Auch der VfB Stuttgart braucht dringend die offenen TV-Gelder

VfB Stuttgart: Mislintat sieht Saison-Fortsetzung als lebensnotwendig!

  • Dominik Jahn
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  • Tobias Becker
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VfB Stuttgart: Der Verein hat viele Sparmaßnahmen umgesetzt, aber eine Fortsetzung der Saison ist dennoch lebensnotwendig.

• Der VfB Stuttgart hat im Transfer-Sommer gut gewirtschaftet.
• Fans sehen Geisterspiele weiter kritisch. 
• Sven Mislintat sieht Fortsetzung der Saison als lebensnotwendig aus wirtschaftlicher Sicht.

VfB Stuttgart: Mislintat sieht Saison-Fortsetzung als lebensnotwendig!

Update, 01. Mai: Geht die Fußball-Saison nun weiter oder nicht? Diese Frage stellt sich in Deutschland gerade. Zwar geben die Vereine und die DFL Gas, um den Spielbetrieb möglichst bald fortsetzen zu können, aber: Die Politik klärt zunächst andere Fragen. Wichtigere Fragen. Schaut man auf das Nachbarland Frankreich, sieht man eine Option, die kommen könnte: DerSaisonabbruch. Was dem VfB Stuttgart in dem Fall sogar zu Gute kommen kann, wäre in Deutschland für den VfB nicht gut. 

Sportdirektor Sven Mislintat äußerte sich im Interview mit "VfB TV": "Aus wirtschaftlicher Sicht ist es lebensnotwendig, die Liga fortzusetzen und die Spieltage auszutragen." Aufgrund fehlender Einnahmen durch Sponsoren und TV-Übertragungen würde der VfB große finanzielle Lücken haben. Mislintat: "Ich denke, es ist unser Recht und unsere Pflicht, um unsere Existenz zu kämpfen." 

Wenn die Saison fortgesetzt wird, dann nur unter strengen Auflagen. Ganze Vereine in Quarantäne, nur die nötigsten Menschen im Stadion, sogar eine Maskenpflicht war schon im Gespräch. Stimmung wäre im Stadion keine mehr - Mislintat: "Am liebsten würden wir natürlich mit Zuschauern spielen, aber das realistische Szenario ist leider, dass die Spiele ohne Zuschauer ausgetragen werden müssen."

VfB Stuttgart: Thomas Hitzlsperger und der harte Sparkurs in der Corona-Krise

Ursprungstext vom 21. April: Der Fußball steckt - wie eigentlich alle Wirtschaftsbereiche - in finanziellen Schwierigkeiten. Auch beim VfB Stuttgart drohen Millionen-Verluste. Die Corona-Krise sorgt für tiefe Löcher in den Kassen der Vereine. Der Ball ruht in der 1. und 2. Liga. Jetzt gab es einen kleinen Hoffnungsschimmer für die krisendeln Klubs. Aus der Politik kommen erste Töne, es könne ab 9. Mai wieder gekickt werden. Immerhin, die heiß ersehnten Geisterspiele. Kommt die TV-Kohle nicht, dann wird's wohl auch für den VfB mächtig ungemütlich! 

VfB Stuttgart vor ungewisser Zukunft: Transfergerüchte, Kader-Planung und News

Sparen, sparen, sparen ...für Thomas Hitzlsperger geht's seit Wochen nur darum den Gürtel enger zu schnallen. Der VfB-Vorstandsboss muss das Geld zusammenhalten. Und so wurde mit den Profis ein Gehaltsverzicht von 20-Prozent für drei Monate vereinbart. Auf der Geschäftsstelle in Stuttgart ist der Großteil der Mitarbeiter in Kurzarbeit. Einige Bereiche sind sogar komplett dicht. Die zweite Mannschaft der Schwaben ist ebenfalls in Kurzarbeit. Bei rund 40 Millionen Euro Personalkosten sind das kleine aber notwendige Maßnahmen.

VfB Stuttgart: Hitzlsperger und Mislintat sehen die Existenz des Vereins in Gefahr, wenn ...

Doch auf lange Sicht wird das alles nicht reichen. Sven Mislintat hat's Ende März bereits angesprochen. Der Sportdirektor des VfB Stuttgart gibt sich zwar zuversichtlich, aber nicht blauäugig: "Wir sind ein gesunder Klub. Wenn aber aber sämtliche Einnahmen einbrechen, wird es auch für uns irgendwann sehr eng." 

Sportdirektor Sven Mislintat (links) und Vorstandsvorsitzender Thomas Hitzlsperger wissen, dass auch der VfB Stuttgart Probleme bekommen kann. 

Thomas Hitzlsperger wird bei stuttgarter-zeitung.de zittiert: "Ohne Spiele kann niemand überleben, auch wenn man gut gewirtschaftet hat." Daher sind für den 38-Jährigen auch weiter Schritte möglich. Beim SWR erklärt der VfB-Boss, er könne sich durchaus vorstellen erneut auf die Spieler zu zu gehen, um über finanzielle Einschnitte zu sprechen: "Wenn nicht abzusehen ist, wann wir wieder spielen, dann müssten wir noch einmal auf die Spieler zugehen." Eine genaue Aussage zur finanziellen Lage des VfB Stuttgart gibt's nicht. Ab wann die Existenz des Vereins bedroht ist, ist schwer zu sagen. 

VfB Stuttgart hat im Transfer-Sommer 2019 gut gewirtschaftet! 

Beim VfB Stuttgart wird man angesichts der aktuellen Lage extrem froh sein über den ertragreichen Transfer-Sommer 2019. Größere Ablösesummen wurden für Benjamin Pavard und Ozan Kabak kassiert. Dazu die Abgänge von Santiago Ascacibar und Timo Baumgartl. Rund 76 Millionen Euro kamen so in die Kasse der Schwaben. Die Neuzugänge kosteten zusammen dagegen nur etwa 21 Millionen Euro. 

Einbußen brachte laut stuttgarter-zeitung.de allerdings der Abstieg bei den TV-Geldern, Tickt-Erlösen und Sponsoren-Geldern. Da hilft auch die Reduzierung der Personalkosten von 60 auf 40 Millionen nur bedingt. 

VfB Stuttgart: Fans nicht begeistert von Geisterspielen

Und während sich die 36 Profi-Klubs der 1. und 2. Liga über den möglichen Geisterspiele-Start im Mai mächtig freuen werden, für viele Fans ist es ein schlechtes Signal an die Gesellschaft. In einem Statement hatte sich ein bundesweiter Zusammenschluss der Fußball-Anhänger ausdrücklich gegen den TV-Kick ausgesprochen. Auch die Ultragruppe Commando Cannstatt des VfB Stuttgart empfindet diesen Schritt als "blanken Hohn"! 

Und auch im echo24.de-Voting wird die Meinung dazu immer deutlicher. 3.382 Stimmen (95,19-Prozent) haben sich gegen die Geisterspiele ausgesprochen. - Stand 11 Uhr/21. April!

Rubriklistenbild: © dpa

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