Bevor es losgeht in der Ballei, packen sie kräftig an

Helfer aus Leidenschaft: Das Team hinter dem Team

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Letzte Einsatzbesprechung.
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Bereits fünf Stunden vor dem Anwurf beginnen die Helfer mit ihrer Arbeit.

Gähnende Leere. Gute fünf Stunden noch bis in der Ballei der Ball fliegt. Für die Handballerinnen der Neckarsulmer Sport-Union steht ein Heimspiel an. Was die vielen Fans in der Halle nicht wissen: Damit sie die Bundesliga so erleben können wie in dieser Saison, bedarf es vieler helfender Hände.

Viele helfende Hände bei der Sport-Union

Voller Einsatz ist gefordert, damit alles rechtzeitig da ist, wo es hingehört. Werbebanden, Zusatztribüne, Auswechselbänke, Klatschpappen, Technik... Rund 30 Freiwillige sind mit dabei. Wer an den Heimspiel-Terminen Zeit hat, kann sich in eine Liste eintragen. Danach werden die Dienste eingeteilt. Struktur und Zuverlässigkeit ist enorm wichtig. Und auch Teams aus anderen Sportarten im Verein packen mit an. So sind an diesem Nachmittag die Rugby-Spieler der Sport-Union anzutreffen. 

Gundi Hauke ist auch da. Sie verteilt vor der Partie gegen Dortmund die Klatschpappen. Auf jeden Platz eine. Hauke: "Wenn ich da bin, helfe ich immer gerne. Es ist die Leidenschaft für den Sport und für die Mannschaft." Vom Fan zum Helfer. Nicht ungewöhnlich bei der Sport-Union...

Auch Matthias Albrecht war vor zwei Jahren "nur" Fan. Seit dieser Saison ist er regelmäßig beim Aufbau beteiligt. "Dadurch wird die Bindung zum Verein noch größer. Außerdem ist der Zusammenhalt unter den Helfern sehr groß. Als ich angefangen habe, habe ich auch Fehler gemacht - da haben mir andere aber gleich geholfen."

Wie besonders die Verbindungen im Verein sind, zeigt auch das Beispiel von Andreas Oetzel. Als Geschäftsführer und Inhaber von Oetzel Gartentechnik steht Stunden vor Spielbeginn in der Halle. Der Aufbau der Zusatztribüne steht an. Dabei könnte er es durchaus bequemer haben: "Ich könnte mir auch eine VIP-Karte besorgen und entspannt das Spiel verfolgen. Allerdings wäre es dann nicht das gleiche Gefühl. So ist man einfach viel mehr dabei." Mitfühlen. Mitfiebern. Das verbindet alle, die hier ihre Freizeit opfern.

Während die Aufbauten rund um das Spielfeld langsam Formen annehmen, geht auch im Foyer der Ballei das geschäftige Treiben los. Brötchen werden geschmiert, die Kühlschranke aufgefüllt und die Fanartikel im Eingangsbereich aufgestellt. Das Fieber steigt. Die Anspannung wächst. DENN: Der Anwurf rückt näher. Kurz vor Öffnung der Halle versammeln sich dann alle Helfer zu einer letzten Einsatzbesprechung. Wer macht was? Wer steht wo? Und dann geht's los! Gundi Hauke: "Mit Anwurf fiebern wir mit. Dann bangen und hoffen wir mit unseren Mädels."

Und nach 60 Minuten Handball startet das Team hinter dem Team in seine eigene zweite Halbzeit. Abbau. Aufräumen. Eine gute Stunde nach Spielende heißt es dann auch für die fleißigen Helfer: Abpfiff in der Ballei. Und egal, wie die Mannschaft gespielt hat - auch beim nächsten Heimspiel sind sie alle wieder mit Leidenschaft dabei.

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