Eine Frechheit

Heilbronner Falken werden in Ravensburg um Punkte betrogen

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Justin Kirsch (rechts) bewies seinen Torriecher in Ravensburg.
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Die Schiedsrichter entscheiden die Partie zugunsten der Hausherren.

Endlich ist die Rosskur zu Ende. Mit dem heuteigen DEL2-Spiel der Heilbronner Falken bei den Ravensburg Towerstars endet die Mammutserie von acht Spielen in 16 Tagen. Schon vor der Partie ist klar, dass Falken-Trainer Alexander Mellitzer seiner Mannschaft die kommenden beiden Tage freigibt. Deshalb heißt es: Alle Kräfte für das Match beim Klassenprimus nochmals freisetzen.

Die Oberschwaben können in dieser Partie wieder auf ihren Topscorer Andreas Driendl und Stürmer Jakub Svoboda zurückgreifen. Das heißt, ihnen stehen vier Sturmblöcke zur Verfügung. Die Unterländer spielen in derselben Aufstellung wie beim Derby: mit sieben Verteidigern und elf Stürmern. Am Ende setzen sich die Hausherren mit 5:3 durch.

Heilbronner Falken mächtig unter Druck

Der Tabellenführer will schnell klarmachen, dass er heute als Sieger vom Eis gehen will. Es geht zu Beginn nur in Richtung Gäste-Tor. Mirko Pantkowski muss mehrfach Kopf und Kragen riskieren, um sein Team vor einem frühen Rückstand zu bewahren. Die erste dicke Chance vereitelt er nach gerade einmal zwölf Sekunden. Die Unterländer finden offensiv überhaupt nicht statt, mehr als je ein Schuss von Justin Kirsch und Greg Gibson springt nicht dabei heraus, während die Gastgeber Pantkowski unter Sperrfeuer nehmen.

Justin Kirsch sorgte für die Heilbronner Führung.

Und dann kommen auch noch die Strafen hinzu.  Erst muss Patrick Kurz auf die Sünderbank, 78 Sekunden später folgt Derek Damon. Doppelte Überzahl für die Ravensburg Towerstars. Doch mit viel Einsatz und auch dem nötigen Quäntchen Glück überstehen die Heilbronner Falken die Situation unbeschadet. Danach machen sie mehr für die Offensive. Gibson hat den Torjubel bereits auf den Lippen, doch irgendwie bringt er die Scheibe nicht im Gehäuse unter. Dann Powerplay der Gäste. Und wieder einmal bringen sie sich selbst in Bedrängnis. Pantkowski verliert eine Scheibe hinter dem Tor, der Ravensburger bringt den Puck vors Gehäuse und der Goalie lenkt ihn selbst an den Pfosten. Das war Glück. Mit dem schmeichelhaften 0:0 geht es in die Pause.

Heilbronner Falken gehen in Führung

Die Towerstars Ravensburg setzen nahtlos im zweiten Drittel an, wo sie im ersten aufgehört haben. Wieder sind nur wenige Sekunden gespielt, da muss Pantkowski schon wieder einen Monster-Save auspacken. Kurz danach haben die Gäste Powerplay. Dieses Mal ist es ein richtig gutes, bis die Falken einen Wechselfehler machen. Vorbei ist es mit der Überzahl. Doch irgendwie setzt diese Szene Kräfte frei. Die Heilbronner jetzt mit besseren Aktionen und mehr Schüssen. Und dann fällt das 0:1. Kirsch steht in der 28. Minute goldrichtig, um einen Abpraller zu verwerten.

Greg Gibson hatte das 1:2 auf dem Schläger, scheiterte aber bei seinem Alleingang.

Jetzt folgt die beste Phase der Unterländer. Plötzlich klappen die Kombinationen im Angriffsdrittel, und das 0:2 liegt in der Luft. Doch die Hausherren spielen nicht mit. Eine Hereingabe von der Seite verwertet Daniel Pfaffengut zum 1:1. Doch postwendend haben die Falken die erneute Führung auf dem Schläger, aber Gibson scheitert mit einem Alleingang. Ganz anders die Oberschwaben. Sie spielen sich im Drittel fest, die Falken können nur zuschauen und Driendl macht das 2:1. Und es kommt noch schlimmer. Powerplay Ravensburg, die Strafe läuft gerade ab, da überrascht Sören Sturm Keeper Pantkowski mit einem Schuss von der blauen Linie zum 3:1. 16 Sekunden vor der Drittelpause. Die Falken haben die Partie in wenigen Minuten hergeschenkt.

Heilbronner Falken mit schnellem Anschlusstreffer

Wollen die Falken eine Chance haben, zurück ins Spiel zu finden, dann hilft ihnen nur eines: ein frühes Tor im letzten Drittel. Das ist gegen die so pucksicheren Ravensburger natürlich alles andere als einfach. In der 44. Minute haben sie Powerplay. Das ist anfangs nicht besonders zielstrebig, bis die Scheibe zu Kirsch kommt. Und der Goalgetter trifft ins kurze Eck zum 3:2. Endlich wieder einmal ein Tor bei eigener Überzahl. Und jetzt sind die Gäste richtig am Drücker. Kirsch macht schier den Hattrick perfekt, aber auch er bringt den Alleingang nicht am Torhüter vorbei.

In der 51. Minute dann Strafzeit gegen die Heilbronner Falken. Anschließend gibt es auch noch eine Rauferei. Bei den Falken müssen zwei, bei den Hausherren nur ein Spieler in die Kühlbox. Und das passiert das Unglaubliche. Ravensburg vertändelt den Puck, Kyle Helms spritzt dazwischen, geht auf und davon, und er macht das 3:3 in Unterzahl. Jetzt die Gäste mit Chance um Chance, die Führung zu erzielen. Und dann schlägt das Schicksal gnadenlos zu. Die Towerstars kommen einmal vors Tor - und treffen zum 4:3. 90 Sekunden vor Schluss nimmt Mellitzer eine Auszeit, gibt letzte Instruktionen, riskiert alles, indem er den Keeper für einen weiteren Feldspieler vom Eis nimmt. Derek Damon bekommt die Scheibe marschiert durch die Towerstars-Abwehr und wird durch ein Foul gebremst. Ganz klar ein Penalty - aber die Referees geben nur eine Strafe. Nicht die erste fragwürdige Entscheidung der Schiedsrichter. Die Männer in Schwarz haben die Falken über die ganze Zeit benachteiligt. Dann bekommen die Towerstars den Puck und treffen zum 5:3 ins verwaiste Tor.

Aufstellung

Towerstars:

T: Böhm; Waldherr

V: Pozivil, Kolb; Sturm, Keller; Supis, Kokes

S: Just, Czarnik, Zucker; Pompei, Driendl, Svoboda; Mayer, Hinse, Pfaffengut; Schwamberger, Brunnhuber, Kornelli;

Falken:

T: Pantkowski; Frensel

V: Maschmeyer, Sharrow; Götz, Kurz; Mapes, Pavlu; Eberhardt

S: Ross, Lavallée, Kirsch; Ranta, Damon, Gibson; Helms, Soramies, Lambacher: Gelke Bernhardt

 

Bilder: Derby zwischen den Falken und den Steelers

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