Wohl rund 30 Millionen Euro Verlust

VfB Stuttgart in der Corona-Krise: Insolvenz-Gefahr? Finanzvorstand Heim äußert sich!

Fahnen des VfB Stuttgart
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Der VfB Stuttgart wird durch die anhaltende Corona-Krise ebenfalls stark getroffen.
  • Tobias Becker
    vonTobias Becker
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Der VfB Stuttgart macht wegen der anhaltenden Corona-Krise herbe finanzielle Verluste. Droht dem Aufsteiger die Insolvenz?

Update, 05. Januar: Der Lockdown wird wohl erweitert, glaubt man den Informationen, die schon vor dem Treffen von Bund und Ländern am heutigen Dienstag durchgesickert sind. Heißt: Die Zahlen rund um das Coronavirus sind bei weitem nicht so gut, wie sie sein sollten, damit die Fußball-Bundesliga in naher Zukunft wieder MIT Zuschauern spielen kann. Das wiederum bedeutet heftige finanzielle Verluste - auch für den VfB Stuttgart.

Rund zwei Millionen Euro gehen pro Heimspiel flöten. Vorstandsboss Thomas Hitzlsperger äußerte sich bereits im November zu den Folgen. Damals war die Rede von einem mittleren zweistelligen Millionenbetrag, der dem VfB Stuttgart verloren geht. Neben den Heimspieleinnahmen sind auch fehlende Konzert- und Sponsoreneinnahmen eingerechnet. Die Verlängerung des Lockdowns und die weitere Abstinenz der Zuschauer trägt nicht zur Besserung bei. Aber: Läuft der VfB Stuttgart Gefahr, Pleite zu gehen?

Die Gefahr einer Überschuldung oder der Zahlungsunfähigkeit ist auf der aktuellen Basis beim VfB Stuttgart nicht gegeben.

Finanzvorstand Stefan Heim zu einer möglichen Insolvenz des VfB Stuttgart

Nein. „Die Gefahr einer Überschuldung oder der Zahlungsunfähigkeit ist auf der aktuellen Basis beim VfB Stuttgart nicht gegeben“, antwortet Finanzvorstand Stefan Heim laut Bild, die von einem Verlust von rund 30 Millionen Euro schreibt. Nachdem der Bundesliga-Aufsteiger also mit 46 Millionen Euro Eigenkapital ins vergangene Jahr startete, sind es dieses Jahr nur noch rund 16 Millionen. Ein weiteres Jahr ohne Zuschauer und mit diesen Einschränkungen wäre alles andere als gut.

Erneuter Gehaltsverzicht beim VfB Stuttgart? Verhandlung mit Spielern laufen!

Aber der VfB Stuttgart hat auch schon vorgesorgt für den Fall, dass auch 2021 komplett vom Coronavirus geprägt wird. „Jeder Spieler, jeder Mitarbeiter und jede Person im Management soll wie schon im letzten Frühjahr wieder mit eingebunden werden,“ erklärt Heim. Dabei soll es wohl eine faire Staffelung geben. Heißt: Mehrverdiener verzichten auf mehr. Auch die Profis zählen dazu. Mit dem Team steckt der VfB Stuttgart derzeit in Verhandlungen, die wohl auf einem guten Weg sind.

VfB Stuttgart: Finanzvorstand Stefan Heim hat aktuell keine leichte Zeit.

Als weitere Absicherung hatte der VfB Stuttgart zudem den Kfw-Kredit über ca. 15 Millionen Euro beantragt. Zwar ist der noch nicht bewilligt, aber Heim erkärt: „Der KfW-Kredit wäre ein Puffer, der uns hilft, die Krisenzeit zu überbrücken.“ Dazu kommt, dass auch die Stadt dem VfB hilft, denn: Beim Stadionumbau gibt es einen Zahlungsaufschub. So muss der Bundesligist seinen Anteil von rund 22,5 Millionen Euro nicht am Anfang der Umbaumaßnahmen zahlen, sondern erst am Ende, wie die Bild schreibt.

VfB-Boss Hitzlsperger spricht über Lockdown und Insolvenz

Erstmeldung, 02. November: Ab heute (Montag, 02. November) beginnt der zweite Lockdown in Deutschland. Dieses Mal ist nicht alles zu, so darf beispielsweise der Profi-Sport weiter trainieren und spielen - nur eben ohne Zuschauer, trotz Hygienekonzepten. Die Frage ist nur: Wie lange geht das gut? Auch bei Fußball-Bundesligisten wie dem VfB Stuttgart, die sicher besser ausgestattet sind als die meisten anderen Sportarten, ist das Geld endlich.

Im Interview mit der „Bild“ hat sich Vorstands-Boss Thomas Hitzlsperger zur Situation beim VfB Stuttgart geäußert. „Ich kann gut schlafen“, so „Hitze“ auf die Frage nach dem Klassenerhalt bei gleichzeitiger Pleite. Hitzlsperger: „Wir wissen alle nicht, wie lange diese Pandemie läuft. Ich bin aber davon überzeugt, dass wir das hier beim VfB Stuttgart gut managen werden. Aber wir müssen uns immer wieder strecken, um das aufrecht zu erhalten.“ Heißt: Machbar, aber leicht wird‘s nicht.

VfB Stuttgart und der Lockdown: Millionenverlust ohne Zuschauer - Gespräche mit Banken

Der VfB Stuttgart muss sparen. Die Zuschauereinnahmen fehlen - nicht wenig Geld. „Uns entgehen pro Heimspiel ohne Zuschauer knapp zwei Millionen Euro. Viele sind irgendwann von der Insolvenz bedroht, wenn die Situation sich nicht entspannt“, erklärt der VfB-Vorstandsvorsitzende. Am Anfang der Saison spielte der VfB immerhin vor einem Teil der Fans. Bis zu 12.000 Menschen durften ins Stadion. Auf einer Pressekonferenz hieß es damals: Bei der Zuschauerzahl ginge man bei Null raus.

Sven Mislintat und Thomas Hitzlsperger (rechts) hatten beim VfB Stuttgart mit dem Abstieg einen schweren Start.

Dann gibt‘s noch die Parole: „Es ist unsere Pflicht, alles dafür zu tun, den Verein am Leben zu erhalten.“ Dafür wolle man auch mit Banken sprechen. Bereits im ersten Corona-Lockdown beantragte der VfB Stuttgart einen Kfw-Hilfskredit in Höhe von rund 15 Millionen Euro. Beansprucht haben die Schwaben ihn wohl nicht - auch wenn er bewilligt war. Nun muss sich der VfB Stuttgart erstmal in Geduld üben - Hitzlsperger: „Es wäre für unsere Planung wichtig, nicht mehr allzu lange warten zu müssen.“

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