Skurrile Begegnung

Das macht Ringer-König Frank Stäbler bei einer Dopingkontrolle in der Corona-Zeit stutzig

  • Olaf Kubasik
    vonOlaf Kubasik
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Ringer-Weltmeister Frank Stäbler hinterfragt das Verhalten bei einer Dopingkontrolle - aus gutem Grund...

  • Kampfsportler wie Ringer dürfen ihren Sport wegen Corona nicht ausüben.
  • Weltmeister Frank Stäbler akzeptiert das, spricht aber von Katastrophe.
  • Bei eine Dopingkontrolle der NADA fällt ihm etwas Fragwürdiges auf.

Während in der Fußball-Bundesliga längst wieder gespielt wird, müssen sich Kampfsportler wohl noch eine ganze Weile gedulden - bis für sie wegen des Coronavirus wieder ein normales Training möglich sein wird. Also Mann gegen Mann oder Frau gegen Frau. Heißt: Top-Athleten wie der dreifache Ringer-Weltmeister Frank Stäbler könne zwar individuelles Kraft- und Ausdauertraining betreiben, aber eben nicht das, auf was es hautsächlich ankommt. Die Schulung der Feinmotorik, die richtige Griffanwendung - im direkten Ringkampf mit dem Gegner.

Frank Stäbler, der sich bei Olympia 2021 in Tokio mit Gold von der internationalen Bühne verabschieden will, muss das wie seine Rivalen akzeptieren, spricht aber dennoch von einer "Katastrophe". Denn: "Wenn du nicht jeden Tag deine Reflexe trainierst, kann es unter Umständen Monate dauern, bis du das wieder beherrschst." Immerhin kann der 30-jährige Ausnahme-Athlet in seinem zum Worldcamp umgebauten Hühnerstall im heimischen Musberg bis auf das Sparring perfekt trainieren. Andere Ringer stehen indes vor verschlossenen Trainingsstätten...

Frank Stäbler: Um 5.55 Uhr steht der Dopingkontrolleur vor seiner Tür

In Anbetracht dieser Umstände erscheint es dann schon ein wenig skurril, was Frank Stäbler am frühen Mittwochmorgen erlebt. Gegenüber echo24.de erzählt er, dass er an diesem Tag um 5.55 Uhr Besuch erhalten hat. Einen, "den man allerdings erst um 6 Uhr hineinlassen muss". Und zwar von der Nationalen Anti-Doping Agentur (NADA), "die wieder frisch mit der Aufnahme ihrer Tätigkeit begonnen und natürlich gleich bei mir geklingelt hat." Frank Stäbler kennt das - er ist Stammgast.

Frank Stäbler muss bei der Dopingkontrolle das volle NADA-Programm über sich ergehen lassen, Blut- und Urinproben abgeben. Damit hat der amtierende Europameister auch gar kein Problem - denn: "Ich bin eine absoluter Freund davon und stehe für sauberen Sport." Eine andere Sache während der Dopingkontrolle macht ihn allerdings ein wenig skeptisch. Und das hinterfragt der Ringer-König dann in einer Instagram-Story auch öffentlich.

Ringer Frank Stäbler hinterfragt Verhalten des Dopingkontrolleurs

Sparring mit Abdolmohammad Papi ist für Ringer-Weltmeister Frank Stäbler derzeit tabu.

Frank Stäbler, der zuletzt drei Saisons für die Red Devils Heilbronn in der Bundesliga gerungen hat, erklärt darin, dass er seine Sportart aufgrund der Einhaltung des Mindestabstandes von 1,5 Metern derzeit nicht ausüben darf. Um daraufhin - nicht ohne einen "schönen sauberen Tag" zu wünschen - zu hinterfragen: "Wie kann es dann sein, dass ein Dopingkontrolleur der NADA bis auf 30 Zentimeter an mich heranrücken darf?"  

Rubriklistenbild: © Sebastian Gollnow/dpa

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