement: "Die Torchancen waren wieder da, schlimmer wäre es, wenn wir hier überhaupt keine Torchance gehabt hätten." Sicher. Nochmal Klement: "Dennoch bleibt uns nichts anderes übrig, als daran zu arbeiten, noch mehr und noch klarere Torchancen herauszuspielen." Aha, geht es noch klarer? Der VfB Stuttgart hat ein Problem mit der Chancenverwertung, sicher. Trainieren kann man das schlecht, auch klar. Wenn es so weiter geht, dann wird der Aufstieg erstmal in weite Ferne rücken. 

Vorfreude auf das Derby gegen den KSC? Jetzt erst recht!

Statt BVB, Bayern und Leipzig, gibt es dann auch nächstes Jahr Aue, Osnabrück und Kiel. Also Mannschaften mit "ekliger Spielweise" (Philipp Klement über Osnabrück), die nichts damit zu tun hat, dass der VfB vor dem Tor schlichtweg versagt. Aber bei all der Kritik: Ja, der VfB Stuttgart hat seine Chancen. Sie schießen so oft auf das gegnerische Tor wie kein zweites Team in Liga zwei. Sie dominieren das Spiel regelmäßig und unabhängig des Gegners. 

Und natürlich sind die Spieler auch nur Menschen, die mental eben auch Schwächephasen haben dürfen. Tim Walter macht als Trainer, gemeinsam mit Sportdirektor Sven Mislintat sicher einen guten Job. Das Team hat das Potenzial aufzusteigen. Ja. Ja. JA! Und vielleicht kommt das Derby gegen den KSC ja genau zur richtigen Zeit. Ein richtig "dreckiges" Spiel mit einer Wahnsinnsstimmung, bei dem die Spieler "Wiedergutmachung" leisten können und zeigen können, dass sie in Liga eins wollen - nach der Länderspielpause und gemeinsam mit den Fans. Ein guter Zeitpunkt!

+++ Update 17 Uhr +++ Teil 2: Der Gegner hat nichts mit dem eigenen Versagen zu tun

Der VfB Stuttgart wirkte nach der Niederlagenserie gegen Wehen, Kiel (beide im Tabellenkeller) und den HSV wieder auf dem Weg der Besserung. Siege gegen eben den HSV im Pokal und anschließend gegen Dresden in der Liga - und jetzt DAS! 0:1 in Osnabrück. Jede Menge Ballbesitz und Torchancen, aber nichts Zählbares. Und dann kommt Philipp Klement: "Uns hat es heute ein Stück weit gefehlt, uns gegen die eklige Spielweise des Gegners zu wehren." Eklige Spielweise des Gegners? Naja, der Gegner hat mit seinen Mitteln und Möglichkeiten genau das gemacht, was sie können, haben sich den Allerwertesten aufgerissen und stellen ganz nebenbei ja auch die zweitbeste Abwehr der Liga.

Und vor allem: Sie waren effektiv. Erste Chance in der vierten Minute - drin war das Ding! Es hätte sogar noch schlimmer kommen können, denn der VfB war auch im Anschluss so sattelfest wie ein Kleinkind auf einem Rodeo-Bullen. Man muss sich schon fragen, wie der Gegner denn spielen darf, damit der VfB die Spielweise nicht kritisiert. Mit zehn Mann anlaufen, damit hinten offen ist? Soll der Torwart das Tor räumen, wenn der VfB im Ballbesitz ist? Wobei selbst dann ja nicht gegeben ist, dass der VfB Stuttgart das Tor im aktuellen Zustand auch trifft. Es ist zum Mäusemelken. 

Fans sauer, VfB wird verhöhnt

Die Sprechchöre der Osnabrück-Fans im Anschluss waren hämisch, die Schimpferei der eigenen Fans sicher nicht fein - aber verständlich! 1400 Menschen fahren mit dem Traditionsverein nach Osnabrück (immerhin über 500 Kilometer), erwarten nach all den Phrasen à la "Wir müssen aufpassen" oder "Wir dürfen uns keine Patzer mehr erlauben" ein gutes Spiel ihres Teams - oder zumindest ein aufopferungsvolles Spiel. Stattdessen gab es die schon angesprochenen, hämischen "Auf Wiedersehen"-Gesänge und "Und Ihr wollt Erste Liga spielen?"-Rufe der Osnabrücker. Das tut weh - und vielleicht braucht es das ja auch mal.

Die Spieler stellten sich den aufgebrachten VfB-Fans

+++ Ursprünglicher Kommentar vom 10. November +++

Der VfB Stuttgart hat in Osnabrück versagt! Ja, so deutlich kann man es durchaus ausdrücken. Die Frage, die sich stellt, ist eher, ob es nur in Osnabrück war? Dabei geht es nicht nur um die anderen drei Niederlage, sondern um das generelle Problem und vielleicht auch Selbstverständnis der Stars, die sich zweifelsohne im VfB-Kader befinden. In einem Team, das zurecht den Aufstieg als Ziel ausgibt, aber auf dem Platz nicht wie ein künftiger Erstligist spielt.

Gonzalo Castro sagte nach dem Spiel: "Es ist natürlich schwierig gegen solche Mannschaften, die mit acht, neun Mann in der Box verteidigen, die Lücke zu finden." Einfach ist das vielleicht nicht, aber wir reden hier über Teams wie Osnabrück und Aue, die das für ihre Möglichkeiten auch sehr gut machen, aber eben nicht Schalke, Dortmund, Bayern und Co sind. Und gegen die will, der VfB Stuttgart doch spielen. Außerdem: Die Chancen waren da. Sieht auch Castro so: "Wir hatten klare Chancen, um den Ausgleich zu machen - und das auch schon in der ersten Halbzeit. Diese Chancen haben wir nicht genutzt." Ganz einfach!

VfB Stuttgart liegt über dem Liga-Durchschnitt

Die Statistik an sich sieht nett aus. Aber Sie wissen ja, wie das mit dem "nett" ist. Es ist der kleine Bruder von "Scheiße". So kann man es einfach ausdrücken, denn wenn du 21 Mal auf das gegnerische Tor schießt, davon fünf, sechs Mal völlig frei, dann sollte am Ende keine Null rauskommen. Wenn der Gegner den Ball so selten hat, dass du 73 Prozent Ballbesitz vorweisen kannst, dann ist in der Kombination mit den Chancen auch die Null auf dem Punktekonto etwas unverständlich. 

Der VfB Stuttgart hatte gegen Osnabrück viele Chancen, teilweise Hochkaräter, traf aber das Tor nicht.

So die Milchmädchen-Rechnung, die die VfB-Spieler wohl auch beim morgendlichen Kaffeekränzchen auf der Serviette notierten. Wie wahrscheinlich schon so oft zuvor. 18,08 Torschüsse feuert der VfB im Schnitt jedes Spiel ab - weit über dem Liga-Durchschnitt (13,92). Für ein Tor braucht der VfB 11,74 Schüsse - und liegt auch da über dem Liga-Durchschnitt (9,6). Das wäre dann die Kategorie gewesen, in der es mal gut wäre, UNTER dem Schnitt zu liegen. Aber was soll man dazu sagen? 21 und 0?

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