Jan-Lennard Struff präsentiert sich beim Neckarcup von seiner Sahneseite

Struff hat's druff: Mayer weggefegt!

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Jan-Lennard Struff liegt Heilbronn.
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Florian Mayer war im Viertelfinale absolut chancenlos.

Der Blick von ATP-Supervisor Hans-Jürgen Ochs ging am gestrigen Tag des Öfteren zum Himmel. Dunkele Wolken ließen das Schlimmste befürchten. Doch selbst Petrus scheint dem NECKARCUP gewogen zu sein. Denn alle Spiele konnten, abgesehen von einer kurzen Unterbrechung, wie geplant durchgeführt werden.

Den Anfang machten Carlos Berlocq aus Argentinien und der Slowake Jozef Kovalik. Letztgenannter benötigte lediglich 82 Minuten, um das Match mit 6:1 und 6:4 für sich zu entscheiden. Gerade im ersten Satz spielte er mit seinem Gegner Katz und Maus. „Die ersten drei Spiele waren ziemlich eng. Dann habe ich aggressiver gespielt, und das lief richtig gut. Ich merkte, wie ich von Punkt zu Punkt besser wurde. Vor allem die Präzision nahm zu“, erklärte der 23-Jährige.

Neckarcup: Impressionen vom Viertelfinale

In Heilbronn läuft es für Kovalik eigentlich immer ziemlich gut. Bei der Premiere scheiterte er noch in der zweiten Runde der Qualifikation. Vergangenes Jahr kam er als Qualifikant bis ins Viertelfinale und dieses Mal steht er im Halbfinale. Vielleicht auch noch mehr? „Das wird man sehen. Ich werde auf alles Fälle alles geben, um das Finale zu erreichen.“

Im Anschluss trafen "Lucky Loser" Yannik Reuter und Albert Montanes aufeinander. Der an Nummer drei gesetzte Spanier – ehemals 22. der Weltrangliste – wurde seiner Favoritenrolle gerecht. Der Sandspezialist grub wirklich jeden Ball aus, hetzte Reuter von links nach rechts und von vorne nach hinten. Besser kann man auf Sand eigentlich nicht spielen. 6:1 und 6:4 lautete das Ergebnis. So kurz wie das Match, fiel auch Montanes Analyse aus: „Es war ein hartes Spiel.“ Er drehte sich um und verschwand in der Umkleide.

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Auf dem Center-Court kämpften derweil Nikoloz Basilashvili und Igor Sijsling um den Einzug ins Halbfinale. Sijsling – beim Neckarcup an Nummer acht gesetzt – hatte im bisherigen Verlauf keine Probleme und konnte sich mit klaren Zweisatz-Siegen durchzusetzen. Doch er war gewarnt. Sein georgischer Gegner hatte in der ersten Runde den an vier gesetzten Munoz de la Nava geschlagen, im Achtelfinale setzte er sich über drei Sätze gegen Blaz Rola durch.

Im ersten Durchgang zeigte er, dass diese Erfolge keine Zufallsprodukte waren. Mit knallharten und platzierten Grundlinienbällen sowie einem äußerst variablen Spiel sicherte er sich den ersten Satz mit 6:2. Im zweiten Durchgang hatte er eine kleine Schwächephase, die der Niederländer zum Ausgleich nutzte. Doch im Entscheidungs-Satz behielt Basilashvili die Nerven und die Geduld, um ihn mit 6:4 für sich zu entscheiden.

Danach kam es zum innerdeutschen Duell zwischen Jan-Lennard Struff und dem Wildcard-Inhaber Florian Mayer. Der traf am heutigen Tag auf einen übermächtigen Gegner. Mit brachialer Gewalt servierte Struff Aufschläge weit jenseits der 200 km/h-Marke. Nicht viel langsamer dürften seine peitschenden Vorhände gewesen sein, die wirklich millimetergenau im Feld landeten. Nach 57 Minuten war der Spuk vorbei und Struff hatte mit 6:2 und 6:3 die Oberhand behalten. „Es war ein harter Kampf. Anfangs konnte ich meine Chancen noch nutzen, aber dann kam Jan-Lennard richtig in Fahrt. Er hat heute einfach unglaublich gespielt“, sagte Mayer nach der Partie. „Vor allem seine Returns waren sensationell. Ich habe wirklich gut aufgeschlagen. Aber egal was ich machte, er war darauf vorbereitet.“

Trotzdem war Mayer mit seinem Auftritt beim Neckarcup zufrieden. „Ich habe zwei Spiele gewonnen, einen Top100-Spieler geschlagen, darauf lässt sich aufbauen.“ Struff strahlte hingegen über beide Wangen: „Ich habe heute mein bestes Match des gesamten Jahres abgeliefert.“ Bei den Doppeln gingen heute bereits die Halbfinals über die Bühne. Das Endspiel bestreitet die kroatische Paarung Nikola Mektic und Antonio Sancic, die auf Sander Arends und Tristan-Samuel Weissborn trifft.

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