Arminia liefert Schützenhilfe

"Das ist brutal": Der große VfB-Dank nach Bielefeld

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Konnten ihr Bielefeld-Glück kaum fassen: 96-Trainer André Breitenreiter (links) und VfB-Coach Hannes Wolf.
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Die Arminia fegt Eintracht Braunschweig aus dem Stadion - und zaubert damit den Stuttgartern ein Lächeln ins Gesicht.

Solche Geschichten schreibt nur der Fußball: Zwei Spieltage vor Saisonende kämpfen die einen um den Aufstieg, die anderen um den Klassenerhalt. Und manchmal gewinnen die krassen Außenseiter gegen die großen Favoriten – und sorgen für Freude auf anderen Spielplätzen. Nutznießer: der VfB Stuttgart. So geschehen am Sonntag in Bielefeld. Die abstiegsbedrohte Arminia geht als Tabellenvorletzter in die Partie gegen den Tabellenzweiten Eintracht Braunschweig. Und fegt die Löwen mit einem unglaublichen 6:0-Sieg aus dem eigenen Stadion. Parallel verliert der VfB zwar in Hannover (0:1), hat aber weiterhin drei Punkte Vorsprung auf Braunschweig.

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Der VfB profitiert zudem von der Höhe der Braunschweiger Pleite. Nicht nur drei Punkte sondern auch zehn Tore Vorsprung haben die Schwaben nun auf Relegationsrang drei, auf den die Niedersachsen abgerutscht sind. Es müsste schon mit dem Teufel zugehen, wenn der VfB nicht direkt aufsteigen würde! Trainer Hannes Wolf weiß: "Die Chance, dass wir es nicht schaffen, ist sehr klein." Die Schützenhilfe von der Bielefelder Alm kam bei allen entsprechend gut an. Selten waren die Gesichter der Verantwortlichen nach einer eigenen Niederlage glücklicher.

"Sechs Tore in Bielefeld, das ist brutal", sagte Manager Jan Schindelmeiser nach dem Abpfiff. Mittelfeld-Renner Matthias Zimmermann sendete eine persönliche Nachricht an die Bielefelder: "Danke, dass sie so hoch gewonnen haben!" Dem schloss sich auch Innenverteidiger Timo Baumgartl an: "Riesen-Dank an Bielefeld. Mehr Schützenhilfe kann man uns nicht leisten." Und sogar VfB-Präsident Wolfgang Dietrich war ob des Bielefeld-Knallers von den Socken: "Ich bin fassungslos. Dass das so ausgeht, ist unvorstellbar."

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Während der Partie wurden die Zwischenstände auf der Anzeigetafel durchgegeben, das ganze Stadion tobte bei jedem einzelnen Tor der Bielefelder. Wolf schmunzelt und erzählt: "Ich fand es super, dass da immer stand: 2:0, 3:0, 4:0 – das war großartig!" Großartig war auch die Reaktion beider Fanlager. Sowohl die Hannoveraner als auch die Stuttgarter Fans skandierten: "Bielefeld, Bielefeld, Bielefeld!" Zwei Aufstiegsfavoriten bejubeln einen Abstiegskandidaten, der über 100 Kilometer entfernt spielt - das gibt's auch nicht alle Tag.

Von Rick Feldmann

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