Lob von allen Seiten

Neckarcup: Nur ein rotziger Superstar sorgt für Ärger 

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Janko Tipsarevic in Aktion.
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Am Sonntag endete das ATP-Challenger-Turnier Neckarcup in Heilbronn. Welche Erkenntnisse brachte die dritte Auflage?

Nichts wurde es mit dem erneuten Titelgewinn für Jan-Lennard Struff. Der deutsche Publikumsliebling erreichte beim diesjährigen Neckarcup zwar das Finale, musste sich dort aber Nikoloz Basilashvili mit 4:6 und 6:7 geschlagen geben. Die Gesamtnote des Heilbronner Events verschlechterte sich dadurch nicht.

Wieder einmal hatte das Organisatoren-Trio um Turnierdirektor Metehan Cebeci, Mine Cebeci und Tom Bucher ein perfektes Turnier auf die Beine gestellt. Anerkennung gab es von allen Seiten. Wirklich jeder Spieler fühlte sich bestens aufgehoben.

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„So eine Betreuung kenne ich sonst eigentlich nur von den ganz großen Turnieren“, erklärte beispielsweise Halbfinalist Jozef Kovalik. Oder Sieger Basilashvili: „Es ist das beste Challenger-Turnier, das es weltweit gibt.“

Und auch Super-Visor Hans-Jürgen Ochs von der ATP – der Association of Tennis Professionals – fand auf der Siegerehrung nur positive Worte für das Turnier: „Was hier auf die Beine gestellt wird, kann gar nicht hoch genug angerechnet werden.“

Die Spieler zahlten die perfekte Rundum-Betreuung durch hochklassiges Tennis zurück. Die Zuschauer sahen bereits in der Qualifikation packende, hochklassige und teils dramatische Matches.

Um den direkten Sprung ins Hauptfeld zu schaffen, mussten die Skteuere mindestens auf Platz 155 der Weltrangliste stehen. Metehan Cebeci: „Damit hatten wir einen besseren Cut, als beispielsweise bei parallel ausgetragenen, höher dotierten Turnieren. In der Tennis-Szene hat es sich längst herumgesprochen, dass der Neckarcup einzigartig ist."

Impressionen vom Heilbronner Neckarcup 2016

Auch beim Rahmenprogramm lautete die Devise: klotzen, nicht kleckern! An jedem Abend wurde den Besuchern im Event-Zelt ein Showact geboten. Live-Musik mit Uniseven oder Blacky&Friends, Comedy mit Thomas Fröschle, spanische Nacht mit Flamenco-Vorführungen, Sports-Talk mit erlesenen Gästen oder die traditionelle Players´ Night. Die Verantwortlichen opferten viel Zeit und Geld, um den Besuchern einen unvergesslichen Tag beim Neckarcup zu bieten. Leider nicht immer mit durchschlagendem Erfolg. Die Veranstaltungen hätten einen größeren Zulauf verdient gehabt.

Unvergesslich bleibt – vor allem für die jungen Besucher – das Hautnah-Erlebnis. Denn beim Neckarcup wurde wirklich Tennis zum Anfassen geboten. Die Spieler kannten keinerlei Berührungsängste, schrieben geduldig Autogramme und standen für unzählige Erinnerungsfotos bereit. Diese familiäre Atmosphäre macht das Turnier so einzigartig.

Negativ bleibt hingegen der vermeintliche „Superstar“ Janko Tipsarevic in Erinnerung. Der Serbe – einst die Nummer acht der Welt – durfte nach jahrelanger Verletzungspause mit einer Wildcard antreten. Doch mit seinen Allüren auf und abseits des Platzes machte er sich keine Freunde. Er schnauzte Ballkinder an, moserte, wenn er den Shuttle-Service mit einem anderen Spieler teilen musste und verlangte immer eine Extrabehandlung. Die Quittung dafür bekam er in der ersten Runde serviert: Der Argentinier Carlos Berlocq eliminierte ihn mit 7:5 und 6:3.

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