Verschossener Elfmeter in der Nachspielzeit

Akolo und das "Leid der der ganzen Welt"

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Chadrac Akolo wird nach dem Spiel von VfB-Verteidger Benjamin Pavard getröstet.
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Der Kongolese verschießt in der Nachspielzeit einen Elfmeter und besiegelt damit die vierte Bundesliga-Pleite in Folge für den VfB.

Der Jubel war riesig - aber verfrüht. Bei der 0:1-Pleite des VfB Stuttgart gegen den FC Bayern München bekam der Aufsteiger in der Nachspielzeit DIE Chance, die Pleiten-Serie in der Bundesliga endlich zu beenden. Und das gegen den Tabellenführer aus München. Santiago Ascacibar wurde von Bayern-Verteidiger Niklas Süle im Strafraum gefällt, Schiedsrichter Patrick Ittrich entschied nach bangen Minuten und der Hilfe des Videobeweises zur Freude der VfB-Anhänger auf Elfmeter. Chadrac Akolo trat an, Sven Ulreich hielt! Die vierte Bundesliga-Pleite in Folge stand fest!

Trainer Hannes Wolf nahm den Kongolesen nach dem Abpfiff in Schutz, erklärte: "Ich habe es offen gelassen, wer schießt. Wer sich gut fühlt, nimmt sich den Ball. Chadrac hat Verantwortung übernommen. Damit kann man auch scheitern. Deswegen gibt es aber keinen Vorwurf an ihn." Manager Michael Reschke wusste aber dennoch: "Er trägt jetzt alles Leid der Welt auf seinen Schultern." Und mit dem Fehlschuss sorgte er für einen vergebenen Punkt, der den Stuttgartern zum Hinrunden-Ende enorm gut getan hätte.

Bilder von der Partie des VfB gegen die Bayern

Auch deswegen, weil die Münchner dem VfB den Punktgewinn auf dem Silbertablett präsentierten. Vor dem Elfmeter vergab der Rekordmeister zwei Konter-Chancen fahrlässig, ließ damit den Aufsteiger im Spiel. Auch vorher war die Partie ausgeglichen. Dass die Schwaben mitten in der ersten Krise der Saison stecken, war bis zum 0:1 der Bayern durch Thomas Müller (79. Minute) nicht wirklich zu sehen.

Der VfB agierte die meiste Zeit auf Augenhöhe. Manager Reschke fand daher auch: "Die Mannschaft hätte es sich heute verdient gehabt." Ein Umstand, der nach dem bitteren Schluss-Akkord in der Stuttgarter Arena noch mehr schmerzte. Wolf: "Es ist total schade, weil wir den Fans und uns selbst diesen Moment gewünscht hätten."

Stattdessen: einmal mehr Tristesse. Vor allem bei Akolo. Der erhielt aber direkt Zuspruch von den Kollegen. "Es waren alle direkt bei ihm. Wenn man es mit Distanz betrachtet, gibt es schlimmere Dinge als das. Er ist ein fröhlicher Junge, der weiter Gas geben wird", erklärte Wolf. Und Timo Baumgartl versprach: "Wir versuchen, ihn in den nächsten Tagen aufzubauen." Damit er nicht mehr das Leid der ganzen Welt auf den Schultern tragen muss.

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