Schock nach Sparring

Trotz Horror-Verletzung: Sarah Glandien denkt nicht ans Karriere-Ende

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Zeigt sich trotz der schweren Verletzung kämpferisch: die Heilbronner K1-Weltmeisterin Sarah Glandien.
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Am 19. Oktober hätte sie einen WM-Kampf in der Türkei gehabt - doch daraus wird für die Heilbronnerin Sarah Glandien jetzt nichts.

Es ist ein knallhartes Sparring, das Sarah Glandien von den Thaibulls Heilbronn in der Schweiz absolviert. Eines in Überlänge. Dazu gegen einen Mann. Alles einzig darauf ausgerichtet, dass SIE neben dem AFSO-WM-Titel im K1 am 19. Oktober auch den der ISKA eintütet. Und zwar in der Türkei gegen WKU-Champion Sabriye Sengül. Doch in der siebten Sparring-Runde passiert dann das Unfassbare! Der BLANKE HORROR für die 30-Jährige!!!

Es muss wohl ein Inside-Lowkick gewesen sein, der Sarah Glandiens linkes Knie erwischt hat. Sie sackt daraufhin weg - und sieht, wie ihre Kniescheibe plötzlich irgendwoanders in ihrem Bein hängt. Glandien brüllt unter Adrenalin: "Drückt sie wieder rein!" Ihrem Wunsch wird nachgekommen, denn die Weltmeisterin will das Sparring unbedingt beenden. Doch beim Auftreten erfährt die Heilbronnerin einen Schmerz, "den ich noch nie in meiner Karriere erlebt habe". Und ihr Knie sieht plötzlich aus, als hätte es eine Orange "ungekaut" verschluckt.

Sarah Glandiens linkes Knie kurz nach der Verletzung.

Glück im Unglück für K1-Weltmeisterin Sarah Glandien von den Thaibulls Heilbronn

Da Sarah Glandien nicht mehr Auto fahren kann, werden sie und ihr Fahrzeug in einer groß angelegten Aktion zurück nach Heilbronn gebracht. Dort wird sie geröntgt - und hört die Worte: "Es sieht nicht gut aus!" Bangen, bis ein MRT Klarheit bringt: "Ich habe einige Haarrisse im Oberschenkelknochen. Das Innenband ist nicht komplett ab - alle anderen Bänder sind zwar stark gezerrt aber intakt." Glück im Unglück - ALLERDINGS: "Das Gewebe ist Matsch."

Giga-Auftritt in Australien: Heilbronner K1-Kämpferin Sarah Glandien empfiehlt sich weltweit

Sarah Glandien darf ihr linkes Bein nun erstmal nicht belasten, muss sechs Wochen lang eine Schiene tragen. Erst dann kann sie ein vierwöchiges Aufbau-Training starten. Ehrgeiziger Plan der Stehauf-Frau von den Thaibulls Heilbronn: "Ich versuche, im Dezember langsam wieder mit dem Boxen zu beginnen."

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Ein Karriere-Ende kommt für Sarah Glandien jedenfalls nicht infrage: "Ich bin noch nicht bereit dafür." Im Gegenteil: Nächstes Jahr will sie ihren WM-Gürtel verteidigen und bis dahin zu alter Stärke zurückgefunden haben. Aber auch wenn das Knie wieder völlig intakt sein sollte, bleibt DAS Kopfproblem: "Ich bin Linksausleger und kriege alle Kicks gegen das linke Bein!" Doch auch diese mentale Barriere wird die große Kämpferin mit dem Löwenherz irgendwie überwinden.

Bildergalerie: K1-Weltmeisterin Sarah Glandien in Thailand

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