Absolut unnötig

Falken-Sieges-Serie reißt ausgerechnet beim Schlusslicht

Kevin Lavallée und die Falken unterlagen den Deggendorfer zum zweiten Mal mit 5:7.
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Die Heilbronner Eishockey-Cracks schlagen sich bei den Niederbayern selbst.

Der Sechste beim Letzten, von der Konstellation eigentlich eine klare Sache beim DEL2-Spiel der Heilbronner Falken beim Deggendorfer SC. Aber die Falken sind gewarnt, hatten sie doch beim ersten Aufeinandertreffen zu früh das Spielen eingestellt und kassierten dann eine 5:7-Heimniederlage. "In dieser Liga darfst du keinen Gegner unterschätzen", hatte Falken-Coach Alexander Mellitzer gesagt. Stimmt, am End steht ein erneutes 7:5 für die Deggendorfer.

Von der Mannschaftsstärke schenken sich beide Mannschaften nichts. Die Hausherren können einen Stürmer mehr aufbieten, für vier komplette Angriffsblöcke fehlt aber einer. Bei den Falken wechseln sich im dritten Sturm Tim Bernhardt und Valentino Klos mit ihren Einsätzen ab.

Heilbronner Falken gehen früh in Führung

Beide Teams mit einem verhaltenen Beginn. Die Niederbayern wollen nicht wie in den Spielen zuvor schnell in Rückstand geraten, die Falken warten erst einmal ab. Dann ein Solo von Derek Damon, der knapp am Keeper scheitert, doch den Abpraller sichern sich erneut die Heilbronner Falken, die Scheibe kommt zu Kevin Lavallée, und dessen Schuss schlägt im langen Eck ein. 0:1 nach vier Minuten. Auch im Anschluss die Gäste spielbestimmend, aber nicht zwingend genug. Dann ein hoher Puck aus dem Abwehrdrittel der Gastgeber, die Falken wechseln, deshalb eine Zwei-auf-eins-Situation, die die Hausherren mit dem 1:1 abschließen. (7.)

Kevin Lavallée erzielte die frühe Falken-Führung.

Kurz darauf Powerplay der Unterländer. Ein gutes, aber ohne zählbaren Erfolg. Die Partie verflacht jetzt ein wenig, es gibt viele technische Fehler auf beiden Seiten und es dauert ein bisschen, bis die Gäste wieder konzentriert nach vorne gehen. Damon jubelt bei einem Alleingang schon, doch irgendwie ist die Scheibe nicht über der Linie. Gefährlich wird es für die Heilbronner nur in den letzten beiden Minuten, da sie eine Strafzeit kassieren. Doch auch sie überstehen diese Situation unbeschadet, und mit dem 1:1 geht es in die Pause.

Heilbronner Falken mit kollektivem Blackout

Die Frage des zweiten Drittels lautet: Wer kommt besser aus der Kabine? Ganz klar die Falken. Damon provoziert einen Fehlpass der Deggendorfer im eigenen Abwehrdrittel, passt zu Roope Ranta, der mit einer Direktabnahme genau in den Winkel trifft. Gespielt sind 34 Sekunden. Gleich danach Unterzahl der Gäste, aber erneut lassen sie keinen Treffer zu. In der 27. Minute dann ganz großes Eishockey. Damon pflückt eine Scheibe aus der Luft, passt zu Ranta, der erneut den Onetimer abzieht und zum 1:3 trifft. Danach spielen nur noch die Gäste, das vierte Tor scheint nur noch eine Frage der Zeit. Bis Lavallée einen unerklärlichen Aussetzer hat. Unbedrängt im eigenen Abwehrdrittel spielt er einen Querpass direkt auf dem mutterseelenallein dort lauernden René Röthke, der eiskalt zum 2:3 abschließt.

Treffsicher: Roope Ranta machte im zweiten Drittel zwei Tore.

Die Falken nicht geschockt, im direkten Gegenzug haben sie mehrfach die Chance, den vierten Treffer nachzulegen, ohne Erfolg.  Und die Falken machen wieder Fehler, Justin Kirsch verliert die Scheibe im Vorwärtslaufen, hinten stimmt die Zuordnung nicht - Kyle Gibbons tunnelt Mirko Pantkowski. 35 Minuten sind gespielt, und es steht 3:3. Jetzt schwimmen die Gäste. Es dauert bis zur 38. Minute, dann macht Lavallée seinen Fehler wieder gut. Brad Ross gewinnt das Bully, geht nach, passt quer, Lavallée drückt den Puck über die Linie. Aber die Hausherren dürfen natürlich wieder auf Fehler der Gäste hoffen. Wie in der 39. Minute. Eine sichere Scheibe wird vertändelt, kollektiver Blackout in der Verteidigung, 4:4. Drei Tore der Gastgeber haben die Unterländer selbst aufgelegt.

Heilbronner Falken ohne letzten Biss

Ins letzte Drittel starten die Falken in Unterzahl. Die Schiedsrichter hatten auf Intervention der Deggendorfer nachträglich ein Foul gegen Jimmy Sharrow gegeben. Nicht die einzige fragwürdige Entscheidung der Referees, die Fouls der Hausherren ignorieren, aber die Falken gezielt schwächen. Dieses Powerplay überstehen die sie genauso unbeschadet wie das, was kurz darauffolgt. Die Unterländer setzen sich jetzt selbst unter Druck. Und dann kommt es, wie es kommen musste. Brock Maschmeyer mit einem Fehlpass hinter dem Tor, Deggendorf macht das 5:4.

Dann endlich ein Überzahlspiel der Falken. Nicht wirklich prickelnd, sie scheinen müde, und die Körpersprache ist auch ganz anders als zu Beginn der Partie. Die Zeit tickt herunter. Die Heilbronner zeigen unglaublich viele technische Unzulänglichkeiten. Bezeichnenderweise die nächste Strafzeit. Deggendorf schwächt sich selbst durch sechs Mann auf dem Eis - und nur 18 Sekunden später muss Ranta in die Kühlbox. Vorteil wieder dahin. Drei Minuten vor Schluss dann der endgültige Knock-out. Ein Konter der Hausherren, Tor. Die Falken nehmen den Keeper vom Eis. Ein schneller Angriff, Richard Gelke schießt, Tor. 6:5 und noch sind 90 Sekunden zu spielen. Die Falken spielen weiter ohne Torhüter, haben sogar noch die ganz große Chance zum Ausgleich - und kassieren vier Sekunden vor Schluss das Tor zum 7:5-Endstand. Die Serie der Falken ist doch eigenes Zutun gerissen. "Wir haben heute zu viele individuelle Fehler gemacht. Auch hinten von Spielern, auf die in letzter Zeit Verlass war. Das passiert", sagt Mellitzer nach dem Spiel.

Aufstellung:

Deggendorf:

T: Bacashihua; Brenner

V: Kasten, Gläßl; Vavrusa, Müller; Wiederer, Roach;

S: Filin, Brittain, Gawlik; Gibbons, Leinweber, Röthke; Janzen; Kiefersauer, Stern, Deuschl

Falken:

T: Pantkowski; Frensel

V: Maschmeyer, Sharrow; Kurz, Pavlu; Eberhardt, Mapes;

S: Ranta, Damon, Gibson; Ross, Lavallée, Kirsch; Gelke, Helms, Eberhardt; Klos

Die Bilder der Partie Heilbronner Falken gegen Bayreuth Tigers

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