Erbarmungsloser Kampf in einem fulminanten Drei-Akter

Nach Total-Fehlstart: Eisbären wuppen auch Rebels weg

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Felix Kollmar
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Spannender geht es kaum - aber die Eisbären Heilbronn drehen in Stuttgart auch die krimitauglichste Partie.

Igor Filobok, Patrick Luschenz, Claudio Schreyer, Daniel Steinke... Sie alle fehlen den Eisbären Heilbronn am Freitagabend in der  Eishockey-Regionalliga-Partie bei den Stuttgart Rebels. Trainer Sascha Bernhardt erklärt: "Ich bekomme nicht ganz drei Reihen zusammen." Und so wird die eigentlich glasklare Sache für die Eisbären nicht gaaanz so glasklar. Ein 8:5-Sieg springt dennoch dabei heraus. Bernhardt erleichtert: "Mein Team hat den Kampf hervorragend angenommen."

Große Stütze dabei: Felix Kollmar. Das Abwehr-Schlachtross ist seit Wochen in bestechender Form, übernimmt Verantwortung, ist einfach DER Fels in der eisbärigen Brandung. Und auch er zeigt sich am Ende zufrieden: "Wir haben weitergemacht, wo wir in den vergangenen Spielen aufgehört haben - und das ist extrem wichtig, um die Tabellenspitze weiter vor Bietigheim zu behaupten." Aber nun hinein in die Partie!

Mit Andre Vorlicek. Das ist der Neuzugang bei den Eisbären, der in seinem ersten eineinhalbdritteligen Einsatz das Tor gegen Schwenningen gehütet hat wie Cristiano Ronaldo seine Gel-Frisur. Doch prompt verrutscht ihm Frisur wie Spiel gleichermaßen: Patrick Daucik (5.) und Maximilian Strehle (6.) ziehen den Bärlis sogleich einen mächtigen Scheitel: 2:0. Daniel Brendle nutzt zwar umgehend die Steilvorlage Kollmars zum Anschluss (8.), nur kommt's daraufhin dicker als Reiner Calmund: 3:1 Ben Daubner (18.), 4:1 Patrick Eisele (19.). Und die Gäste aus Heilbronn? Irgendwie wie Trottel auf Monty-Python-Art. Die Erlösung: Pause.

Das zweite Drittel beginnt, wie das erste geendet hat, obwohl nun Patrick Seeger im Tor steht: Eisele - zack - 5:1 (21.). Dem folgt aber eeendlich mal ein Ruck! Denn plötzlich agieren die Eisbären sooo befreit, als hätten sie bis dato Ritterrüstungen getragen: Benjamin Brozicek macht das 5:2 (22.), Sven Breiter das 5:3 (24.). Und die Heilbronner Fans fühlen sich plötzlich ostdeutsch anno 1989 - warten auf die Wende! Da zumal erneut Breiter trifft. 5:4 (28.). Der flutscht jetzt eine Partie runter, die breit, breiter, am breitestesten glitscht. Kein Wunder, dass Leontin Kreps noch modrowt (35.)... 5:5!

Und die Stuttgarter Titanic sinkt oder singt an diesem wiedererwachten EISBÄRg: Brendle (43.),  Brozicek (44.) und Robin Platz (60.) naschen die Pucks dermaßen schmackhaft ins Rebels-Tor, dass sogar Keeper Andreas Räht kurzfristig an seinem Gestänge lutschen muss. Brendle, Benjamin Brozicek, Breiter... - die "B"-Taste ist jedenfalls kaputt nach diesem unglaulichem Eisären-Sieg...

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