Yannick Reuter startet durch

Neckarcup: Lucky Loser wird zum Happy Winner

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Yannick Reuter schlägt sich beim Neckarcup mehr als ordentlich.
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Eigentlich war er nach der Quali schon raus. Nun steht der Belgier im Viertelfinale.

Eigentlich war für Yannik Reuter der NECKARCUP vorbei, ehe er richtig begonnen hatte. Der Belgier war in der Qualifikation in der finalen Runde gescheitert und saß quasi schon auf gepackten Koffern, als er vom krankheitsbedingten Ausfall Daniel Brands erfuhr und somit als "Lucky Loser" ins Hauptfeld nachrückte.

"Während die Qualifikation lief, wussten wir, dass es einen Lucky Loser gibt. Deshalb werden die zwei vom Ranking besten Spieler, die die Quali-Endspiele verloren haben, in einen Topf geworfen und der Lucky Loser ausgelost", erklärte Supervisor Hans-Jürgen Ochs das Prozedere. Das waren beim NECKARCUP Jose Pereira und Yannik Reuter. Reuter spielte selbst Glücksfee und zog sich selbst. Wäre die Quali bereits beendet gewesen, wäre der Ranking-Beste automatisch ins Hauptfeld gerückt. In diesem Fall hätte sich Pereira über den Startplatz freuen dürfen.

Nachdem Reuter am Mittwoch in der ersten Runde Dustin Brown geschlagen hatte, traf er gestern im Achtelfinale auf Namensvetter Yannick Maden. Der Stuttgarter war über die Wildcard des WTB ins Hauptfeld gerückt. Nach 75 Minuten war das Match mit 6:4 und 6:3 zu Gunsten Reuters entschieden. "Ich bin überglücklich, dass ich den Einzug ins Viertelfinale geschafft habe. Es ist unglaublich, dass ich das Niveau halten konnte. Für mich ist das ganze Turnier eine Zugabe. Ich genieße die Auftritte und schaue nur von Spiel zu Spiel", sagte Reuter nach seinem Erfolg.

Bis zum letzten Ballwechsel stand das zweite Achtelfinalspiel zwischen Nikoloz Basilashvili und Blaz Rola auf Messers Schneide. Nach verlorenem ersten Satz im Tie-Break holte sich der Georgier Durchgang zwei mit 6:3. Im entscheidenden Satz schenkten sich die Kontrahenten nichts. Um jeden Ball wurde verbissen gekämpft und so war es kein Wunder, dass auch er in den Tie-Break ging. Dort führte der Slowene Rola bereits mit 4:1, verlor dann fünf Punkte in Folge, wehrte den ersten Matchball noch ab, um dann doch noch mit 5:7 zu verlieren. "Das war ein hartes und unglaublich enges Match", sagte Basilahvili .

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"Ich wusste, dass ich jeden Ball volles Risiko gehen muss, um gegen ihn zu bestehen. Das war nicht leicht, denn nach einer Hüftverletzung bei den Australian Open konnte ich zwei Monate nicht trainieren und bin dann erst langsam wieder in den Alltag eingestiegen. Ich bin froh, dass ich diese Runde überstanden habe. Jetzt werde ich ein wenig Stretching machen, dann relaxen und mich anschließend auf das Match morgen vorbereiten." Für den NECKARCUP fand er nur lobende Worte: "Für mich ist es das bestorganisierte Challenger, das ich je erlebt habe. Das hat hier ATP-Niveau."

Im Eiltempo fertigte der Spanier Albert Montanes den Argentinier Nicolas Kicker ab. 6:3 und 6:1 stand am Ende auf der Anzeigentafel. Montanes – zu besten Zeiten die Nummer 22 der Welt – spielte nahezu perfektes Tennis: "Es war ein schwieriges Match aufgrund der äußeren Umstände, aber damit muss man leben." Weshalb er sich mit 35 Jahren noch die Challenger-Tour gibt? "Ich liebe das Tennis und solange ich Spaß habe, ab und an auch noch gewinnen kann, will ich weiterhin spielen."

Bilder vom Neckarcup: Reuter überzeugt

Nichts zu holen gab es auch für Maximilian Marterer. Gegen den an Nummer drei gesetzten Niederländer Igor Sijsling kam er mit 2:6 und 4:6 unter die Räder. Vor allem im ersten Satz zeigte Sijsling sein ganzes Können. Egal was Marterer auch probierte, der Holländer hatte immer die passende Antwort parat. Im zweiten Durchgang gelang ihm im ersten Spiel das Break, das er bis zum Gewinn des Matches verteidigte. 

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