Attacke nach vorne, defensiv zu nachlässig

Beim VfB brennt‘s – vorne und hinten

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Die Heidenheimer Sebastian Griesbeck (l) und Niklas Dorsch (r) kämpfen mit dem Stuttgarter Gonzalo Castro um den Ball.
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Der VfB Stuttgart macht in seinem ersten Auswärtsspiel der Saison in Heidenheim eine bittere Erfahrung und verschenkt den sicher geglaubten Sieg. 

Es hätte alles anders kommen können, wenn Mateo Klimowicz den Ball in der 91. Minute nur wenige Millimeter weiter nach rechts gesetzt hätte. Eine Minute nach seiner Einwechslung hatte der junge Argentinier den Siegtreffer auf dem Fuß, hämmerte die Kugel aber an den Pfosten. So musste sich der VfB Stuttgart beim 2:2-Remis am Ende damit abfinden, zwei Punkte in Heidenheim hergeschenkt zu haben.

VfB mit starker halben Stunden – danach war die Luft raus

Dabei fing die Partie als entspannter Sonntags-Kick ohne große Chancen auf beiden Seiten an. Doch dann drehte der VfB auf. Erst schoss Castro in der 25. Minute am Gehäuse der Heidenheimer vorbei. Zwei Minuten später eine scharfe Flanke von Didavi, an der alle Stuttgarter vorbei rutschten. Die größte Chance hatte dann Al Ghaddioui in der 32. Minute. Nach einem Steilpass von Castro zögerte er aber zu lange und scheiterte aus spitzem Winkel an Heidenheims Keeper Müller.

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Danach war bei Stuttgart plötzlich die Luft raus. Wie aus dem nichts drehte Heidenheim die Partie und konterte den VfB ein ums andere Mal aus. Dorsch (35.) Pusch (40.) und Leipertz (41.) blieben vor dem Stuttgarter Kasten aber nicht cool genug. Glück für den VfB, dass es mit 0:0 in die Pause ging.

VfB geht in zweiter Halbzeit volles Risiko

Allein diese erste Halbzeit stand sinnbildlich für die bisherigen Auftritte unter Trainer Walter: Beim VfB brennt’s! Vorne, weil sich die Mannschaft viele Chancen erarbeitet. Und leider auch hinten, weil sich die Truppe viel zu leicht auskontern lässt.

Holger Badstuber jubelt über seinen Treffer zum 0:2. 

Nach Wiederanpfiff loderten die Flammen direkt wieder im Heidenheimer Strafraum. In der 52. Minute fand eine Didavi-Ecke den Kopf von Sturmspitze Al Ghaddioui. Der nickte ein zu seinem ersten Pflichtspieltreffer im VfB-Dress – eine Erleichterung für den Neuzugang: „Sehr sehr schön. Ich habe lange darauf gewartet und davor ein, zwei Chancen vergeben – richtig bitter.“ Nur fünf Minuten später war Al Ghaddioui wieder mittendrin: Flanke von rechts, per Kopf aufgelegt für Kollege Holger Badstuber, der musste nur noch den Fuß hinhalten. 2:0 VfB. Alles wirkte, als könne der VfB den nächsten Dreier einfahren.

VfB-Torwart Kobel ärgert sich über zu einfache Fehler

Nur Torwart Kobel sah das Unheil kommen: „Nach dem 2:0 haben wir aufgehört zu verteidigen. Ich habe das Gefühl gehabt, keiner will das Resultat wirklich über die Zeit bringen, leider. Wir haben das ganze Spiel viel zu leicht Fehler gemacht. Wir hätten schon früher ein Tor kassieren können, eigentlich müssen.“ 

Trainer Tim Walter ärgert sich über die Fehler seine Mannschaft.

Und so kam es dann auch. Nach schöner Vorarbeit kam der Heidenheimer Leipertz in der 78. Minute an den Ball, schoss durch die Hosenträger von VfB-Kapitän Kempf und verkürzte auf 1:2. „Wenn dann so ein Anschlusstreffer fällt ist es einfach so, dass es hier nochmal richtig heiß wird“, so Sportdirektor Mislintat nach der Partie. Dazu kam es dann in der 84. Minute. Strammer Schuss von Dorsch, abgefälscht von Kempf – 2:2.

Punkteteilung fühlt sich für VfB wie Niederlage an

„Ich habe heute wieder zwei Gesichter meiner Mannschaft gesehen. Die Gegentore dürfen so nicht fallen. Mit dem Ergebnis bin ich nicht zufrieden, mit der Art und Weise aber schon“, fasste VfB-Trainer Walter nach der Partie zusammen. Sportdirektor Mislintat sah es ähnlich: „Nach 2:0 fühlt sich das immer wie eine Niederlage an. Ich denke wir waren über 70 Minuten klar überlegen. Und dann müssen wir uns anders belohnen.“ 

Eine Belohnung, die Klimowicz am Ende noch an den Pfosten setzte. Einen Vorwurf machte ihm aber keiner: „Er macht eigentlich alles richtig. Die paar Millimeter auf der Fußsohle, da kann ja kein Mensch was dafür, ob der reingeht oder nicht“, so Mislintat.

Von Dennis Bayer

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