Weder Aktionismus noch Effekthascherei

Jetzt redet der Falken-Manager Klartext

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Falken-Manager Attila Eren
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Atilla Eren nimmt Stellung zu den Vorwürfen.

Eine Saison zum Vergessen. Mit großen Hoffnungen in die Saison gestartet, hängen die Heilbronner Falken im Tabellenkeller der DEL2 fest. Das Saisonziel „Pre-Playoffs“ wird weit verfehlt, derzeit wäre sogar das Heimrecht in der ersten Playdown-Runde futsch. Neben Trainer Fabian Dahlem steht auf diversen Internetplattformen auch Manager Atilla Eren am Pranger. Der Vorwurf: dauerhafter, sportlicher Misserfolg. 

Wie geht er mit den Attacken gegen seine Person um? "Natürlich ist mir sehr wohl bewusst, dass am Ende im Sport nur Erfolge bewertet werden. Finanzielle oder sonstige Rahmenbedingungen interessieren nicht. Damit muss man im Sportmanagement leben. Das darf einen jedoch nicht davon abhalten, Entscheidungen weiterhin verantwortungsbewusst zu treffen, ohne Aktionismus und Effekthascherei. Nicht alleine, sondern immer gemeinsam mit Personen, die alle Fakten und Optionen kennen." 

Bildergalerie vom Spiel der Falken in Bad Nauheim

Weshalb die Falken da stehen, wo sie stehen, dafür hat Eren eine einfache Erklärung: "Einige Spieler, die als Leistungsträger verpflichtet wurden, bringen nicht das, was wir von ihnen erwartet haben." Dass sie es können, zeigen Siege wie gegen Bietigheim oder Frankfurt. Aber das Potenzial des Teams ist dann doch nicht so hoch, dass kontinuierlich Top-Leistungen abgerufen werden. Eren: "In der DEL2 muss in jedem Spiel 100 Prozent gebracht werden, sonst hast du keine Chance. Wir haben – bis auf wenige Ausnahmen – keine Top-Spieler in den Reihen." 

Und wie steht er zur Forderung der Fans nach Entlassung von Trainer Dahlem? "In dieser Saison haben zwei Vereine – Crimmitschau und Ravensburg – den Trainer entlassen. Das Ergebnis muss jeder selbst bewerten. Meist ist nach einem kurzzeitigen Effekt alles wieder beim Alten, solange die Akteure auf dem Eis nicht ihre Leistungsbereitschaft und Einsatz ändern." Zudem bringt er den finanziellen Aspekt ins Spiel: "Eine Trainerentlassung ist immer mit erheblichem Mehrbelastungen verbunden. Nach wie vor sind wir finanziell nicht auf Rosen gebettet, da kann man nicht einfach eine Entscheidung aus dem Bauch heraus fällen. Ich habe bewusst zum anderen Mittel gegriffen: den Kader gezielt durch Nachverpflichtungen zu verstärken." 

Zumal er am Engagement und den Trainingsmethoden von Dahlem nichts auszusetzen hat: "Er bereitet das Team akribisch auf den nächsten Gegner vor. Egal ob der Crimmitschau oder Bietigheim heißt. Und zwar mit derselben Intensität." Aber ohne die passenden Ergebnisse. Auch hier nimmt Eren die Spieler in die Pflicht: "Wenn sich alle an das geforderte System halten, dann bestehen sie auch gegen Top-Teams wie Frankfurt. Wenn aber nur ein Spieler die Linie verlässt, dann greift das System nicht mehr." 

Dass das ausgerechnet fast immer in den sogenannten Sechs-Punkte-Spielen gegen Gegner wie Bayreuth, Rosenheim, Freiburg oder Nauheim passiert, lässt nur eine Erkenntnis zu: Die meisten Spieler im Falken-Kader sind eben doch nur Mittelmaß. Denn wären es Top-Spieler, dann würden sie sicherlich bei den zahlungskräftigen Spitzenvereinen der Liga unter Vertrag stehen.

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