Im Interview mit echo24.de

Ex-Profi Markus Babbel: Das beeindruckte ihn bei seiner „Herzensangelegenheit“ VfB Stuttgart!

Ex-VfB Stuttgart Spieler Markus Babbel
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Markus Babbel wurde mit dem VfB Stuttgart Deutscher Meister. Inzwischen ist er Trainer.
  • Tobias Becker
    vonTobias Becker
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Ex-Profi Markus Babbel erklärt im Gespräch mit echo24.de, was ihn am VfB Stuttgart besonders beeindruckte.

Update, 11. Januar: Der VfB Stuttgart wendet die Mini-Krise ab, gewinnt deutlich in Augsburg. Das wird auch Markus Babbel zur Kenntnis genommen haben. Der ehemalige Spieler und Trainer der Schwaben gegenüber echo24.de: „Der VfB ist eine ganz, ganz wichtige Station in meinem Leben gewesen. Das ist eine Herzensangelegenheit, deswegen verfolge ich das schon ganz genau.“

Besonders der Fußball, den der VfB Stuttgart spielt, findet Babbel gut. „Sie spielen zum Teil einen großartigen Fußball“, so der 48-Jährige. Dabei war das nicht immer so - Babbel: „Es war ein hartes Stück Arbeit und viel Glück dabei, dass sie aufgestiegen sind. In der Bundesliga hat man das Gefühl, dass sie sich leichter tun als in der zweiten Liga, wo der Druck da war, unbedingt aufsteigen zu müssen mit diesem Verein.“ Und tatsächlich: Der VfB ist aktuell sogar das beste Auswärtsteam der Liga.

Nun ist der VfB Stuttgart oft in der Außenseiterrolle, womit das Team von Pellegrino Matarazzo gut zurecht kommt. Die Einstellung seines Trainer-Kollegen sieht Babbel als mutig an: „Er hatte bis dorthin mehr oder weniger nur in der Jugend oder als Assistent gearbeitet. Ihn dann als Cheftrainer zu holen, war ein großes Wagnis.“

Als es dann nicht lief, seinen Vertrag zu verlängern, war viel beeindruckender für mich. 

Markus Babbel, ehemaliger Spieler und Trainer des VfB Stuttgart, gegenüber echo24.de

Aber: Umso beeindruckender findet der vierfache Deutsche Meister (3x Bayern München, 1x VfB Stuttgart), dass der VfB mit Matarazzo verlängerte, als es nicht lief. „Da haben sehr viele erstmal gesagt: Hoppala, was ist denn jetzt los? Aber er hat es mit Arbeit zurückgezahlt,“ lobt Markus Babbel im Interview mit echo24.de.

Ex-VfB-Profi aktuell ohne Job: Markus Babbel spricht über seine Zukunft

Erstmeldung, 07. Januar: Am 19. Mai 2007 wurde der VfB Stuttgart zuletzt Deutscher Meister. Für Markus Babbel war es die vierte und letzte Meisterschaft, denn er beendete nach der Saison seine aktive Karriere - und wurde Trainer. Seit 13 Jahren ist er nun im Geschäft unterwegs, war in der Bundesliga, in der Schweiz und Australien tätig. Seit einem Jahr, nach dem Ende seiner Tätigkeit bei Western Sidney Wanderers (Australien), ist es ruhig geworden um den Ex-Spieler des VfB Stuttgart.

„Januar, Februar und März sind in Australien wunderschöne Monate. Wir haben uns in Ruhe mal die Dinge anschauen können, was wir sonst nicht so konnten, wegen des Berufs“, erzählt Babbel im Gespräch mit echo24.de. Es folgten der Umzug nach Deutschland und die Corona-Krise. Der ehemalige Abwehrspieler des VfB Stuttgart nutzte die Zeit zum Nachdenken - und äußert sich nun zu seinen Zukunftsplänen. Babbel: „Ich kann mir vieles vorstellen. Ich kann mir auch genauso vorstellen, überhaupt nicht mehr als Trainer zu arbeiten.“

Markus Babbel spielte von 2004 bis 2007 beim VfB Stuttgart.

Der Grund: Seine veränderte Lebenssituation. „Unsere Tochter ist jetzt fünf Jahre alt, wird irgendwann eingeschult und fühlt sich extrem wohl, seit wir hier sind“, so Babbel. Für den ehemaligen Meisterspieler des VfB Stuttgart würde eine Trainer-Tätigkeit wohl gleichzeitig eine Fernbeziehung zur Familie bedeuten. Babbel: „Da ist die Frage, die ich mir jetzt stelle und auch genügend Zeit habe nachzudenken, ob ich das überhaupt will“, gibt der 48-Jährige zu bedenken.

VfB Stuttgart: Ex-Trainer Markus Babbel über Karriereplanung

Klar ist aber auch: Fußball macht ihm immer noch extrem viel Spaß, den VfB Stuttgart, der mit den „jungen Wilden 2.0“ die Bundesliga begeistert, verfolgt er - und Angebote gab es auch: „Es gab Angebote aus Ägypten, Südkorea und anderen Ländern, was uns zu zweit auch gereizt hätte. Aber mit Kind und gerade in der Pandemie, machen wir das nicht.“ Stattdessen kann sich Markus Babbel auch einen Job in andere Funktion vorstellen, ohne dem Fußball den Rücken zuzuwenden.

Ex-VfB-Spieler Markus Babbel war zuletzt Cheftrainer bei Western Sydney Wanderers in Australien.

„Management wäre eine Möglichkeit. Im Medienbereich, vielleicht als Experte zu arbeiten, wäre eine andere“, so Babbel, der schon in seiner Zeit bei der TSG Hoffenheim als Sportlicher Leiter fungierte. Aber eilig hat er es nicht - Markus Babbel zu echo24.de: „Das sind jetzt einfach so Dinge, die man ausloten kann und über die man sich Gedanken machen kann, ob es zu einem passt und ob man etwas rüberbringen kann.“ Das Gesamtpaket muss stimmen.

Markus Babbel: Als Spieler, Co-Trainer und Trainer beim VfB Stuttgart

Markus Babbel begann seine Karriere bei Bayern München und wurde dort in den 90ern dreimal Deutscher Meister. 1996 holte er mit der Nationalmannschaft die Europameisterschaft. In seiner Karriere spielte der 1,91-Meter-Abwehrspieler zudem für den Hamburger SV (Leihe), den FC Liverpool, Blackburn Rovers (Leihe) und landete 2004 beim VfB Stuttgart, mit denen er 2007 seine vierte Deutsche Meisterschaft gewann. Anschließend beendete der Münchner seine aktive Karriere.

Steckbrief
NameMarkus Babbel
Geburtsdatum08. September 1972
HerkunftMünchen, Deutschland
beim VfB Stuttgart2004-2007 (Spieler), 2007-2008 (Co-Trainer), 2008-2009 (Trainer)
letzte TrainerstationWestern Sidney Wanderers

Nach der aktiven Karriere stieg Babbel ins Trainergeschäft ein. Zunächst als Co-Trainer unter Armin Veh, dessen Job er am 23. November 2008 beim VfB Stuttgart übernahm. Anschließend war Markus Babbel bei Hertha BSC und der TSG Hoffenheim Trainer, ging dann für vier Jahre in die Schweiz (FC Luzern) und war zuletzt in Australien bei Western Sydney im Amt.

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