Klare Vorstellungen

Jan Schindelmeiser spricht über seinen Rauswurf beim VfB

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Er hat dem VfB Stuttgart ein neues Gesicht gegeben, war bei Mannschaft und Fans beliebt. Doch dann kam das plötzliche Aus für Jan Schindelmeiser . Die Frage nach dem "Warum" bleibt.

Der Abschied von Jan Schindelmeiser wirkt nach. Sein Abschied stößt bei zahlreichen Fans auf Unverständnis. Jetzt bezieht der Ex-Sportvorstand des VfB Stuttgart erstmals Stellung und spricht im Interview mit dem "Kicker" Klartext.

Den Vorwurf von Alleingängen bei Transfers weist Schindelmeiser weit von sich: "Am Ende muss aber eine Entscheidung getroffen werden, für die dann ich in meiner Rolle die Verantwortung übernehmen muss. Die muss ich auch dann übernehmen, wenn ich in der Diskussion anderer Meinung war." Er betont, dass stets alles in Absprache mit dem Trainer geschah. Auch "Scouting- und Analyseabteilung haben die potenziellen Kandidaten durchleuchtet und Empfehlungen ausgesprochen." Ein deutliches Zeichen hier, dass er in der Folge stets von "Wir" spricht. 

Sein Vorhaben war stets transparent und klar: "Wir wollten dem VfB wieder eine eigene Philosophie geben, eine Kultur etablieren, die den traditionellen Werten und dem Anspruch des Vereins und seiner Anhänger gerecht wird." Ziel sei es gewesen, "Gegenwart und Zukunft miteinander in Einklang zu bringen." 

Ist der Rauswurf von Jan Schindelmeiser die richtige Entscheidung?

Daran habe man auch nach der beschlossenen Ausgliederung und dem damit verbundenen Geldregen festgehalten. "Wir haben uns für diesen Weg entschieden, in vollem Bewusstsein, dass er viel schwieriger und anspruchsvoller ist als der konventionelle Weg. In dem Weg soll sich die DNA dieses Vereins widerspiegeln." Gerade bei der aktuellen Entwicklung: "Wir erleben gerade eine Hyperinflation im Profifußball. Es werden plötzlich Summen aufgerufen, die mit der Realität aber gar nichts mehr zu tun haben. Hier gilt es, kreativ zu sein und trotzdem gute Lösungen zu präsentieren." 

Bilder zum DFB-Pokalspiel des VfB in Cottbus

Auch kritische Stimmen, dass der Kader nicht bundesligareif sei, kann Schindelmeiser nicht verstehen. Vielmehr sei es so, dass er noch nicht fertig war mit seiner Arbeit. "Drei Spieler mit Stammplatzpotenzial standen noch auf der Agenda." Diese Zeit wurde ihm nicht gelassen. Doch er geht erhobenen Hauptes. Auf Nachfrage, wie Präsident Wolfgang Dietrich die Entlassung begründet habe, antwortet Schindelmeiser knapp: "Das steht in der Pressemitteilung des Klubs, die jeder selbst beurteilen kann."

Nun will der Ex-Sportvorstand erst einmal ein paar ruhige Tage mit seiner Familie verbringen. Wie es danach weitergeht, lässt er offen. Die Arbeit in den 13 Monaten beim VfB dürften allerdings ein gutes Bewerbungsschreiben sein.

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