Retter im Endspurt?

Nico Willig: Das sagt VfB-Vorstand Hitzlsperger über den neuen Trainer

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Nico Willig (r) leitete am Sonntag als neuer Trainer des Fußball Bundesligisten VfB Stuttgart sein erstes Training mit der Mannschaft. Willig trainierte bis jetzt die U19 vom VfB und löst den bisherigen Trainer Weinzierl ab. 
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Fahrradfahren, Geschenke suchen, Familienbesuch… Es gibt viele schöne Dinge, die man an einem sonnigen Osterwochenende tun könnte. Ein Trainerwechsel gehört definitiv nicht dazu.

Etwa 50 Fans fanden sich am Sonntag am Trainingsgelände des VfB Stuttgart an der Mercedesstraße in Bad Cannstatt ein. Sie wollten sich das öffentliche Training ihrer Mannschaft anschauen und einen ersten Eindruck vom neuen Trainer Nico Willig gewinnen. Dem Mann, der den VfB vor dem "Worst Case", dem erneuten Abstieg in die zweite Liga, retten soll. 

20 Meter vom Trainingsplatz entfernt stand Thomas Hitzlsperger. Er musste erklären, warum der erste Trainerwechsel in seiner Karriere als Sportvorstand unausweichlich war. "Es ist mir schwer gefallen, weil ich Markus Weinzierl sehr, sehr schätze. Ich habe ihm mitgeteilt, dass es für uns keine Alternative mehr gibt." 

VfB Stuttgart: Hitzlsperger kennt Willig und seine Arbeitsweise

Die Hoffnungen ruhen jetzt bis zum Ende der Saison auf dem bisherigen Nachwuchstrainer Nico Willig. "Die U19 hat in dieser Saison erstklassigen Fußball gespielt, stehen an der Tabellenspitze und sind im Pokalfinale. Da kann man sehen was er erreicht hat", begründet Hitzlsperger die Entscheidung. "Ich kenne ihn und seine Arbeitsweise. Ich glaube, dass Nico Willig der Mannschaft genau das geben kann, was sie jetzt braucht." 

Nico Willig (3.v.r.) leitet als neuer Trainer des Fußball Bundesligisten VfB Stuttgart sein erstes Training mit der Mannschaft. Willig trainierte bis jetzt die U19 vom VfB und löst den bisherigen Trainer Weinzierl ab. 

Und das wäre? "Jetzt ist die Aufgabe schnellstmöglich die Stimmung zurück zu bringen, damit die Jungs die bestmögliche Leistung bringen können. Wir müssen daran arbeiten offensiv zu denken. Wir können nicht nur über Standardsituationen zum Torerfolg kommen." Ein besonderes Risiko, da Willig noch keine Erfahrung als Profi-Trainer mitbringt, sieht der Sportvorstand nicht: "Was heißt Risiko? Auch wenn jemand schon drei Mal den Abstieg verhindert hat, ist es keine Garantie, dass es wieder klappt."

Jetzt ist die Mannschaft des VfB Stuttgart in der Pflicht

Doch nicht nur Willig ist in den nächsten Spielen gefordert. In der Pflicht, das 0:6-Debakel gegen Augsburg vergessen zu machen, steht jetzt vor allem die Mannschaft. Hitzlsperger appelliert an die Ehre der Spieler: "Ich habe selbst mit der Mannschaft gesprochen. Ich wollte von den Spielern wissen, wie das passieren konnte. Jeder Einzelne muss sich jetzt fragen, was er einbringen kann." Aktuell steht der VfB auf dem Relegationsplatz. Der Abstand zum rettenden Ufer beträgt schon sechs Punkte.

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Aber der Blick auf die Tabelle interessiert Hitzlsperger sowieso nicht: "Es geht nicht darum auf andere Mannschaften zu schauen. Gladbach besiegen, das ist das einzige Ziel. Wir sind aktuell so weit weg davon, eine Bundesligamannschaft zu besiegen, dass wir gut daran tun, uns darauf zu konzentrieren." Ganz aufgegeben hat Hitzlsperger die Hoffnung auf den Klassenerhalt aber noch nicht: "Wir haben noch die Chance alles zu korrigieren. Wir haben gestern beim Gegner gesehen, was mit einem Trainerwechsel passieren kann." 

Dafür muss die Mannschaft möglichst schnell ein anderes Gesicht zeigen als zuletzt. Sonst lautet das Ziel für nächste Saison: Wiederaufstieg.

Von Dennis Bayer

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