VfB Stuttgart bekommt Corona-Hilfe

Corona-Hilfe fix! VfB Stuttgart bekommt Mega-Summe - mit harten Bedingungen

  • Tobias Becker
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Der VfB Stuttgart hatte 2020 einen KfW-Kreditantrag gestellt, jetzt wurde die Corona-Hilfe genehmigt. Doch die Mega-Summe hat harte Bedingungen.

• Der VfB Stuttgart hat durch die Coronakrise das Budget minimieren müssen.
• In der Corona-Pause hat der VfB Stuttgart einen KfW-Kredit beantragt.
• Am 4. Februar 2021 wird der KfW-Kreditantrag genehmigt.

Update vom 4. Februar 2021: Es ist offiziell! Der KfW-Kreditantrag des VfB Stuttgart wurde genehmigt. Heißt im Klartext: Der Verein hat ab sofort eine Mega-Summe von 25 Millionen Euro zur Verfügung! Wie die Stuttgarter in einer Pressemitteilung erklären, habe der Verein "pandemiebedingt" schon für das vergangenen Jahr über 30 Millionen Euro Einnahmeverluste zu verzeichnen.

Die Kritik an der beantragten Corona-Hilfe des VfB Stuttgart war groß: Sowohl Kultusministerin Susanne Eisenmann als auch die Fan-Organisation "Unsere Kurve" zeigten wenig Verständnis für den KfW-Antrag (wir berichteten im Juli 2020). Der Verein zog den Antrag trotzdem nicht zurück - und Vorstandsvorsitzender Thomas Hitzlsperger, der zuletzt seine Kandidatur zum VfB-Präsidenten zurückgezogen hat, ist froh, dass der Kredit nun genehmigt wurde. 

VfB Stuttgart: KfW-Antrag genehmigt! Aber Mega-Summe hat harte Bedingungen

"Wir bedanken uns ausdrücklich bei den Verantwortlichen der KfW, den politischen Entscheidungsträgern und den Vertretern unserer Hausbanken, die uns auf diesem Weg begleitet haben", erklärt Hitzlsperger. Der KfW-Kredit des VfB Stuttgart hat eine Laufzeit von fünf Jahren - und einige harte Bedingungen

So muss die Mega-Summe von 25 Millionen Euro nicht nur vollständig getilgt werden. Der Verein verpflichtet sich auch zur "Reduzierung seines Gehaltsvolumen im Lizenzspielerkader, Profifußballbereich sowie im Management und in der Verwaltung in Höhe der abgerufenen Mittel über die Kreditlaufzeit hinweg". Dazu kommt "eine kontinuierliche und transparente Finanzberichterstattung über die Laufzeit hinweg an die KfW".

Hitzlsperger: "Die zusätzlichen Bedingungen entsprechen dem Solidarprinzip unseres Vereins und sind zugleich ein wichtiges Signal, das wir in Richtung Politik und Gesellschaft aus voller Überzeugung senden: Der VfB Stuttgart hat sich schon vor der Pandemie für ein nachhaltigeres, solides Wirtschaften im Profifußball eingesetzt und wird dies jetzt sowie in der Zukunft weiterhin konsequent tun."

VfB und die Millionen-Hilfe: Es hagelt weitere Kritik!

Update, 31. Juli: Die Kritik an der beantragten Coronahilfe des VfB Stuttgart nimmt zu. Nachdem schon Baden-Württembergs Sportministerin Susanne Eisenmann sich kritisch äußerte und VfB-Präsident Claus Vogt konterte, gibt es nun auch von Seiten der Fan-Organisation "Unsere Kurve" scharfe Töne. Deren zweiter Vorsitzender Markus Sotirianos sagte der dpa: "Manche Vereine gleichen ihren Verlust durch Finanzspritzen ihres Investors aus, andere lassen sich von der öffentlichen Hand unterstützen. Als Fans sowieso - aber auch als Steuerzahlende - können wir über dieses Gebaren nur noch den Kopf schütteln."

Natürlich richtet sich die Kritik der Fan-Organisation nicht ausschließlich an den VfB Stuttgart, sondern beispielsweise auch an Werder Bremen oder Schalke 04 die ebenfalls finanzielle Unterstützung beantragt haben. Beim VfB Stuttgart soll es sich umrund 15 Millionen Euro handeln. Übrigens: In den letzten Tagen wurden mit Gregor Kobel und Waldemar Anton zwei Spieler für insgesamt acht Millionen Euro verpflichtet. Das Transferbudget lag bei rund 5 Millionen Euro. Diese Transfers dürften angesichts der beantragten Kfw-Hilfe auch einen kleinen Beigeschmack haben. 

VfB-Präsident Vogt kontert Eisenmann-Kritik an Millionen-Hilfe!

Update, 27. Juli: Der VfB Stuttgart hat Kfw-Hilfe beantragt wegen der Corona-Krise. Das wiederum hat nun für Kritik unter anderem von Baden-Württembergs Sportministerin Susanne Eisenmann. Aber: Präsident Claus Vogt hat den Antrag des VfB Stuttgart auf staatliche Hilfe jetzt verteidigt. Vogt gegenüber dem "SWR": "Wir wollten dem VfB die Sicherheit geben, dass wir relativ lang überlebensfähig sind. Wir haben fast 250 Mitarbeiter, davon sind nur 30 Profis. Wir haben also 220 ganz normale Angestellte." 

Heißt: Der VfB Stuttgart ist mehr als nur die Profi-Abteilung. Vogt kann die Kritik verstehen: "Aber wir machen das ja auch für unsere 220 Mitarbeiter, die beim VfB Stuttgart arbeiten. " Und weiter: "Auch für die haben wir eine Sorgfaltspflicht und müssen schauen, dass der Geschäftsbetrieb - wie bei jedem anderen Unternehmen - aufrecht erhalten wird."

VfB Stuttgart: Politikerin kritisiert den Kfw-Antrag auf Millionen-Hilfen! 

Update vom 24. Juli: Zehn bis 15 Millionen Euro KfW-Corona-Hilfe für den VfB Stuttgart? Der Antrag ging raus und sorgt für ordentlich KritikBaden-Württembergs Sportministerin Susanne Eisenmann (CDU) hat sich jetzt deutlich zu dem Vorgang geäußert.

Susanne Eisenmann (CDU), Ministerin für Kultus, Jugend und Sport von Baden-Württemberg, kritisiert den Antrag des VfB Stuttgart.

Noch sind die beantragten Gelder nicht geflossen (Erstmeldung vom 15. Juli). Ob überhaupt etwas an den VfB Stuttgart überwiesen wird ist fraglich. Von Eisenmann gab's gegenüber der Bild-Zeitung jedenfalls einpaar mahnende Worte: "Es trägt nicht gerade zum Imagegewinn der Fußball-Clubs bei, wenn den Spielern einerseitsGehälter in Millionenhöhe bezahlt werden und andererseits staatliche Hilfen in Anspruch genommen werden."

VfB-Stadion: Doch kein 65-Millionen-Umbau? Stadt entscheidet über Zukunft

Doch der Antrag des VfB Stuttgart ist durchaus rechtens, wie die Politikerin deutlich macht: "Der VfB ist ein mittelständisches Unternehmen, das einen KfW-Kredit beantragen kann. Nun muss geprüft werden, ob er die Voraussetzungen dafür erfüllt." 

Aktuell hofft man beim Aufsteiger noch darauf das Transfer-Budget um ein paar Millionen aufzustocken. Sollte der FC Girona den Aufstieg schaffen in die erste spanische Liga, fließtGeld für Millionen-Flop Pablo Maffeo. Auch ein Abgang von Angreifer Nicolas Gonzalez könnte die Kassen etwas füllen.

Corona-Hilfe für den VfB Stuttgart - Kfw-Kredit beantragt!

Erstmeldung vom 15. Juli: Huch, was ist da denn los? Der VfB Stuttgart hat während der Corona-Pause einen Hilfskredit bei der staatlichen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) beantragt. Das klingt erstmal doch sehr überraschend. 

VfB-Finanzvorstand Stefan Heim gegenüber den Stuttgarter Nachrichten: "Wir haben in der Phase des Lockdowns alle Möglichkeiten zur wirtschaftlichen Stabilisierung geprüft und unter anderem über unsere Hausbank einen Antrag auf KfW-Förderung gestellt, um unsere Liquidität zu sichern."

Auch Thomas Hitzlsperger hat beim VfB Stuttgart keinen leichten Job zur Zeit.

Die Erklärung, warum der VfB Stuttgart diesen Hilfskredit beantragte, folgt schnell Heim: "Es war eine unserer getroffenen Maßnahmen zur Wahrung des wirtschaftlichen Fortbestands des VfB in einer Zeit, in der niemand vorhersagen konnte, wann und wie es im Fußball weitergehen würde." 

VfB Stuttgart beantragt Kredit: Finanzielle Hilfe nicht ausgezahlt

Bei dem Kredit, der bislang wohl nicht ausgezahlt wurde, soll es sich um eine Summe von zehn bis 15 Millionen Euro handeln. Die KfW-Corona-Hilfe sieht relativ geringe Zinsen sowie eine Teilübernahme des Risikos der Bank vor.

Dass der VfB Stuttgart finanzielle Einbußen hat, ist klar. So muss unter anderem Sportdirektor Sven Mislintat die geplanten Transfers mit einem Minimalbudget planen. Schon eine mögliche Verpflichtung von Torwart Gregor Kobel lastet die Mittel vollends aus. Für etwas Erleichterung könnte ein Transfer des wechselwilligen Top-Stürmers Nicolas Gonzalez sorgen.

Rubriklistenbild: © dpa

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