Zweite Niederlage nach der Corona-Pause

Echo-Einwurf: Spieler-Frage statt Trainer-Frage - eine Lanze für den Coach!

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Der VfB Stuttgart hat schon wieder verloren. Der Aufstieg wackelt, die Spieler entschuldigen sich und die Trainerfrage ploppt auf. Aber was kann Pellegrino Matarazzo dafür?

• Der VfB Stuttgart stolpert durch die zweite Liga.
• Pellegrino Matarazzo und sein Team haben die letzten beiden Spiele verloren.
• Jetzt kommt der HSV zum Topspiel nach Stuttgart.

Echo-Einwurf: Spieler-Frage statt Trainer-Frage - eine Lanze für den Coach!

Der VfB Stuttgart kassierte - wie in der Hinrunde - nach Wehen auch gegen Kiel eine Niederlage. Dabei wollte das Team auch als solches gewinnen. Wiedergutmachung für die Pleite gegen Wehen Wiesbaden liefern. Den Fans vor den Fernsehern den ersten Dreier nach der Corona-Pause schenken.... Stattdessen: Platz drei und Glück, dass Bielefeld und der HSV sich im Top-Spiel torlos trennen. Die Vorstellung des VfB Stuttgart? Genauso leer wie das Stadion - oder die Worte unter der Woche! 

Nichts war zu sehen von der Musketier-Taktik. Einer für Alle, Alle für Einen? Wahrscheinlich haben die Zuschauer sogar vor den Fernsehern wieder mehr gegeben, als die Spieler auf dem Platz. Dabei geht es nicht einmal um das völlig unnötige Gelb-Rot von Daniel Didavi. Auch der Mega-Patzer von Roberto Massimo an sich war nicht das Problem. Es war die Art und Weise, in der der VfB - mal wieder - auftrat. Die Körpersprache, die Einstellung, der Kampf

VfB Stuttgart: Klappt der Aufstieg von alleine?

Außerin gewissem Maße noch Holger Badstuber, der seinen Startelf-Vorzug vor Kapitän Marc Oliver Kempf rechtfertigte, liefen die Spieler mit einer Larifari-Haltung über den Platz. Behäbig und dennoch selbstsicher - das macht es so schlimm. Passend dazu die Aussage des Sky-Kommentators, die treffender nicht hätte sein können: "Eine Mischung aus Selbstüberschätzung und des Nicht-Wahrhaben-Wollens." Nicht zum ersten Mal in dieser Saison, denn diese Situationen gab es auch vor der Corona-Pause schon.

Die Spieler des VfB Stuttgart lassen die Köpfe hängen - viel Zeit haben sie jedoch dafür nicht.

Man hat das Gefühl, die Spieler des VfB Stuttgart denken, der Aufstieg klappt von alleine. Aber warum? Weil es so oft heißt, dass der VfB mit seiner spielerischen Klasse überlegen sei? Kampf schlägt Klasse. Weil der Gegner mauert? Ausrede. Und was ist mit technisch starken Spielern? Sie holen auch nicht die Punkte. Kiel und Wehen sind sicher keine Top-Teams. Kiel und Wehen sind aber auch keine Gurkentruppen. Die zweite Liga ist eng beisammen und ein Team, das sich entwickelt, hätte das spätestens zur Halbrunde gemerkt. 

VfB Stuttgart: Trainerfrage ploppt auf - aber warum das denn?

Aktuell profitiert der VfB Stuttgart einzig und allein davon, dass der HSV sich mit seiner Millionentruppe (für Zweitliga-Verhältnisse) ebenso - ja man möchte fast sagen "sich dämlich anstellt" - selbst im Weg steht. Wobei: Trotz der anstehenden Partie gegen den HSV, sollte der Blick auch durchaus mal in den Rückspiegel gehen. Denn inzwischen ist es längst kein Zweikampf mehr. Bielefeld ist zu abgeklärt und wird wohl verdient aufsteigen. Aber: Der HSV und der VfB bekommen Konkurrenz. Während das Schneckenrennen der Giganten vor sich hintrudelt, schleicht sich Heidenheim plötzlich an und ist - huch! - nur noch einen Punkt entfernt. 

Und jetzt ploppt auch noch die Trainerfrage auf. Ein leises Rauschen ist zu vernehmen, ob er überhaupt der Richtige gewesen sei. Man fragt sich warum und ist froh, dass die Führungsriege ihrem Trainer den Rücken stärkt. Die echo24.de-Redaktion meint zur T-Frage: Blödsinn! Ist denn immer der Trainer am Versagen der Spieler Schuld? Pellegrino Matarazzo ist gerade wohl die ärmste Sau beim VfB Stuttgart. Der Trainer warnt, er korrigiert, er hat auch bei seinen Auswechslungen durchaus sinnvoll reagiert. Wie er einen jungen Massimo in so einer Drucksituation einwechseln kann?

VfB Stuttgart: Ein Spieler versagt, der Trainer ist schuld?

Ist diese Frage ernst gemeint? Massimo ist Fußballprofi. Dass solche Fehler passieren, ist klar. Aber: Es ist sicher nicht Matarazzos Schuld, wenn bei Massimo die Nerven versagen. Derselbe Massimo wäre als Held gefeiert worden, hätte er statt des Fehlpasses ein Tor geschossen. "Eiskalt, abgebrüht, so jung" - da hätte keiner Matarazzo gelobt. 

Es könnte ungemütlich für VfB-Coach Pellegrino Matarazzo werden.

Aber wenn Massimo einen Fehler macht, soll der Trainer Schuld sein? Damit wären wir wieder beim Thema Körpersprache. Massimo vertändelte den Ball fahrlässig und ohne Spannung, als habe er den Ernst der Lage nicht verstanden. So geht es dem restlichen Team, mit wenigen Ausnahmen, ebenfalls.

Zeitweise ist das, was der VfB Stuttgart auf den Platz bringt, nahe an der Arbeitsverweigerung. Gegen den HSV ist Wiedergutmachung ein MUSS. Nicht wegen der Fans, nicht wegen des Ziels "Aufstieg", nicht wegen der Ansprüche des Vereins. Die Spieler müssen zeigen, dass sie endlich gemerkt haben, dass auch sie ihren Hintern hochkriegen müssen, um nicht als Aufstiegs-Versager in die VfB-Geschichte einzugehen.

Rubriklistenbild: © dpa

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