12 Top-Klubs wollen eigene Liga gründen!

Super League als Super-Schwachsinn - ein Kommentar zum Gier-Projekt im Fußball

Ball auf Rasen
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Die Super League ist ein riesiges Aufreger-Thema im Fußball.
  • Tobias Becker
    vonTobias Becker
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Es ist eines der großen Aufreger-Themen: Die European Super League im Fußball. Ein Kommentar.

Die Super League ist Super-Schwachsinn! Zwölf Vereine entscheiden sich dazu, dem Fußball den Rücken zuzuwenden. Der Grund: Mehr Geld - oder kurz: Gier! Es sind zweifelsohne Top-Klubs in Europa, die Jahr für Jahr in der Champions League spielen und Chancen haben, den Titel zu gewinnen.

Diese Teams wollen die Super League gründen
Juventus TurinReal Madrid
AC MailandFC Barcelona
Inter MailandAtletico Madrid
Manchester UnitedManchester City
Arsenal LondonFC Liverpool
Tottenham HotspurFC Chelsea

Sie zählen auch in ihren Ländern zu den größten und erfolgreichsten Vereinen. Juventus Turin, FC Barcelona, Real Madrid, Manchester City... Aber es reicht nicht. Es reicht nie und wird es auch nicht. Mehr Geld, mehr Aufmerksamkeit, mehr alles - so das Motto in der ohnehin schon blasenartigen Fußballwelt.

Super League-Gründung? So reagiert der VfB Stuttgart auf das Vorhaben!

Die Bodenständigkeit ist dem Sport generell schon lange abhandengekommen. Sei es im Profibereich oder Amateursport, denn wer kein Fußball spielt, ist oft ohnehin ein Außenseiter. Nun schafft es ein kleiner, elitärer Kreis des Profibereichs sogar, sich vom Rest abzutrennen. Oder anders gesagt: Es gibt keine drei Klassengesellschaft mehr (Top-Klubs, Profis, Amateure), sondern es wird eine vierte Gesellschaft initiiert.

Super League: Widerstand von Verbänden, Ligen und Fans - aber Real-Boss Pérez spricht als Retter!

Es ist ok, wenn der Rest sich wehrt. Auch Verbände wie die UEFA oder die FA und so weiter. Fragen muss man sich jedoch, ob die Verbände nicht auch eine Mitschuld an dieser Entscheidung tragen, weil sie selbst das Prinzip der Gier vorleben. Dass der Nicht-Fußballer, der Amateur-Kicker und der Bolzplatz-Veteran nun erst recht nicht mehr verstehen, warum da noch mehr Geld fließen muss, ist verständlich.

Florentino Pérez von Real Madrid verteidigt die Super League-Pläne.

Übrigens: Super League-Boss und Real-Präsident Florentino Pérez sagte in einem Interview mit dem Sender „El Chiringuito de Jugones“ nun, er gehe diesen Schritt, um den Fußball zu retten. Der Fußball befinde sich wegen der Corona-Pandemie in einer „kritischen Phase“. Da fragt man sich: Der Fußball oder Vereine wie Real und Barcelona, die jahrelang Schuldenberge angehäuft haben, um jeden Star verpflichten und bezahlen zu können.

Steckbrief
NameFlorentino Pérez Rodríguez
Geburtsdatum08. März 1947
HerkunftHortaleza, Madrid, Spanien
PositionPräsident von Real Madrid

Es ist blanker Hohn! Kleinere Vereine, die jedes Jahr ihre besten Spieler abgeben müssen, kaum Chancen haben auf neue Spieler und auf gutes Scouting angewiesen sind, machen die Arbeit und dümpeln meist weit von Schale oder Pott entfernt in den jeweiligen Wettbewerben. Und dann gibt es da Ausnahmen wie Bayern München (Chapeau), die über Jahrzehnte hinweg gezeigt haben, dass man auch ohne Schuldenberge im neunstelligen Bereich - und höher - durchaus konkurrenzfähig sein kann.

Schluss mit dem Schwachsinn - alle gegen die Super League!

Aber: Lieber Herr Pérez, liebe Vereine der Super League. Hochmut kommt vor dem Fall - und der Fall sei Ihnen gegönnt. Diese Geldgier und das elitäre Gehabe ist eine Frechheit gegenüber der Historie des Fußballs. Der Sport des einfachen Menschen ist nicht mehr das, was er mal war, klar. Aber wie bodenlos dieses Fass ist, zeigt die Super League.

Die Fans des FC Liverpool und anderer Vereine laufen Sturm und protestieren.

Es bleibt zu hoffen, dass zum einen Fans, zum anderen Medien und dadurch auch Sponsoren sich schnell von diesem Projekt in aller Deutlichkeit distanzieren. Jeder kann dazu beitragen, damit dieser Super-Schwachsinn ein schnelles Ende findet und ein Exempel für künftige Gierschlunde statuiert wird.

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